Aktienvorschau Hochspannung im Kampf der Könige

Elon Musk und Donald Trump (von links) bei einer Tesla-Verkaufsshow vor dem Weißen Haus – nun will der US-Präsident das Auto wieder loswerden. Foto: MANDEL NGAN/AFP

Vorschau auf die Börsenwoche: Elon Musk gegen Donald Trump – eine weitere Eskalation dieses Konflikts könnte auch die Aktienmärkte noch in Atem halten, meint unser Autor.

Politik: Matthias Schiermeyer (ms)

Es ist die heißeste Story des Jahres: Der reichste Mann gegen den mächtigsten Mann der Welt – Musk gegen Trump. Die plötzlich eskalierte Fehde des Tesla-Chefs mit dem US-Präsidenten beinhaltet nicht nur jede Menge politischen Sprengstoff, sondern auch Eruptionspotenzial an der Börse.

 

An der US-Technologiebörse Nasdaq waren die Papiere des Elektroauto-Herstellers zuletzt wieder leicht gestiegen, nachdem sie am Donnerstag um gut 14 Prozent abgestürzt waren. Der auf 917 Milliarden Dollar gesunkene Börsenwert von Tesla legte am Freitag wieder um 50 Milliarden Dollar zu. Vordergründig wird über das Haushaltsgesetz gezankt, von dem der selbst ernannte Sparkommissar Musk eine unverantwortliche Staatsverschuldung erwartet. Trump ätzt, der Tesla-Chef wende sich damit vor allem gegen die Subventionsstreichung für Elektroautos.

Das Musk-Imperium lebt von Regierungsaufträgen

Eine weitere Eskalation könnte das Musk-Imperium ins Wanken bringen, weil es selbst auch von Regierungsaufträgen und Steuergeschenken lebt – laut „Washington Post“ im Wert von 38 Milliarden Dollar binnen 20 Jahren. Der Tech-Milliardär wiederum stellt die Rolle von SpaceX an der Seite der US-Weltraumagentur Nasa in Frage. Was bietet er noch alles auf, um dem Präsidenten zu schaden? Politische Instabilität würde auch die Nervosität der Wirtschaft weiter steigern.

Die Tesla-Aktie war nach der Wahl Trumps bis Mitte Dezember rasant auf rund 480 Dollar gestiegen, um bis Mitte März wieder auf gut 220 Dollar abzufallen, weil Musk sein Unternehmen vernachlässigte und das Negativimage auf die Verkaufszahlen drückte. Die seitherige Erholung der Aktie ist jäh gestoppt. Das schadet dem Superreichen auch, weil er Kredite oft mit Tesla-Aktien besichert. Dass der lange überbewertete Kurs mit den realen Wirtschaftsdaten wenig zu tun hat, macht die Aktie für weitere Hiobsbotschaften im Kampf der Könige besonders anfällig. Ist sie nur noch ein Fall für Zocker?

Neue Handelsgespräche in London

Daneben verdienen neue Handelsgespräche zwischen China und den USA in London Beachtung. Derweil hätte der Leitindex Dax schon viel erreicht, wenn er sich in der Höhenluft oberhalb der 24 000 Punkte festsetzt, ohne gleich neue Rekorde anzustreben.

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