Der Trainer Kristiyan Borisov hat im zweiten Spiel der Aufstiegsrunde eine Reaktion seiner Mannschaft auf den schwachen Auftritt zuletzt erwartet – und hat sie am vergangenen Freitagabend auch zu sehen bekommen. Das Ergebnis allerdings blieb das gleiche. Die Basketballer des SV Fellbach haben auch das Spiel bei den Hertener Löwen verloren – 80:83 nach Verlängerung. Damit ist ihre Saison in der dritthöchsten Spielklasse Pro B beendet. Im Hinspiel in der heimischen Gäuäckerhalle I waren sie noch mit 52:67 unterlegen, weil sie in der Offensive überhaupt nichts hinbekommen hatten. „Das war diesmal ein unglaublicher Kampf, wir haben alles gegeben. Am Ende waren wir müde. Aber ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte Kristiyan Borisov.
Die Gäste aus Fellbach haben diesmal deutlich besser gespielt als in der ersten Begegnung mit dem Team aus der Nordgruppe, aber sie waren eben nicht gut genug. Kristiyan Borisov war klar, dass alles passen muss, damit seine Mannschaft bestehen kann. Tyseem Lyles fand am Freitag zu seiner Form zurück, war mit 24 Punkten der treffsicherste Werfer seines Teams. Dieses Mal war es Nik Schlipf, der nie seinen Wurfrhythmus fand und deshalb in der Offensive kein Faktor war. Und die Qualität im Kader des SV Fellbach reicht eben nicht aus, um den Ausfall seines für gewöhnlich besten Schützen zu kompensieren. Das ist eine bittere Erkenntnis, die Kristiyan Borisov aus dieser Saison mitnimmt. Erst kürzlich hat er ja für zwei weitere Jahre zugesagt. Und es ist wahrscheinlich, dass der ehrgeizige Coach in den nächsten Wochen erneut am Kader basteln wird, um in der nächsten Spielzeit noch besser dazustehen.
Der SV Fellbach führt zur Pause mit 47:36
Nach einem ersten Viertel, das auf beiden Seiten erneut von der Defensive geprägt gewesen war, zeigten die Fellbacher Basketballer, was sie drauf haben. Mit einer noch aggressiveren Verteidigung hielten sie die Gegner vom eigenen Korb weg, und vorn war Tyseem Lyles nicht zu stoppen, traf immer wieder aus der Ferne. 47:36 führten die Gäste zur Halbzeit, und Kristiyan Borisov war sehr zufrieden. Sein Team hatte bis dato fast genau so viele Punkte erzielt wie in der gesamten ersten Begegnung mit den Hertener Löwen.
In der Verlängerung setzen sich die Hertener Löwen durch
Nach der Pause waren sie zwar immer noch sehr aktiv, doch jetzt schlichen sich immer mehr technische Fehler und Ballverluste ein. Die Folge war eine mickrige 61:60- Führung nach dem dritten Viertel. Im letzten Spielabschnitt trafen die Gastgeber nach mehr als vier Minuten erstmals – 62:65. Es folgte eine ausgeglichene Begegnung, die nach dem Spielstand von 71:71 in die Verlängerung ging. Hier setzten die Hertener Löwen sich letztlich durch, auch weil sie in Bryant Allen (38 Punkte) den überragenden Akteur in ihren Reihen hatten.
Fellbacher Trainer Kristiyan Borisov hadert mit Defensive im ersten Spiel
Die Mannschaft um den Trainer Robin Singh, im vergangenen Jahr erst in die Pro-B-Liga aufgestiegen, trifft nun im Viertelfinale auf den Verbund von Lok Bernau, der sich gegen die Dresden Titans mit 2:0 durchgesetzt hat. Für die Basketballer des SV Fellbach dagegen endet diese Saison – wie auch schon im vergangenen Jahr – mit dem Aus im Achtelfinale. „Vielleicht war es ein Fehler von mir, dass wir nicht gleich im ersten Spiel so aggressiv verteidigt haben“, sagte Kristiyan Borisov, der in der nächsten Saison einen neuen Anlauf starten wird, wenn auch erneut mit einem veränderten Kader.
SV Fellbach: Lyles (24), Okafor (13), Hanzalek (11) , Kolev (10), Butler (8), Schlipf (7), Billinger (4), Gerlinger (3), Davis, Dickgiesser, Golder.