Der Einstieg in den Radweg soll an der Haltestelle Payerstraße bis Ende des Jahres verbessert werden. Foto: Sebastian Steegmüller
Eine neue Schnellradverbindung soll das Radfahren von Stuttgart-Ost in Richtung Fernsehturm sicherer machen. Die Planungen gerieten während der Haushaltsberatungen ins Stocken.
Rund 13,8 Millionen Euro soll die neue Radschnellverbindung aus dem Stuttgarter Osten in Richtung Fernsehturm kosten. Bislang wurde im vergangenen Juni aber beim Ausbau der Hauptradroute 41 zwischen der Gänsheide und der Waldau nur eine Vorabmaßnahme umgesetzt. Der Radweg reicht lediglich von der Haltestelle Payerstraße bis kurz unterhalb der Geroksruhe, bereits nach rund 600 Metern hören die grün-weißen Radpiktogramme wieder auf.
Im Anschluss haben Radfahrer derzeit die Wahl: Sie können sich in den fließenden Verkehr auf der Jahnstraße einsortieren, den holprigen Gehweg nehmen oder in den Wald ausweichen. Geplant ist auf dem Abschnitt zwischen Geroksruhe und Ruhbank ein geteilter Geh- und Radweg. In diesem Bereich, abseits der Wohnbebauung, sind kaum Fußgänger unterwegs.
Fahrbahn wird auf mehreren Abschnitten saniert
Der neue Geh- und Radweg wird bis zu sechs Meter breit und aus einem nachhaltigem Asphalt auf Cashew-Basis bestehen. Er ist in beide Richtungen befahrbar und durch einen Grünstreifen von der dann stadtauswärts einspurigen Jahnstraße getrennt. Auf diesem 1,75 Meter breiten Sicherheitsbereich, der nach Angaben der Stadt über einen innovativen Regenwasserspeicher verfügt, werden 64 neue Bäume gepflanzt. Stadteinwärts führt der Radweg künftig unterhalb der Geroksruhe quer über die Pischekstraße zur Gänsheidestraße und durch das Wohngebiet zur großen Kreuzung.
Ampeln müssen aufgrund der umfangreichen Maßnahmen an vier Stellen an den neuen Straßenquerschnitt angepasst werden, drei Signalanlagen werden erneuert, eine erweitert. Im Zuge der Baumaßnahme wird die Fahrbahn auf mehreren Abschnitten saniert: stadteinwärts zwischen den Haltestellen Stelle und Geroksruhe sowie stadtauswärts in der Mittleren Filderstraße bis zur Ruhbank. In der Jahnstraße wird der Asphalt im Bereich zwischen Mittlerer Filderstraße und Kirchheimer Straße komplett erneuert.
Eigentlich sollten die Arbeiten an dem insgesamt 2,5 Kilometer langen Radweg in diesem Frühjahr fortgesetzt werden. Doch daraus wird nichts. „Die Ausschreibung, Vergabe und Beauftragung der Bauleistungen sind für Sommer 2026 geplant, Baubeginn ist für Herbst 2026 vorgesehen“, sagt Stadtsprecher Oliver Hillinger. Ursprünglich wurde das Bauende der Gesamtmaßnahme aufgrund der Größe, der anspruchsvollen Verkehrszustände und der Baustellenlogistik auf Herbst 2028 datiert. Nach dem derzeitigen Bauablaufplan ist das Bauende für die Gesamtmaßnahme für Ende 2028 vorgesehen.
„Die Verzögerung resultiert aus der ungeklärten Finanzierung des Gesamtprojekts Ende 2025 während der Haushaltsplanberatungen. In dieser Zeit konnten keine Beschlüsse herbeigeführt werden.“ Hintergrund ist die angespannte Stadtkasse – im Dezember standen viele Projekte auf dem Prüfstand. Am Dienstag, 10. März, erfolgt nun aber der nächste Schritt, dann wird der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik der Fortführung, sprich dem Baubeschluss, wohl zustimmen. Ob das Bauvorhaben teurer wird, ist noch nicht absehbar. Beim Land Baden-Württemberg ist aber schon im Vorfeld ein Zuschuss beantragt worden.
Der Einstieg in den Radweg wird voraussichtlich bis Ende 2026 verbessert. Foto: Sebastian Steegmüller
Einstieg in den Radweg soll verbessert werden
In der Kritik steht zudem, dass der Einstieg in den Radweg suboptimal gelöst ist. Entweder erreicht man ihn rund 50 Meter oberhalb der Haltestelle Payerstraße über einen hohen Bordstein oder reiht sich auf der großen Kreuzung in den Verkehr ein. Dass der Gehweg abgesenkt wird, kommt nicht infrage. Es sei an dieser Stelle nicht gestattet, ihn zu befahren, sagt Hillinger.
Das Amt für öffentliche Ordnung verspricht aber dennoch eine Verbesserung – voraussichtlich bis Ende 2026. Nach Angaben des Stadtsprechers planen Tiefbauamt, Stadtplanungsamt und Straßenverkehrsbehörde gemeinsam eine Lösung. „Ziel ist es, eine eigene, durchgängige Führung des Radverkehrs von der Planckstraße kommend, über den Knotenpunkt hinaus zu schaffen, welche dann nahtlos in den aktuell bereits umgesetzten Radfahrstreifen übergeht“, sagt Hillinger. Auch Radfahrer aus Richtung Bubenbad kommend, können dann an der großen Kreuzung problemlos und sicher auf den Radweg auffahren.