Aktienvorschau Die US-Notenbank macht es spannend

An seinen Lippen hängen die Märkte: Fed-Chef Jerome Powell Foto: dpa/Jose Luis Magana

Ausblick auf die Börsenwoche: Kleiner Zinsschritt oder XL-Lockerung? Die Fed könnte die Märkte ordentlich aufmischen, schreibt unser Finanzreporter Hannes Breustedt.

Nach der zweiten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) im laufenden Jahr ist die US-Notenbank Fed an der Reihe. Doch anders als bei der Entscheidung im Euroraum ist das Ausmaß der geldpolitischen Lockerung in den Vereinigten Staaten noch offen. Für die Aktienbörsen birgt die Ungewissheit Enttäuschungspotenzial.

 

Viele Anleger wetten auf eine Jumbo-Zinssenkung

Dass die Fed die Zinsen am Mittwoch senkt, daran besteht kein Zweifel. US-Notenbankchef Jerome Powell und andere Top-Währungshüter haben in den vergangenen Wochen klare Signale dafür gegeben. Die spannende und kursbewegende Frage ist, ob die Fed ihre von Anlegern seit Monaten ersehnte geldpolitische Wende mit einem Zinsschritt um 25 Basispunkte einleitet oder direkt mit einer Jumbo-Senkung um 50 Basispunkte startet.

Die meisten Ökonomen gehen nicht davon aus, dass die Fed sich zu einem größeren Wurf durchringt, besonders nachdem die jüngsten Preisdaten anhaltende Inflationsrisiken zeigten. Doch an den Börsen laufen weiter viele Wetten auf einen XL-Zinsschritt. Einige Experten halten dies angesichts der Abkühlung des Arbeitsmarkts auch für nötig. „50 Basispunkte müssen her!“, fordert etwa Eckhard Schulte vom Vermögensverwalter MainSky Asset Management. Auch der frühere Chef der einflussreichen Fed-Filiale von New York, Bill Dudley, spricht sich dafür aus.

Aktien steigen nicht zwangsläufig mit sinkenden Zinsen

Allerdings schien zuletzt gar nicht mehr so klar, ob größer mit Blick auf die Fed-Zinsentscheidung aus Sicht der Märkte auch besser bedeutet. Vor dem Hintergrund der gestiegenen US-Konjunktursorgen könnte ein geldpolitischer Kraftakt auch negative Signalwirkung haben und die Befürchtungen einer Rezession noch verstärken. Ohnehin steigen Aktien nicht zwangsläufig parallel zu sinkenden Zinsen – ein Punkt, den die Analysten der LBBW zuletzt betonten.

Die US-Notenbank stellt den klaren Höhepunkt der Börsenwoche dar. Wirtschaftsdaten bleiben rar, abgesehen vom deutschen ZEW-Index am Dienstag. Spannung verspricht das Gezerre um die Commerzbank, deren Aktien das Übernahmeinteresse der Rivalin Unicredit bereits rasant steigen ließ.

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