Auktion bei Eppli So kamen die Adenauer-Schätze nach Stuttgart

Eppli versteigert mehrere Schätze aus dem Nachlass von Konrad Adenauer Foto: Eppli

Am Samstag versteigert das Auktionshaus Eppli wertvolle Gegenstände aus dem Nachlass des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Wie landen solche Schätze in Stuttgart?

Kriminalität, Sicherheit und Justiz: Jürgen Bock (jbo)

Große Geschichte liegt in der Luft, wenn im Stuttgarter Auktionshaus Eppli am Samstag eine ganz besondere Auktion beginnt. Es kommen unter anderem fünf Positionen mit wertvollen Gegenständen aus dem Nachlass Konrad Adenauers zum Aufruf. Der erste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland hätte in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag gefeiert. Die Startpreise samt Aufgeld liegen für die fünf Lose insgesamt bei über 25.000 Euro.

 

Doch wie kommen Teile von Adenauers Nachlass ausgerechnet nach Stuttgart? Anders als der erste Bundespräsident Theodor Heuss, in dessen ehemaligem Wohnhaus im Feuerbacher Weg sich heute ein Museum befindet, hatte der erste Bundeskanzler keine spezielle Verbindung zur Landeshauptstadt Baden-Württembergs. Er hatte seinen Lebensmittelpunkt im Rheinland.

Doch wie es in prominenten Kreisen so ist: Vieles läuft über Kontakte und Empfehlungen. „Eppli hatte bereits im Herbst 2020 mehrere Stücke aus dem Besitz von Konrad Adenauer im Rahmen einer Auktion angeboten – darunter Boccia-Kugeln sowie eine Flasche Portwein aus dem Geburtsjahr Adenauers, die er von General Franco zu seinem 90. Geburtstag erhalten hatte“, sagt Eppli-Sprecherin Christine Bodon. Damals war ein Erlös von rund 60.000 Euro zusammengekommen.

„Eppli hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche prominente Nachlässe betreut. Über eine persönliche Empfehlung kam auch der aktuelle Einlieferer – ein Enkel von Konrad Adenauer, der anonym bleiben will – auf Eppli zu“, so die Sprecherin. Die angebotenen Objekte stammen aus dem Besitz des 2020 verstorbenen jüngsten Sohnes von Konrad Adenauer, Georg Adenauer. Bereits 2020 seien über diesen Kontakt erste Stücke versteigert worden. „Aus diesem Kontakt ergibt sich auch die jetzige Einlieferung“, sagt Christine Bodon.

Ein Brieföffner als Höhepunkt der Auktion

Zum Aufruf kommen jetzt einige recht ungewöhnliche Stücke. Als Höhepunkt der Auktion gilt ein prunkvoller Brieföffner aus Gelbgold und mit Saphirbesatz. Der Startpreis liegt bei 14.000 Euro. „Man mag sich kaum vorstellen, welche zeithistorisch bedeutsamen Dokumente mit dieser Klinge geöffnet wurden“, sagt Geschäftsführer Ferdinand B. Eppli. Staatspost aus Washington, London oder Paris? Eine Einladung zum Staatsempfang?

Versteigert werden außerdem wertvolle Manschettenknöpfe, Goldmedaillen, Gedenkmünzen – und ein abgegriffener Roman. Wie der in die Reihe passt? Das Taschenbuch „Tod in den Wolken“ von Agatha Christie bezeugt die große Leidenschaft des ersten Bundeskanzlers für klassische englische Detektivliteratur. Es stammt aus seiner Privatbibliothek, trägt deutliche Gebrauchsspuren und ist signiert. Ein Startpreis für dieses sehr persönliche Stück ist nicht festgelegt.

Die goldenen Manschettenknöpfe hat Adenauer wohl bei diversen gesellschaftlichen Anlässen getragen. Foto: Eppli

Wer sich nun fragt, ob der Nachlass Konrad Adenauers künftig ausschließlich in privaten Sammlerhänden liegt, darf beruhigt sein. Einige Objekte aus seinem Besitz sind bereits an museale Einrichtungen übergeben worden, damit sie für die Allgemeinheit zugänglich bleiben. So kümmert sich eine Stiftung um das ehemalige Wohnhaus in Rhöndorf sowie das Konrad-Adenauer-Forum in Berlin.

Unter den Hammer kommen an diesem Samstag um 15 Uhr im Eppli-Haus am Marktplatz in Stuttgart aber nicht nur Stücke aus dem Nachlass Adenauers. Versteigert werden zahlreiche Münzen und Besonderheiten wie eine historische Reiseapotheke aus dem 19. Jahrhundert oder eine Husarenfellmütze. Eine Vorbesichtigung ist nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Auf der Internetseite von Eppli bekommt man einen Überblick über alle Objekte und kann weltweit live mitbieten, wenn große Geschichte in der Luft liegt.

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