Auf der Fläche BB-14 Interkommunaler Windpark ist vom Tisch
Zwar hat die Regionalversammlung knapp 100 Hektar zwischen Böblingen, Holzgerlingen und Ehningen ausgewiesen. Das Windpark-Konzept ist damit trotzdem hinfällig.
Zwar hat die Regionalversammlung knapp 100 Hektar zwischen Böblingen, Holzgerlingen und Ehningen ausgewiesen. Das Windpark-Konzept ist damit trotzdem hinfällig.
Ein Windkraft-Projekt, das in den vergangenen zwei Jahren die Gemüter bewegt und die Menschen beschäftigt hat, war der geplante interkommunale Windpark zwischen Böblingen, Holzgerlingen und Ehningen. Auf Infoveranstaltungen, in Gemeinderatssitzungen und Gesprächsrunden wurde über das Vorhaben diskutiert
Initiativen gegen – aber auch für – Windkraft formierten sich. Vor allem die Initiative Lebenswertes Böblingen machte sich gegen Windräder nahe der Böblinger Diezenhalde stark. Teils heftig und nicht immer sachlich wurde über das Projekt gestritten.
Dann die Wendung im April: Das Vorranggebiet BB-14, auf dem die Windräder geplant waren, wurde im Entwurf des Regionalplans etwa um die Hälfte verkleinert. Eine für die Diezenhalde ausgehandelte Sonderlösung machte es möglich. Zum Böblinger Wohngebiet wurde ein Mindestabstand von 1200 statt 800 Metern eingeführt.
Inzwischen ist klar, dass es bei dem verkleinerten Gebiet bleibt. Die Regionalversammlung hat Anfang Dezember die Vorranggebiete für Windkraft festgelegt. Bereits nach der Entscheidung im April hatte die Bietergemeinschaft für den Windpark, ein Trio bestehend aus den Stadtwerken Böblingen, den Stadtwerken Stuttgart und dem Windparkprojektierer Sowitec, erklärt, die Planungen auf Eis zu legen.
Dabei bleibt es. „Die Planungen werden derzeit nicht fortgesetzt“, teilt Birte Engel, Sprecherin der Böblinger Stadtwerke auf Nachfrage mit. „Es werden derzeit durch die Bietergemeinschaft keine Planungen für einen kleineren Windpark durchgeführt und es gibt auch keine Aktivitäten, die Planung wieder aufzunehmen.“ Zwar wurde nach wie vor eine Fläche von knapp 100 Hektar ausgewiesen, sie passt aber nicht mehr zum ausgearbeiteten Konzept. Eine „wirtschaftliche und ökologisch vertretbare Lösung“ sei so laut Engel nicht mehr möglich. Statt fünf könnten nur noch drei Windräder gebaut werden.
Aus keiner der drei beteiligten Kommunen gibt es derzeit Signale, die Pläne in abgewandelter Form wieder aufzunehmen. „Die Enttäuschung und der Frust sitzen tief“, hatte Holzgerlingens Bürgermeister Ioannis Delakos (parteilos) bereits im Sommer gesagt. Immerhin habe der Gemeinderat viel Kraft und Energie in die Planung gesteckt.
Doch für Holzgerlingen hat sich das Thema Windpark auf der verkleinerten Fläche offenbar erledigt – müsste die Kommune doch komplett neu planen und würden die Standorte der Windräder nicht mehr passen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung signalisierte Delakos erneut, dass Holzgerlingen aus der Windpark-Planung raus sei.
Zurückhaltender gibt sich Ehningens Bürgermeister Lukas Rosengrün (SPD). Er nehme die Entscheidung der Regionalversammlung zur Kenntnis und werde das weitere Vorgehen mit dem Gemeinderat diskutieren.
Mit ihrer Entscheidung trage die Region der höheren Siedlungsdichte auf der Diezenhalde Rechnung, teilt Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne) auf Nachfrage mit. Ein Windpark in der ursprünglich geplanten Form sei dort nicht mehr realistisch. Klar sei aber auch: „Der Bedarf an sauberer und bezahlbarer Energie bleibt.“ Um diesen Bedarf zu erfüllen, wolle er unter anderem verstärkt auf Fotovoltaik auf Dächern und über Parkplätzen setzen.
„Für mich gilt: Klimaschutz und der Schutz unseres Waldes vor dem Klimawandel gehören zusammen“, teilt er weiter mit. Sein Plan, der voraussetzt, dass er Ende Januar als Oberbürgermeister wiedergewählt wird: Sollte es in Zukunft Pläne für Windkraft auf kommunalen Flächen geben, wolle er einen Bürgerentscheid vorschlagen. „Dann können die Böblingerinnen und Böblinger selbst mitentscheiden.“