Altbach im Kreis Esslingen „Kostendisziplin wird der Maßstab meines Handelns sein“

Bürgermeister Sebastian Flörchinger Foto: bra

Kurz nach seinem Amtsantritt schwört Altbachs neuer Bürgermeister Sebastian Flörchinger den Gemeinderat auf finanziell schwierige Zeiten ein.

Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen. In diesem Jahr rechnet die Gemeinde Altbach mit einem Fehlbetrag von 4,7 Millionen Euro. Und der Blick auf die kommenden Jahre gibt zumindest momentan keinen Anlass zur Hoffnung, dass sich die Situation bald wieder ändern könnte. „Es braucht Mut zur Priorisierung“, sagte Altbachs Bürgermeister Sebastian Flörchinger deshalb während der Einbringung des Haushalts am vergangenen Dienstagabend.

 

Für den neuen Bürgermeister war es die erste Gemeinderatssitzung, die er leitete. Es habe in den wenigen Tagen seit seiner offiziellen Amtseinsetzung keine großen Änderungen mehr am Haushaltsentwurf für 2026 gegeben, erklärte er. Das umfangreiche Zahlenwerk wurde vom ehemaligen Bürgermeister Martin Funk und den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung gestrickt. Es sei kein einfacher, aber ein ehrlicher Haushalt, betonte Flörchinger.

Altbachs Finanzlage spitzt sich zu: Sparstrumpf droht zu leeren

Beim Blick auf den Entwurf wird rasch deutlich, dass der finanzielle Spielraum für die Gemeinde jetzt und in den nächsten Jahren enger wird. Im laufenden Jahr plant die Verwaltung mit 19,5 Millionen Euro Erträgen und 24,2 Millionen Euro Aufwendungen. Neue Kredite sollen nicht aufgenommen werden. Sollte das Ruder in den nächsten Jahren nicht herumgerissen werden, könnte der Sparstrumpf 2028 oder 2029 leer sein.

„Kostendisziplin wird der Maßstab meines Handelns sein“, kündigte Flörchinger an. Wo genau gespart werden soll, das verriet der neue Bürgermeister noch nicht. Allerdings solle die Gemeinde nicht kaputtgespart werden. Die Kinderbetreuung und die Infrastruktur seien beispielsweise teuer, aber wichtig. Im Wahlkampf hatte Flörchinger angekündigt, den Schulterschluss mit verschiedenen Akteuren in der Gemeinde suchen zu wollen. An welcher Stelle der Rotstift angesetzt werden soll, um im besten Fall mehr als vier Millionen Euro einzusparen, wird eine der spannenden kommunalpolitischen Fragen der kommenden Monate in Altbach sein.

Teure Projekte belasten Altbachs Haushalt erheblich

Viel Geld kostet die Gemeinde neben der Kinderbetreuung auch die Grundschule. Ferner belasten die Investitionen den Haushalt. So schlägt sich das Kinderhaus „Mosaik“, das im September in Betrieb gehen soll, im neuen Haushalt mit einem Betrag von 2,2 Millionen Euro nieder. Mit der Erweiterung der Grundschule hat Altbach ein weiteres teures Projekt vor der Brust. Auch die Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur bringt in der mittelfristigen Finanzplanung enorme Belastungen mit sich, wie es im Haushaltsplanentwurf heißt. Geld in die Kasse könnte der Verkauf von Grundstücken spülen. Das Grundstück der ehemaligen neuapostolischen Kirche an der Esslinger Straße könnte rund eine Million Euro bringen.

Im Rathaus von Altbach stehen schwierige Entscheidungen an. Foto: Roberto Bulgrin

Auch die stetig wachsende Zahl der kommunalen Beschäftigten sowie regelmäßige Tariferhöhungen schlagen sich im Haushalt nieder. Für 2026 werden im Stellenplan knapp 70 Stellen ausgewiesen. Allein für den Start des Kinderhauses „Mosaik“ wurden sechs neue Stellen ausgewiesen. Und die Mitarbeiterzahl in dem neuen Kinderhaus wird voraussichtlich weiterwachsen. Die Personalaufwendungen steigen von 4,9 Millionen Euro im Jahr 2025 auf nun 5,5 Millionen Euro.

Wie geht es weiter? Nun können die Fraktionen des Gemeinderates den Planungsentwurf untereinander und mit der Gemeindeverwaltung beraten sowie Änderungen beantragen.

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