Allianz MTV Stuttgart Triumph im Supercup – wieder ist ein Triple möglich

Spielerinnen und Betreuer von Allianz MTV Stuttgart bejubeln ihren Triumph beim Volleyball-Supercup. Foto: Baumann/Julia Rahn

Die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart gewinnen vor 5786 Fans in der Porsche-Arena gegen den SSC Schwerin den Supercup und verteidigen damit den ersten von drei Titeln.

Roosa Koskelo hat schon viel erlebt in ihren sechs Jahren bei Allianz MTV Stuttgart, einen solchen Moment allerdings noch nicht. Die Libera ist die neue Kapitänin des besten deutschen Volleyball-Teams, weshalb sie nun ein paar zusätzliche Aufgaben hat. Etwa: Trophäen in die Höhe stemmen. Bei ihrer Premiere am Sonntagabend kam es dabei zu keinerlei Komplikationen, die Finnin übernahm bei der Siegerehrung nach dem 3:1-Erfolg (25:27, 27:25, 25:22, 25:16) im Supercup-Duell gegen den SSC Schwerin die Führungsrolle, als hätte sie nie etwas anderes getan. Auch Aurel Irion jubelte mit seiner Mannschaft. „Die Saison beginnt“, meinte der Geschäftsführer mit einem Lächeln im Gesicht, „und wir sind da.“

 

Der Erfolg gibt Selbstvertrauen und Sicherheit

Der Trainer war ebenfalls zufrieden. Allerdings auch weit davon entfernt, in Euphorie zu verfallen. „Wir sind noch überhaupt nicht stabil“, sagte Konstantin Bitter, „es gab Phasen, in denen hatten wir viel zu hadern. Es gibt einiges, was besser werden muss.“

Der MTV-Coach kann die bevorstehende Arbeit nun jedoch in der Gewissheit angehen, dass das nächste Triple zumindest theoretisch möglich ist. Das gibt Selbstvertrauen und Sicherheit – während Felix Koslowski die Volleyball-Welt nicht mehr verstand.

Der Trainer des SSC Schwerin saß nach der Pleite im Supercup frustriert auf der Trainerbank. Sein Team hatte den ersten Durchgang nach Abwehr eines Satzballes mit 27:25 gewonnen und lag anschließend mit 18:11 vorne. Doch beim Stand von 18:13 verletzte sich die kroatische Zuspielerin Vedrana Jaksetic an jenem Knie, an dem sie schon einmal einen Kreuzbandriss hatte, sie konnte nicht weitermachen. Ihr Aus bedeutete einen großen Bruch im Spiel der Gäste.

Fleur Savelkoel und Anne Hölzig, beide nach Kreuzbandrissen noch nicht lange wieder fit, stand der Schrecken ins Gesicht geschrieben, der Ex-Stuttgarterin Hannah Kohn, die nun Regie führte, gelang es nicht mehr, Sicherheit in die Angriffe zu bringen. „Nach der Verletzung war es kein fairer Kampf“, sagte Felix Koslowski, der zudem auf die angeschlagene Nova Marring hatte verzichten müssen, „wir werden das Pech einfach nicht los, ich weiß nicht, was wir gemacht haben, um so etwas erleiden zu müssen. Ich hätte gerne mal eine Partie gespielt, ohne so einen Mist zu erleben.“

Der Widerstand der Schwerinerinnen war gebrochen

Die Frage, was passiert wäre, hätte der SSC Schwerin den zweiten Satz gewonnen, kann niemand beantworten. Fakt aber ist, dass die Gastgeberinnen sich vor 5786 Fans in der bestens gefüllten und stimmungsvollen Porsche-Arena auch selbst aus der Misere befreiten. Krystal Rivers, die stark begonnen und dann eine Zeit lang nicht mehr durchgekommen war, fand am Ende des zweiten Satzes auf beeindruckende Art und Weise zurück ins Spiel. Und Neuzugang Madelyn Robinson ersetzte die schwächelnde Jolien Knollema hervorragend. Nach dem 14:20-Rückstand glichen die Stuttgarterinnen zum 22:22 aus, ehe Krystal Rivers den dritten Satzball zum 27:25 nutzte.

Damit war der Widerstand der Schwerinerinnen, die den 25. großen Titel der Vereinsgeschichte hätten holen können, gebrochen. Im dritten Satz wurde es nach einer 19:15-Führung beim 22:21 zwar noch einmal knapp für den MTV, am Ende aber machte erneut Krystal Rivers drei Punkte in Serie zum 25:22 und damit zur 2:1-Führung. Der vierte Durchgang war nur noch Formsache.

Nachdem die starke Madelyn Robinson den Supercup-Erfolg mit dem Punkt zum 25:16 perfekt gemacht hatte, begann in der Porsche-Arena der Konfettiregen. „Das Spiel hatte viele Aufs und Abs, aber das ist normal am Anfang einer langen Saison“, sagte MTV-Sportdirektorin Kim Renkema, „ich war positiv überrascht, auf welchem Niveau das Zusammenspiel bei uns schon funktioniert hat. Natürlich gibt es noch viel zu tun, und trotzdem war schon zu sehen, über welch großes Potenzial unser neues Team verfügt. Es war ein perfekter Start für uns – der erste Titel ist verteidigt.“

Es wäre keine Überraschung, sollte Roosa Koskelo in den nächsten sieben Monaten nochmal die Gelegenheit erhalten, eine Trophäe nach oben zu recken. Auch Felix Koslowski würde das nicht wundern. „Es gibt keinen anderen Verein in Deutschland, dessen Kader in der Spitze und der Breite so gut besetzt ist“, sagte der Coach des SSC Schwerin über den großen Konkurrenten aus dem Süden, „es ist ziemlich beeindruckend, was Stuttgart da wieder hingezaubert hat. Das verdient Respekt.“

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