Mit einer Gala in der Liederhalle hat das Institut français in Stuttgart seine Gründung vor 75 Jahren gefeiert. 750 „ganz normale Leute“ wurden für ihr Kommen belohnt. Auch dank Alfons.
Das deutsch-französische Verhältnis war einst von Feindschaft geprägt. Heute dominiert die Freundschaft – und der Humor. Bei der Gala zum 75-jährigen Bestehen des Institut français in Stuttgart am Dienstagabend im ausverkauften Mozartsaal der Liederhalle war das eindrucksvoll zu erleben.
Der bekannte Kabarettist Alfons begrüßte neben Frankreichs Botschafter François Delattre, Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Oberbürgermeister Frank Nopper und den Förderern und Freunden des Instituts 750 „ganz normale Leute“ und witzelte über deutsche und französische Eigen- und Verschrobenheiten: „Was in Deutschland ein vierstündiger Warnstreik ist, nennen wir in Frankreich Mittagspause“ oder: „Die Franzosen haben vorgeschlagen: ,Lasst uns einen Rotwein auf die Freundschaft trinken‘, aber ihr Deutschen wolltet ja einen Vertrag (den Elysee-Vertrag von 1963). Ich hoffe, ihr habt noch eine Kopie davon, wir haben nämlich keine Ahnung . . .“
Botschafter Delattre betonte in seinem Grußwort: „Die deutsch-französische Freundschaft ist stark und lebendig – insbesondere im Ländle!“ Anschließend präsentierte der in Hamburg lebende Alfons Künstlerinnen und Künstler, die Verbindungen in beide Länder haben. Darunter eine „Legende“: den Pianisten und Komponisten Gérard Daguerre (Bild), langjähriger musikalischer Begleiter der französischen Starsängerin Barbara. Daguerre trat mit seiner Tochter, der Sängerin Muriel Daguerre, auf. Großen Zuspruch fanden auch das Celloquartett Almaviva der Stuttgarter Oper, das französische-ivorische Ensemble „La Fleur“ mit Regisseurin Monika Gintersdorfer und die junge Sängerin Ambre Vallet.
Vorausgegangen war ein Empfang in den Räumen des Institut français in der Schlossstraße 51 für die Förderer und Freunde unter anderem mit dem Unternehmer und Kunstmäzen Reinhold Würth und seiner für den Bereich „Kultur bei Würth“ verantwortlichen Enkelin Maria, dem Verleger Michael Klett, Kunst-Staatssekretär Arne Braun und Alt-OB Wolfgang Schuster als Vorsitzendem der Amis de l’Institut. Für seine Verdienste für die französische Küche wurde der Stuttgarter Sternekoch Vincent Klink von Botschafter Delattre mit dem Orden Ordre du Mérite agricole geehrt.
Die Gala in der Liederhalle war gleichzeitig Auftakt der 22. Französische Wochen (bis 3. Mai). Am 25. April, ist Tag der offenen Tür im Institut français in der Schlossstraße 51 (14 bis 23 Uhr). Dort kann auch die Jubiläumsausstellung besichtigt werden. Kabarettist Alfons gastiert an diesem Donnerstag, 23. April, mit seinem Programm „Jetzt noch deutscherer“ um 20 Uhr im Stuttgarter Theaterhaus.