Der Stellenmarkt in Stuttgart verliert deutlich an Schwung: Zum Jahresbeginn wurden spürbar weniger offene Stellen gemeldet. Gleichzeitig steigt die Zahl der Arbeitslosen.

Digital Desk: Jonas Schöll (jo)

Der Stuttgarter Arbeitsmarkt startet mit einem deutlichen Dämpfer ins neue Jahr. Im Januar meldeten Unternehmen in der Landeshauptstadt 1.013 neue offene Stellen – das sind 14,9 Prozent weniger als im Januar des Vorjahres, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart mitteilte. Auch im Monatsvergleich ging der Zugang neuer Angebote stark zurück. Insgesamt waren zuletzt 4.466 freie Stellen gemeldet, kaum mehr als im Dezember.

 

Parallel dazu ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen. 25.235 Menschen waren im Januar in Stuttgart ohne Job gemeldet, 1256 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 7,2 Prozent, nach 6,8 Prozent im Dezember. Besonders alarmierend: Der Anstieg betrifft zunehmend Menschen, die schon lange keine Arbeit finden.

Insgesamt 10.121 Stuttgarter gelten inzwischen als langzeitarbeitslos. Das entspricht mehr als 40 Prozent aller Arbeitslosen in der Stadt. Gegenüber dem Vorjahr nahm ihre Zahl um 1461 Personen zu. Die Mehrheit von ihnen wird in der Grundsicherung betreut.

Immer weniger Jobs, immer mehr Arbeitslose

„Die Arbeitsmarktlage bleibt auch zum Start des neuen Jahres angespannt“, sagt Gunnar Schwab, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stuttgart. Die anhaltende konjunkturelle Schwäche und strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft wirkten sich spürbar aus. „Eine gute Qualifikation ist und bleibt der Schlüssel für gute Chancen am Arbeitsmarkt.“

Auch junge Menschen sind stärker betroffen. Die Jugendarbeitslosenquote stieg auf 5,7 Prozent, 2020 unter 25-Jährige waren arbeitslos gemeldet.

Die offenen Stellen sind rückläufig. Foto: dpa/Angelika Warmuth

Ein Blick ins Land zeigt, dass Stuttgart mit dieser Entwicklung nicht allein steht. In Baden-Württemberg stieg die Zahl der Arbeitslosen im Januar auf 310.443, die Quote lag bei 4,8 Prozent. Die Bundesagentur für Arbeit verweist auf saisonale Effekte – kündigt jedoch an, noch stärker in Weiterbildung investieren zu wollen.