Die Influencerin Anahita Rehbein und der Fitness-Unternehmer Jörg Echtermann tragen ihren Streit um den Sohn über Anwälte in der Öffentlichkeit aus. Foto: Engelhard/privat
Der Unternehmer Jörg Echtermann wirft Ex-Frau Anahita Rehbein vor, den Sohn online zu vermarkten. Die frühere Miss Germany weist dies zurück – und erhebt neue Vorwürfe.
Im Fitness-Studio Puls in Stuttgart-Vaihingen hängt sie noch immer: die großformatige Leuchtaufnahme von Anahita Rehbein, ehemalige Miss Germany und Ex-Frau von Studiochef Jörg Echtermann. Das Foto zeigt sie beim Training. Was nach heiler Welt aussieht, ist längst vorbei.
Die Influencerin und der Unternehmer, die sich 2020 während der Pandemie das Ja-Wort gaben, liefern sich eine immer härtere Auseinandersetzung um ihren kleinen Sohn – und diese findet längst nicht mehr nur im Privaten statt. Beide Seiten haben Anwälte für den öffentlichen Rosenkrieg eingeschaltet.
Echtermann teilt unserer Zeitung mit, er wolle mit seinem Anwalt erreichen, dass seine Ex-Frau den gemeinsamen Sohn künftig nicht mehr in den sozialen Netzwerken zeigt, auch nicht verpixelt. Fotos des Kleinen sollten nicht mehr beruflich genutzt werden. Er sieht Anzeichen dafür, dass sie das alleinige Sorgerecht anstrebe, um das Kind „ungestört zu vermarkten“.
Rehbein weist Vermarktungs-Vorwurf zurück
Die 31-Jährige Anahita Rehbein bestreitet diese Vorwürfe vehement. Über ihre Anwältin erklärt sie in einem Statement an unsere Redaktion, sie habe „keinerlei Absichten“, das Kind für geschäftliche Zwecke einzusetzen. Zudem liege von ihr kein Antrag auf Übertragung des alleinigen Sorgerechts vor. Auch die Behauptung ihres früheren Manns, es existiere bereits ein Antrag, den Sohn vollständig aus dem Internet herauszuhalten, sei unzutreffend.
Der 57-jährige Echtermann betont hingegen, er habe sich erst Anfang der Woche mit seinem Anwalt getroffen, um die juristischen Schritte für ein Social-Media-Nutzungsverbot des Sohnes einzuleiten. „Das Internet vergisst nichts“, sagt er. Er wolle seinen Sohn davor schützen, später mit freizügigen Fotos der Mutter, auf denen auch er selbst zu sehen sei, konfrontiert zu werden; er solle auch kein Ziel spöttischer Kommentare von Mitschülern werden.
Streit um Umgangsregelungen
Auch in der Frage des Umgangs eskalieren die Vorwürfe. Der Kindsvater behauptet, Rehbein habe ihm an einem bestimmten Tag den Sohn entgegen einer bestehenden Whatsapp-Abmachung vorenthalten. Die Anwältin der Influencerin widerspricht: An diesem Tag habe eine gerichtlich bestätigte Vereinbarung gegolten, nach der das Kind bei der Mutter sein sollte. Rehbein ihrerseits erhebt neue Vorwürfe: Echtermann habe den Sohn eigenmächtig aus dem Kindergarten abgeholt, während die Mutter lediglich ihr Umgangsrecht haben durchsetzen wollen.
Während der Pandemie im Jahr 2020 haben Anahita Rehbein und Jörg Echtermann geheiratet. Foto: Thomas Niedermueller
Rehbein: „Mein Kind ist nicht Teil meiner beruflichen Marke“
Die Influencerin betont, ihre Mutterschaft sei rein privat. Ihre Online-Arbeit richte sich an Frauen und Mütter, basiere nicht auf der Nutzung ihres Sohnes für wirtschaftliche Interessen. Als Mutter wolle sie anderen Müttern Ratschläge geben. Mit aktuell 265 000 Instagram-Followern sieht sie ihre Reichweite unabhängig vom Kind. Jörg Echtermann vermutet dagegen finanzielle Einbußen für sie, sollte der Sohn nicht mehr in Posts auftauchen – ein Vorwurf, den die Mutter entschieden zurückweist.
Ein Konflikt mit Symbolwirkung
Während sich die juristischen Fronten weiter verhärten, will Echtermann nun eine Konsequenz im Studio in Vaihingen ziehen: Die Leuchtaufnahme der Influencerin beim Training werde schon bald von der Wand genommen. „Ein neues Bild für dieses Format ist bereits bestellt“, sagt er.