Aktienvorschau Trumps neue Zölle: Weiterer Rückschlag für die Autoaktien

Immer höher hinaus? Das war einmal. Aktuell werden die Luxusautobauer in Stuttgart von höheren US-Zöllen bedroht. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Donald Trumps Ankündigung höherer Zölle für die Autoeinfuhr bremst das Geschäft. Immer höher hinaus geht es an anderer Stelle.

Politik: Matthias Schiermeyer (ms)

Man könnte – wenn man wollte – hinter dem chaotisch anmutenden Gebaren von Donald Trump den perfiden Masterplan entdecken, um vor allem die aufmüpfigen Deutschen klein zu kriegen. Der neueste Akt ist die unvermittelte Ankündigung der 25-Prozent-Zölle auf Fahrzeugimporte aus der EU. Dies träfe hierzulande vor allem Porsche und Audi, in Teilen auch Mercedes und VW. Ein weiterer Rückschlag für die deutsche Wirtschaft in der Dauerkrise.

 

Zu Wochenbeginn dürfte er an den Finanzmärkten spürbar sein – speziell die Autowerte drohen weiter abzusinken. Schon im vergangenen halben Jahr gehörten die Aktien der Automobil- und Zulieferindustrie (außer Daimler Truck) durchweg zu den Verlierern im Dax – Mercedes mit einem Minus von rund zwölf Prozent.

Drei Mega-Börsengänge mit einem Erlös von 200 Milliarden US-Dollar

Den Anlegern mit Sinn für Tradition dürfte der KI-Boom dagegen wie ein Fiebertraum vorkommen. Da kündigt sich schon wieder Großes an: Um die Riesensummen für künftige Investitionen aufzubringen, planen die drei größten, bislang nicht notierten Anbieter Börsengänge, deren Volumen alle Rekorde zu brechen verspricht, wie LBBW Research analysiert. Am weitesten vorangeschritten ist demnach Elon Musks SpaceX, das mit seinem Börsengang im Juni bis zu 75 Milliarden US-Dollar an frischem Kapital einwerben will. OpenAI (Chat GPT) plant, im vierten Quartal bis zu 60 Milliarden US-Dollar einzusammeln. Und Anthropic (Claude) strebt voraussichtlich im Oktober einen Erlös von mehr 60 Milliarden an.

Insgesamt kämen die drei Mega-Börsengänge auf gut 200 Milliarden US-Dollar – ein Vielfaches der seit Anfang 2025 an der Wall Street für Neuemissionen eingesammelten 55 Milliarden US-Dollar. Sie dürften den Markt vor allem dann belasten, wenn die Spitzenunternehmen der IT-Branche an Dynamik verlieren, prophezeit LBBW Research.

An diesem Donnerstag werden neue Zahlen zu den deutschen Auftragseingängen im März veröffentlicht. Befürchtet wird ein Rückgang, obwohl sich der Iran-Krieg da noch nicht voll auswirken konnte. Am Freitag gibt der US-Arbeitsmarktbericht für April Auskunft darüber, inwieweit der KI-Run der Bevölkerung zugute kommt oder an ihr vorbei geht. Die LBBW-Experten rechnen mit nur 70 000 neu geschaffenen Stellen.

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