Ein ernstes Wörtchen vom VfB-Trainer: Lazar Jovanovic muss sich im Spiel gegen Maccabi Tel Aviv Mitte Dezember 2025 von Sebastian Hoeneß öffentliche Kritik gefallen lassen. Foto: IMAGO/Jan Hübner
Mit einer über zwei Monate anhaltenden Verletzung ist von Lazar Jovanovic beim VfB nichts zu sehen. Schafft der 19-Jährige die Kehrtwende – vor allem sportlich?
Seine persönliche Entwicklung will so gar nicht zum bisherigen Saisonverlauf des VfB passen: Während die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß trotz des etwas mageren 2:2 beim FSV Mainz 05 weiterhin mit Platz vier in der Bundesliga glänzt – und sowohl in der Europa League wie auch im DFB-Pokal aussichtsreich mitmischt, erlebt Lazar Jovanovic, Kategorie internationales Toptalent, bislang eine Runde zum Vergessen. Es ist seine erste beim VfB.
Im Sommer für stolze fünf Millionen Euro mit gerade mal 18 Jahren von Roter Stern Belgrad hoffnungsfroh an den Neckar gewechselt, ist von dem Teenager aus Serbien in Stuttgart in 2026 rein gar nichts zu sehen. „Er leidet an einer komplizierten Rückenthematik“, heißt es Woche für Woche von Sebastian Hoeneß, wenn sich der 43-Jährige vor den Matches mit den nicht einsatzfähigen Spielern beschäftigt. Jovanovic, Spitzname „Lucky“, hat also ganz offensichtlich das Glück verlassen.
Noch in der Adventszeit, genau am 19. Dezember 2025, hat sich Jovanovic im Rahmen der Trainingsarbeit beim VfB am Rücken verletzt. Inwieweit sich die Verletzung durch eine individuelle Einheit des Spielers in der Winterpause verschlechtert hat, wie medial kolportiert wurde, ist unklar. Sicher ist, dass die Rückenthematik zunächst unterschätzt wurde. Denn inzwischen ist klar: Jovanovic hat sich an der Wirbelsäule verletzt, einer sehr neuralgischen Stelle des Körpers also. Vorsicht ist da geboten.
Es soll also nichts überstürzt werden, auch wenn der junge Serbe, der als Nicht-EU-Ausländer nicht für die U 21 des VfB in der dritten Liga spielen kann, erst 37 Bundesligaminuten absolviert hat. Hinzu kommen drei (Teil-)Einsätze in der Europa League. Gegen Maccabi Tel Aviv (4:1), seinem Debüt in der Startelf, handelte sich Jovanovic von Hoeneß gleich einen öffentlichen Rüffel ein, was ungewöhnlich ist und zeigt, dass es in der Beziehung zwischen dem Spieler und seinem Chefcoach schon mal knistert. Hoeneß hatte die Defensivleistung von Jovanovic, der einen Vertrag bis 2029 besitzt, vor dem einzigen Gegentor des Abends nicht gefallen.
Milan Jovanovic, Vater des VfB-Profis Lazar, spielte kurz beim FC Liverpool – und absolvierte die meisten Einsätze seiner Karriere für Standard Lüttich. Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel
Generell gilt Jovanovic, dessen Vater Milan unter anderem beim FC Liverpool spielte, als ehrgeiziger, ziemlich ungeduldiger Spieler, der den zweiten vor dem ersten Schritt gehen will. Bis zur Winterpause bekam er wenig Spielzeit. Auch, weil auf seiner Position als Außenstürmer die Konkurrenzsituation besonders groß ist. Doch dieses Problem sollte auf Wunsch des Spielers im Winter über eine Leihe zurück zu Roter Stern Belgrad gelöst werden.
„Wir dürfen nicht vergessen, dass er erst 19 ist. Und damit umso mehr ein Versprechen für die Zukunft. Es gab Überlegungen, ihm zu mehr Spielzeit zu verhelfen“, bestätigte Sebastian Hoeneß entsprechende Planungen im Januar.
Doch da hatte sich die ziemlich konkret vereinbarte Leihe zurück zum Ex-Club bereits zerschlagen. Schuld daran war eben jene Verletzung, die bis heute anhält. Aktuell ist Jovanovic zur Reha für zwei Wochen in Belgrad, da ihm die Nähe zu Freunden, Familie und der Heimat auch mental guttut. Zeitnah wird der 19-Jährige nach Stuttgart zurückkehren. Geplant ist, dass Lazar Jovanovic in rund drei Wochen wieder auf dem Trainingsplatz steht.