Deutschlandticket wird teurer Achtung, Bahnkunden müssen bis Ende des Monats zustimmen

, aktualisiert am 11.11.2025 - 10:34 Uhr
Ab dem 1. Januar 2026 steigt der Preis für das Deutschlandticket auf 63 Euro im Monat. Foto: dpa

Wer sein Deutschlandticket bei der DB gekauft hat, muss bis zum 30. November der Preiserhöhung zum 1. Januar zustimmen – ansonsten endet das Abo Anfang 2026.

Inhaber eines Deutschlandtickets, die das Nahverkehrsabo bei der Deutschen Bahn erworben haben, müssen in den kommenden Wochen der geplanten Preissteigerung aktiv zustimmen, ansonsten erlischt ihr Abonnement zum 1. Januar 2026 automatisch. Entgegen der Regelung vieler weiterer Verkehrsunternehmen, wählt die Bahn bewusst die aufwendigere Variante.

 

Treue Bahnkunden kennen den Vorgang bereits aus dem Vorjahr. Denn zum 1. Januar dieses Jahres stieg der Preis des Deutschlandtickets von 49 auf 58 Euro, auch damals mussten sie im Vorfeld zustimmen. Nun folgt die nächste Erhöhung: Von 1. Januar 2026 an kostet das Abonnement 63 Euro im Monat. Direktkunden der Deutschen Bahn haben daher in den vergangenen Wochen Post bekommen. Per Brief oder E-Mail kam die Aufforderung den geänderten Vertragsbedingungen zuzustimmen – bis spätestens 30. November. Wer nicht darauf reagiert, schaut ab dem 1. Januar 2026 in die Röhre. Denn dann erlischt das Ticket automatisch. Wer trotzdem unterwegs ist, fährt schwarz.

Verbraucherschützer loben „richtigen Weg“

Doch warum eigentlich so kompliziert? „Es ist der gesetzlich richtige Weg“, betont Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Grundsätzlich sei immer eine Zustimmung des Kunden notwendig, wenn sich die allgemeinen Geschäftsbedingungen ändern würden. In der Vergangenheit wurden von den Verbraucherschützern immer wieder verschiedene Unternehmen wie Versicherungen, Telekommunikationsanbieter oder auch Streamingdienste abgemahnt, weil sie im laufenden Vertrag die Preise erhöht hatten. „Das ist nicht erlaubt, man muss den Kunden deutlich auf die höheren Kosten hinweisen“, betont Buttler. Schließlich verfüge er in einem solchen Fall über ein Sonderkündigungsrecht.


Darüber hinaus fordert die Deutsche Bahn zusätzlich eine aktive Zustimmung, „um auf der sicheren Seite zu sein“, erklärt der Jurist weiter. Auch um möglichen Klagen vorzubeugen. Die aktuelle Rechtslage sei eindeutig: „Schweigen gilt nicht automatisch als Zustimmung“. Schließlich könne es sein, dass der Hinweis den Kunden aus unterschiedlichen Gründen nicht erreicht.

Deutsche Bahn fragt nach fehlender Abonummer auf der Fahrkarte

Doch die Zustimmung im Internet ist gar nicht so einfach. Wer die wenigen Pflichtfelder ausfüllen will, muss neben Adresse und Geburtsdatum auch seine Abo- respektive Vertragsnummer eingeben. Unter anderem wird darauf hingewiesen, dass diese auf der Vorderseite der Fahrkarte steht – doch das ist nicht immer der Fall. „Das variiert je nach Anbieter und Region in Deutschland“, mutmaßt Buttler. Die Vertragsnummer ist aber auf dem Schreiben angegeben. Wer sein Ticket online gebucht hat, sollte auf jeden Fall seinen Account prüfen.

Wer sein Ticket über die App online gebucht hat, hat es deutlich einfacher. Foto: dpa

Etwas anders verhalte es sich beim sogenannten Jobticket. „Da der Arbeitgeber einen Teil der Ticketkosten übernimmt, handelt es sich um einen Geschäftsvertrag zwischen Bahn und Unternehmen“, klärt Buttler auf. Daher könne auch im Falle einer Preiserhöhung ohne aktive Zustimmung der Vertrag weiterlaufen, wenn die Informationspflicht erfüllt sei. Ähnlich gehe daher auch der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart mit seinen Privatkunden vor.

Beschwerden zum Deutschlandticket im Januar erwartet

Bislang seien kaum Beschwerden bei den Verbraucherschützern im Land hinsichtlich der Preiserhöhung eingegangen. Erfahrungsgemäß könne sich dies aber im Januar, wenn die Fahrkarte trotz Zustimmung ungültig ist oder fällige Beträge aufgrund von Fehlern doppelt abgebucht wurde, ändern. „Die IT der Deutschen Bahn funktioniert nicht immer reibungslos“, weiß Buttler.

Die Rechnung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), der trotz Preiserhöhung mit einer Million weiterer Bahnkunden zu den rund 14 Millionen Abonnenten rechnet, kann Verbraucherschützer Buttler auf jeden Fall nicht nachvollziehen: „Es werden sicher einige ihr Abo auslaufen lassen.“

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