Patrick Zirn von der Skizunft Kornwestheim wird von der WSJ in Stuttgart mit dem Victor für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.
Der Victor steht auf dem Tisch vor Patrick Zirn, der sich gerade vom Nachtischbuffet ein paar Leckereien geholt hat. Der Victor ist eine schlanke, schwarze, elegante Trophäe, die engelsgleich zwei Flügel ausbreitet. Victor steht bekanntlich für Sieger und als solcher darf sich auch der Basketballer Patrick Zirn fühlen.
Der junge Mann von der Skizunft Kornwestheim wurde aber nicht für seine Leistungen mit dem organfarbenen Ball ausgezeichnet. Der 27-Jährige erhält an diesem Abend wie neun weitere Menschen den besonderen Preis des Ehrenamtswettbewerbs „Vorbilder des Jahres“ der Württembergischen Sportjugend (WSJ), weil er sich ehrenamtlich in herausragender Form für den Nachwuchs in seinem Sportverein engagiert und einsetzt – seit fast acht Jahren.
Im ansprechenden Ambiente der Sparkassenakademie in Stuttgart wurde diesmal ein besonders Jubiläum gefeiert, denn der Preis wurde zum 20. Mal verliehen. Die WSJ wird von Beginn an vom Sparkassenverband Baden-Württemberg großzügig unterstützt. Am 21. Februar 2006 wurden die ersten Victors überreicht – die damals als große, weiße Porzellanfiguren daherkamen. Inzwischen ist die Statue handlicher.
Patrick Zirn von der Skizunft Kornwestheim überzeugt sechsköpfige Jury der Württembergischen Sportjugend
Schon damals war klar, der Victor ist kein Oscar, aber es steckt ebenfalls jede Menge Wertschätzung hinter der Auszeichnung, und der Preisträger muss davor etwas geleistet haben. Das alles gilt auch für Patrick Zirn, der die sechsköpfige Jury überzeugt hat. „Das ist für mich zusätzliche Motivation für die nächsten Jahre“, sagt er.
Patrick Zirn hat sich aber nicht selbst beworben. Der Wettbewerb sieht vor, dass ein Pate den Kandidaten oder die Kandidatin vorschlägt. 167 Bewerbungen aus dem Ländle sind diesmal eingegangen und der Kornwestheimer schaffte es in die Top Ten. Den Preis überreichte ihm die alte und neue Sportministerin Theresa Schopper mit den Worten: „Wir freuen uns über junge Menschen, die früh den Weg ins Ehrenamt finden. Die Jugend braucht Vorbilder wie Sie“, sagt die langjährige Schirmherrin der Veranstaltung. Zu den weiteren Laudatoren gehörten der frühere Turnweltmeister Eberhard Gienger und Antje Döll, Vizeweltmeisterin und Kapitänin der Frauen Handball-Nationalmannschaft.
Neben dem Victor erhielt Zirn auch noch einen Geldpreis über 1000 Euro. „Man merkt erst, wenn man dann von der Bühne runtergeht, was man da bekommen hat“, sagt Patrick Zirn, der noch immer etwas angefasst vor Freude wirkt.
Sein Pate Klaus Schappke hatte ihn vor einiger Zeit gebeten, sich doch bitte den Abend am 19. Mai frei zu halten. „Da wusste ich noch von nichts“, sagt der Preisträger. Konkret wurde es aber dann, als ein Videoteam der WSJ anrückte, um einen Imagefilm über ihn zu drehen, der dann auch bei der Verleihung zu sehen war.
Zahlenmensch Zirn will als Schiedsrichter weiter aufsteigen
Darin erfuhren die Gäste so einiges über Zirn, der bei einem bekannten Hemdenhersteller als Junior-Controller arbeitet. Doch was hat der Basketballmacher aus Kornwestheim alles zu bieten? Zirn spielt nicht nur für die zweite Mannschaft, er ist seit fast acht Jahren stellvertretender Abteilungsleiter des Basketballclubs – wuchs also schon mit 19 Jahren in den verantwortungsvollen Job hinein. „Das wurde mir quasi in die Wiege gelegt, meine ganze Familie engagiert sich bei der Skizunft“, sagt er. Zudem koordiniert er die U10 bis U18- Jugendmannschaften im Verein, pfeift als Schiedsrichter die Frauen in der 2. Liga, die Männer in der vierten Liga und auch noch in der Jugend-Bundesliga. „Ich bin noch jung und würde auch gerne noch weiter aufsteigen“, sagt er zu seinem Engagement als Unparteiischer. Außerdem vertritt er die Skizunft im Stadtverband Kornwestheim. Noch Fragen?
Er ist einer, der anpackt, das Herbstcamp organisiert und sich auch als Problemlöser versteht. „Ich habe ganz gerne die Fäden in der Hand“, sagt Patrick Zirn, der sich auch als Zahlenmensch outet und mit Vergnügen Excel-Tabellen erstellt. „Von meinem jahrelangen Engagement im Ehrenamt profitiere ich aber auch im Beruf“, sagt Zirn und kann anderen jungen Menschen nur empfehlen, sich ebenfalls zu engagieren. Über allem aber steht der Spaß. Da freut man sich auch über den Oscar Light.