Vom Besigheimer Marktplatz (rechts) geht es für Frank Land an den Bietigheimer Marktplatz. Foto: privat
Nach zehn Jahren schließt Frank Land sein Herzensprojekt am Marktplatz in Besigheim (Kreis Ludwigsburg). Wie emotional diese Entscheidung für ihn ist und wo er neu durchstartet.
Hinter vorgehaltener Hand hatte es sich so mancher in den vergangenen Tagen schon ungläubig zugeraunt, jetzt ist die Bombe geplatzt: Frank Land gibt die Marktwirtschaft und den Marktkeller in Besigheim zum Jahresende ab.
„Diese Entscheidung ist mir alles andere als leicht gefallen, denn die Marktwirtschaft war für mich nie einfach nur ein Restaurant. Sie war mein Herzensprojekt, mein Baby“, sagt der 38-jährige Gastronom. Vor zehn Jahren hatte er das Haus am idyllischen Besigheimer Marktplatz übernommen. „Ich habe es geprägt und es hat mich geprägt“, so Frank Land.
Frank Land wagt Neustart in Bietigheim am Marktplatz
Frank Land zieht es nach Bietigheim. Foto: Sandra Lesacher
Warum also dann dieser Schritt? Zum einen fühle es sich für ihn nach zehn Jahren richtig an, nochmals einen neuen Weg einzuschlagen. Der hat sich Frank Land am Bietigheimer Marktplatz aufgetan, wo er Anfang 2027 das „La Piazza“ übernehmen und als „Land am Markt“ weiterführen wird. Für den aktuellen Gastgeber im La Piazza, Andrea Tafuro, geht es nach zwölf Jahren in Bietigheim zurück zu seinen Wurzeln in Ludwigsburg.
Zum anderen hätte Frank Land in Besigheim gerne das Projekt Markthalle mit Gastronomie auf dem Marktplatz realisiert. Kürzlich stellte sich aber heraus, dass das in dieser Form nicht möglich sein würde. Einer der Eigentümer des NKD-Gebäudes spielte nicht mit.
Gleichzeitig wären in der Marktwirtschaft künftig neue Investitionen auf den Gastronomen zugekommen. Hinzu kommt, dass sich die Eigentümerstruktur verändert hat. Das Restaurant befindet sich nun nicht mehr, wie bisher, im familiären Eigentum.
Dabei ist es Frank Land wichtig, zu sagen, dass er mit der neuen Pächtergemeinschaft „in einem sehr guten und kooperativen Austausch“ ist. Eine Verlängerung seines Pachtvertrages wäre grundsätzlich möglich gewesen, allerdings hat er sich nun für Bietigheim entschieden und sucht gemeinsam mit dem neuen Verpächter nach einem Nachfolger für die Marktwirtschaft in Besigheim.
Noch gebe es bei der Suche „nichts Konkretes“, so Land auf Nachfrage. Er ist aber optimistisch. „Dieser Platz hat Lage, Lage, Lage.“ Zudem bekomme der neue Betreiber ein gut bestelltes Haus mit gutem Ruf. Der Name „Marktwirtschaft“ dürfe beibehalten werden.
Der neue Standort in Bietigheim ist für Frank Land insofern praktisch, da sein weiteres neues Projekt, das Hotel und Restaurant Rose sich ja ebenfalls in Bietigheim befindet. Das erleichtere seine Präsenz vor Ort, das Management und die tägliche Arbeit. „Ich freue mich sehr darauf, künftig in Bietigheim Gastgeber sein zu dürfen, neue Ideen umzusetzen und gleichzeitig vieles von dem mitzunehmen, was die Marktwirtschaft in den vergangenen Jahren besonders gemacht hat“, sagt Frank Land.
„Der Marktplatz soll ein Platz für alle werden. Offen, lebendig, herzlich und unkompliziert.“
Frank Land, Gastronom
Im „Land am Markt“ wird es ein ähnliches Konzept wie in der Marktwirtschaft geben. Dazu gehört die von Frank Land viel gepriesene „nahbare Gastronomie“, mit Frühstück, Mittagstisch, kleiner Nachmittagskarte, Kaffee und Kuchen sowie abends einer ambitionierten à-la-carte-Küche – schwäbisch mit mediterranem Einschlag.
Der Gastronom scheint ein Faible für Marktplätze zu haben. „Ja, da fühle ich mich sehr wohl“, sagt er lachend. Deshalb plant er auch für Bietigheim einen neu gestalteten Außenbereich, der zur Belebung des Marktplatzes beitragen soll. „Der Marktplatz soll ein Platz für alle werden. Offen, lebendig, herzlich und unkompliziert“, so Frank Land.
Herzstück draußen wird die „Loungerie & Bar La Mama Elfriede Land“, eine Hommage an seine Mutter. In der künftigen Rose soll es ebenfalls einen solchen „Liebhaber-Wohlfühlbereich“ geben – an beiden Standorten mit Cocktails und Snacks.
Im Frühjahr geht es mit den Restaurants los
Frank Land freut sich auf dieses neue Kapitel seines Gastro-Lebens in Bietigheim. Die Eröffnung von „Land am Markt“ ist für Februar/März geplant, das Hotel Rose soll bereits im Januar unter seiner Leitung starten. Das Restaurant Rose soll im März/April folgen.
Bis dahin will er sich weiter auf Besigheim konzentrieren – und geht auch mit dem sprichwörtlichen weinenden Auge. „Besigheim wird immer ein ganz besonderer Teil meines Lebens bleiben.“