Apostolischer Palast in Rom Papst Leo ist umgezogen

Vom Petersplatz aus sah man zuletzt oft, wie an dem Dach gearbeitet wurde, wie beispielsweise hier Mitte Januar. Foto: Almut Siefert

Zehn Monate nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche ist Leo in den Apostolischen Palast eingezogen. Zuvor musste Schimmel beseitigt und das Dach gerichtet werden.

Am Samstagabend brannte das Licht in den kleinen Fenstern oberhalb der regulären Papstwohnung im Vatikan. Papst Leo XIV. hat die erste Nacht in seiner neuen Wohnung im Apostolischen Palast verbracht. Leo habe „zusammen mit seinen engsten Mitarbeitern“ die Räumlichkeiten, „die bereits seinen Vorgängern zur Verfügung standen“, bezogen, teilte Papstsprecher Matteo Bruni mit.

 

Wer genau nun in der päpstlichen WG mit dem Pontifex zusammenlebt, sagte Bruni am Samstag jedoch nicht. Zu den „engsten Mitarbeitern“ des Papstes zählen dessen beiden Sekretäre, der peruanische Kardinal Edgard Iván Rimaycuna Inga und der italienische Kardinal Marco Billeri. Robert Francis Prevost ist der erste US-Amerikaner, der das Amt des Papstes innehat – und der erste aus dem Orden der Augustiner.

Robert Francis hatte schon angekündigt, dass er die päpstlichen Gemächer beziehen werde

Dieser orientiert sich an den Ideen des Heiligen Augustinus, gemeinsam zu beten und gemeinsam den Alltag und materielle Güter zu teilen.

Seit seiner Wahl am 8. Mai hatte Leo im Palazzo del Santo Uffizio im Vatikan gewohnt, wo er auch zuvor als Präfekt des Dikasteriums für Bischöfe residiert hatte. Der gebürtige US-Amerikaner Robert Francis hatte aber bereits kurz nach seiner Wahl angekündigt, dass er – anders als sein Vorgänger Franziskus – die päpstlichen Gemächer beziehen werde.

Franziskus hatte auf den Prunk verzichtet und während seines 12-jährigen Pontifikats im vatikanischen Gästehaus Santa Marta gewohnt. Er wollte seinen bescheidenen Lebensstil auch als Papst nicht aufgeben. Laut italienischen Medien soll die Unterbringung des Papstes dort aber monatlich rund 200 000 Euro gekostet haben. Immerhin musste auch dort beispielsweise für die Sicherheit von Franziskus gesorgt sein.

Von Schimmel war die Rede, auch das Dach soll undicht gewesen sein

Nach dem langen Leerstand musste die Wohnung in der dritten Loggia im Apostolischen Palast in den vergangen Monaten nun erst einmal umfassend renoviert und saniert werden. Von Schimmel und Wasserschäden war die Rede, die Wasser- und Elektroleitungen sollen erneuert worden sein. Auch das Dach soll undicht gewesen sein. Immer wieder sah man vom Petersplatz aus, wie von außen mit einem Kran an dem Dach gearbeitet worden war.

Von der fertigen Papstwohnung gab es vorerst keine Fotos oder Videos. Es wird spekuliert, dass für Leo ein Fitnessraum eingerichtet wurde. Leo gilt als sehr sportlich. Vor seiner Wahl zum Papst war er regelmäßig in einem römischen Fitnessstudio anzutreffen. Die Zeitungen „La Repubblica“ und „Il Messaggero“ berichteten außerdem, dass die privaten Gemächer von Leo, unter anderem das Schlafzimmer des Papstes, in der Mansarde direkt unter dem Dach untergebracht sein sollen.

Leo nutzt auch ausgiebig die päpstliche Residenz in Castel Gandolfo

Papst Leo macht, was seine Unterbringung angeht, so einiges anders als sein argentinischer Vorgänger. So nutzt Leo auch ausgiebig die päpstliche Residenz in Castel Gandolfo. Montags zieht er sich gerne für eine Nacht in die Unterkunft in den Albaner Bergen, rund 30 Kilometer südöstlich von Rom, zurück. Die dortige Residenz wurde von vielen Päpsten als Sommerresidenz genutzt. Auch Leo verbrachte dort nur wenige Wochen nach seiner Wahl seinen ersten Sommerurlaub als Papst. Franziskus hatte auch darauf verzichtet.

Laut dem Nachrichtenportal Vaticannews war Pius X. (1903–1914) der erste Papst, der in die Wohnung im apostolischen Palast einst einzog. Die Wohnung besteht aus mehreren Räumen, darunter eine Bibliothek und eine private kleine Kapelle, außerdem noch das private Arbeitszimmer des Papstes.

Diesen Raum kennen wohl die meisten bereits: Von dessen Fenster aus betet das Oberhaupt der katholischen Kirche sonntags mit den Gläubigen auf dem Petersplatz den Angelus.

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