Das Schöne am Sport ist, dass er meist recht schnell Gelegenheiten bietet, Dinge besser zu machen, sich zu rehabilitieren, eine Reaktion zu zeigen. Die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart haben diese Chance genutzt – und sich damit eine neue Perspektive eröffnet.
Nur fünf Tage, nachdem sie durch ein blamables 1:3 beim SC Potsdam erstmals seit 2013 das Halbfinale im Pokal-Wettbewerb verpasst hatten und vom Führungs-Trio Kim Renkema (Sportdirektorin), Konstantin Bitter (Trainer) sowie Aurel Irion (Geschäftsführer) öffentlich hart kritisiert worden waren, schlugen die Stuttgarterinnen zurück. In der Champions League gelang ihnen dank einer starken Leistung durch ein 3:1 (25:17, 25:23, 24:26, 25:21) bei CSO Voluntari der erste Sieg. „Das Team war nach dem Pokal-Aus sehr selbstkritisch“, sagte Kim Renkema, „in Bukarest hat die Mannschaft viel besser gespielt als in den vergangenen Wochen.“ Wozu auch zwei Umstellungen beitrugen.
Konstantin Bitter vertraute diesmal auf Charlotte Krenicky. Die Zuspielerin verteilte die Bälle gekonnt, band auch die Mittelblockerinnen vermehrt ein. Im Außenangriff setzte der Trainer neben Maria Segura Palleres, die als beste Spielerin ausgezeichnet wurde, auf Antonia Stautz. „Sie hat nicht nur für Stabilität gesorgt, sondern auch ihre Persönlichkeit und Führungsstärke eingebracht“, sagte Renkema, „das haben wir gebraucht.“
Schwierige Situation gemeistert
Heraus kam ein starkes Spiel, in dem die Gäste auch die schwierigste Phase überstanden. Der deutsche Meister vergab am Ende des dritten Satzes beim Stand von 24:21 drei Matchbälle, verlor noch mit 24:26. Und brach im vierten Durchgang trotz eines 1:5-Rückstandes nicht ein. „Das war eine gefährliche Situation“, sagte Kim Renkema, „wir müssen so professionell werden, dass wir immer voll durchziehen und dem Gegner keine Chance lassen, noch einmal zurückzukommen.“
Durch den Erfolg in Rumänien hat sich die Lage in der Königsklasse schlagartig verbessert. Allianz MTV Stuttgart erarbeitete sich die Möglichkeit, durch zwei Heimsiege gegen die bislang punktgleiche Konkurrenz aus dem polnischen Bielsko-Biala (8. Januar) und dem rumänischen Voluntari (22. Januar) Platz zwei und damit die Teilnahme an den Play-offs um den Einzug ins Viertelfinale zu sichern. „Uns bietet sich nun auch in der Champions League wieder ein realistisches Ziel“, meinte Kim Renkema, „wir haben in den nächsten Monaten noch viel vor.“