Beim internationalen Architekturpreis Best Architects 25 Award haben Stuttgarter Architekturbüros für Polizeiwachen, Pavillons und Wohnhäuser Auszeichnungen erhalten. Dies sind die Gewinner.
Museen, Opernhäuser, spektakuläre Hochhäuser stehen oft im Focus von Architekturfans bei ihren Städtereisen. Im Vorarlberg, das berühmt für seine Baukultur ist, schaut man sich auch gern Nutz- und Sonderbauten an, Kindergärten und Feuerwehrstationen. Stuttgarter Architekturbüros zeigen, dass Büro- und Verwaltungsgebäude ebenso besichtigenswert sind.
Unter den weltweit 380 eingesandten Projekten aus ganz Europa für den Best Architects 25 Award wurden 83 Gebäude ausgezeichnet. Einige sind von Büros aus Stuttgart und der Region. Und anders als beim Hugo Häring Landespreis 2024 des Bundes deutscher Architektinnen und Architekten (BDA), der kürzlich vergeben wurde, steht ein Gebäude sogar in der Landeshauptstadt.
Zwar habe sich, so die Jury, als einer der gemeinsamen Schwerpunkte „Bauen im Bestand und die ausgeprägte Thematisierung des Kontexts“gezeigt. Die Architekten aus der Region indes überzeugten mit Neubauten.
Verwaltungsgebäude, Büros und ein Pavillon
LIMA Architekten, Lisa Bogner und Tobias Manzke sind mit einem ökologischen Wohnhaus in Ammerbuch, das auch einen Carport für ein Segelflugzeug enthält, auf der Longlist des DAM-Preises 2025 zu finden. Nun konnten sie die Jury mit dem Neubau eines Büro- und Dienstleistungsgebäudes am Neckarpark in Stuttgarts ältestem Stadtteil Bad Cannstatt überzeugen.
Nach Tübingen reisen muss man, um den Neubau des Stuttgarter Büros VON M zu sehen, sie sind mit der in low-tech-Bauweise entstandenen Geschäftsstelle für die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau (GWG) vertreten. Überzeugt haben dürfte die Jury die ressourcenschonende und nachhaltige Holz-Leichtbauweise und das „Low-Tech“ Konzept für die Gebäudelüftung, das auf ein natürliches Lüftungskonzept über das Atrium in Kombination mit Überstromöffnungen in der Fassade setzt.
Für das prämierte Gebäude von Wulf Architekten muss man ins benachbarte Bundesland reisen, sie haben die Bayerische Landespolizei in Passau entworfen, der 2023 auch schon auf der Longlist für den DAM Preis stand. Interessant am Entwurf ist auch die Hoftypologie.
Die Landespolizei in Passau von Wulf Architekten. Foto: Best Architects/Brigida González
Im Hauptgebäude sind die Räumlichkeiten von fünf Polizeidienststellen sowie die zentralen Räume für den Polizeibetrieb zoniert angeordnet. Der öffentlich zugängliche Bereich befindet sich im Erdgeschoss. Zwei Höfe gliedern das Gebäude und versorgen die Innenräume mit Tageslicht.
Auch in der Sparte „Öffentliche Bauten“ ist Stuttgart vertreten. bez+kock architekten haben für die Bundesgartenschau 2023 in Mannheim einen Pavillon für Vögel, Fische und Menschen entworfen und mit dieser Neuen Parkmitte im Luisenpark überzeugt, der auch ausführlich schon in unserer Zeitung vorgestellt worden ist.
Gutes aus Holz und ein Doppelhaus im Allgäu
Gemeinsam mit Koeber Landschaftsarchitektur realisierten die Stuttgarter Architekten schwungvoll geformte eingeschossige Pavillons mit einer auf filigranen Stützen ruhenden Dachkonstruktion, die vom umgebenden Park umspielt werden. Auch die geschosshoch verglasten Innenräume sorgen für ein interessantes Spiel mit Innen- und Außenraum.
Schon mehrfach prämiert, zuletzt mit dem Hugo-Häring-Landespreis 2024 des BDA Baden-Württemberg, wurden Steimle Architekten für die Markolfhalle Markelfingen am Bodensee. Das Gebäude mit der feinen Holzlamellenfassade hatte zuvor schon den Holzbaupreis des Landes Baden-Württemberg 2024 erhalten.
BOLTE Architekten aus Kirchheim unter Teck haben im Bereich „Wohnungsbau Mehrfamilienhäuser“ mit dem Projekt „Geschwister“ in Immenstadt im Allgäu überzeugt. Wie der Name andeutet, handelt es sich um für zwei Geschwister entworfene, sich ineinander verzahnende und im Detail liebevoll sowie mit Rücksicht auf die lokale Baukultur geplante Einfamilienhäuser.
Bilder von den siegreichen Projekten in der Bildergalerie.
Info
Buch Eine Publikation zum „best architects 25 award“ erscheint im Herbst 2024. Die zweisprachige Ausgabe (deutsch/englisch) dokumentiert alle prämierten Projekte ausführlich mit Plänen und zahlreichen Fotos auf jeweils zwei Doppelseiten und erscheint im zinnobergruen Verlag.
Preis Der „best architects award“ zählt zu den renommierten Architekturauszeichnungen der europäischen Architekturszene. Die Auszeichnung wird jährlich an realisierte Bauten verliehen, die sich durch herausragende architektonische Qualität hervorheben. Eine unabhängige Jury aus Architekten vergibt das Label „best architects“ und das Label „best architects in Gold“ für besonders hohe architektonische Qualität.