Ärger um Parkplätze und Shuttlebus Sindelfingen rockt zu Coldplay-Hits, in Leonberg gibt’s Stress
Die Coldplay-Tribute Band Viva la Vida begeister bei „Sindelfingen rockt“. Doch der Organisator hat Ärger mit der Strohländle-Reihe in Leonberg.
Die Coldplay-Tribute Band Viva la Vida begeister bei „Sindelfingen rockt“. Doch der Organisator hat Ärger mit der Strohländle-Reihe in Leonberg.
Auch der zweite Abend der diesjährigen Ausgabe von „Sindelfingen rockt“ war ein voller Erfolg. Nachdem zum Auftakt vor einer Woche bereits rund 3000 Zuhörer eine AC/DC-Hardrock-Party gefeiert hatten, waren sogar noch mehr Leute auf den Marktplatz gekommen, um diesmal die hymnischen Songs der britischen Popband Coldplay zu hören.
Einer ihrer größten Hits heißt „Viva la Vida“ – und genau so nennt sich auch die in der Region Stuttgart beheimatete Tributeband, die am Mittwochabend das Publikum unterhielt. Schon 2019 war die Gruppe bei „Sindelfingen rockt“ (damals noch auf dem Hofmeister-Parkplatz) zu Gast gewesen.
Alles in Butter also für Organisator Johannes Leichtle, der die Gratiskonzerte mit seiner Veranstaltungsagentur Eventkartell jedes Jahr in den Sommerferien in Sindelfingen und vier weiteren Städten organisiert?
Mitnichten, denn rund um das Viva-la-Vida-Konzert beim Strohländle-Festival in Leonberg am vergangenen Samstag gibt es mächtig Ärger.
Dort war angekündigt worden, dass es im 15-Minuten-Takt einen kostenfreien Busshuttle von Bahnhof und Altstadt zum Engelberg geben solle. Zudem solle das Parken in den Parkhäusern Bahnhof und Altstadt samstags von 17 bis 24 Uhr kostenfrei sein. Am Ende sahen sich einige Parkhaus-Nutzer dennoch mit Strafzetteln konfrontiert. Und ein Bus fuhr auch nicht.
Nun machen sich Johannes Leichtle und Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Mildenberger gegenseitig Vorwürfe – mehr noch: Eine Schlammschlacht ist entbrannt.
Veranstalter Leichtle betont, Anfang Juli Kontakt zur Stadt aufgenommen und den Shuttlebus angefragt zu haben. Rückmeldung in Form eines Angebots sei am 18. Juli gekommen, welches er angenommen habe. Das sah man bei den Stadtwerken anders: Das Ergebnis: Leichtle hat am Abend vor dem ersten Konzert – also kurz vor knapp – erfahren: Es wird keinen Shuttle geben.
In einer ausführlichen Stellungnahme zum Thema warf Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Mildenberger dem Veranstalter in der Folge unter anderem „erhebliche Planungsversäumnisse“ und „wenig lösungsorientiertes Verhalten“ vor. Wiederholte Rückfragen seien nicht beantwortet worden. Bestehende Vereinbarungen zum Pendelverkehr und Parkraum aus der Vergangenheit seien vorhanden, jedoch „unzureichend dokumentiert und teilweise interpretierbar“. Diese müssten jährlich überprüft werden.
Diese Aussagen bestreitet Johannes Leichtle vehement – sie seien „hochgradig ruf- und geschäftsschädigend“. Dass es ausgerechnet beim Strohländle, seiner Herzensangelegenheit, zum Eklat komme, habe er sich nicht träumen lassen. „Wir distanzieren uns deutlich von den Aussagen des neuen Geschäftsführers der Stadtwerke Herr Dr. Mildenberger und behalten uns dahingehend rechtliche Schritte vor“, so Leichtle.
Ein Lichtblick zumindest für die Besucherinnen und Besucher des Strohländles: An den kommenden Augustsamstagen wird es einen kostenfreien Busverkehr geben. „Ungeachtet der widrigen Umstände haben wir für die kommenden Wochenenden den Pendelverkehr organisiert und die Kosten übernommen“, so Mildenberger.
Wie es beim kostenfreien Parken in den Parkhäusern aussieht? „Bleibt uns als Veranstalter aktuell verschlossen wie die Box der Pandora“, kommentierte das Strohländle-Team noch am Mittwoch auf Facebook. Dafür stornierten die Stadtwerke die Strafzettel vom Samstag, um etwas Druck aus der angespannten Situation zu nehmen.
Es ist davon auszugehen, dass sich bei der Zusammenarbeit zwischen Johannes Leichtle und Stadtwerken in Sachen Strohländle künftig einige Dinge ändern dürften – es bleibt abzuwarten, welche konkreten Folgen der Eklat haben wird.