An den sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren in Stuttgart sind sie eigentlich geübt im Improvisieren. Inzwischen fällt dort geplant Unterricht aus, weil es an Lehrkräften mangelt. Man könnte meinen, die Lehrkräfte und Eltern könnte nichts mehr schockieren. Doch es geht, wie sie inzwischen erfahren mussten, immer noch schlimmer.
Von einem Tag auf den anderen haben fast 150 Kinder ihre Schulbegleitungen verloren – und das Entsetzen ist zurecht groß. „Was ist da los?“ – Egal, mit wem man spricht, diese Frage kommt. Und es ist die Stadt Stuttgart, die sie beantworten muss. Denn sie gibt in dieser Sache bisher eine mehr als unglückliche Figur ab. Planlos und schlecht kommuniziert wirkt das ganze Vorgehen rund um die Kündigung des ASB Stuttgart, der bisher einer der Hauptträger für Schulbegleitungen war.
Warum musste die Kündigung so plötzlich erfolgen?
Das Sozialamt schickt am Mittwoch eine außerordentliche Kündigung, woraufhin sich der ASB gezwungen sieht, die Mitarbeitenden und Schulen zu informieren, dass sie die Kinder nicht mehr betreuen dürfen. Das Schulverwaltungsamt wiederum kommuniziert, dass dem Träger zum 28. Februar gekündigt worden sei und dieser eigenmächtig gehandelt habe. Das wirkt so, als ob die eine Hand nicht wüsste, was die andere tut.
Die Pressestelle schreibt, dass bekannt gewordene Sachverhalte die sofortige Kündigung erforderten. Glaubt man dem ASB, war man wegen Abrechnungsproblemen im Sommer 2025 im Austausch, danach soll Funkstille geherrscht haben. Sollten tatsächlich die alten Abrechnungen hinter der Kündigung stecken, verwundert der Zeitpunkt: Warum musste man so plötzlich kündigen, ohne eine Lösung für die Kinder schon organisiert zu haben?
Die Kinder und ihre Eltern sind nun die Leidtragenden des Ganzen – und die Mitarbeitenden des ASB Stuttgart. Auch für diese ist das Ganze ein Schock gewesen. Man kann nur hoffen, dass möglichst viele bei anderen Trägern weitermachen können. Die Stadt muss jetzt schnell für Lösungen sorgen – für die Mitarbeitenden und die Familien.