Beim Wet-Festival wird das Sindelfinger Freibad am Samstag wieder zur riesigen Party-Zone. Das Techno-Event bedeutet aber auch Einschränkungen für den Badebetrieb.

Böblingen: Edmund Langner (edi)

Die Veranstalter sprechen von „Bade-Rave des Jahres“ oder „Deutschlands größtem Techno-Open-Air“ – und tatsächlich lockt das Wet-Festival mit rund 15 000 Besuchern jedes Jahr massenweise Techno-Fans ins Freibad Sindelfingen. Am Samstag findet das Elektromusikfestival wieder auf dem Gelände des Badezentrums statt. Auf drei Bühnen treten zahlreiche Größen der Elektromusik-Szene auf, darunter Brutalismus 3000, Charlie Sparks, Deborah De Luca oder das Techno-Kollektiv 999999999.

 

Die von der Münchener Permanent Entertainment GmbH organisierte Veranstaltung ist schon seit Wochen ausverkauft. Das Festival feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. In Sindelfingen findet es zum fünften Mal statt. Ursprünglicher Veranstaltungsort war von 2015 bis 2018 das Gärtringer Freibad. Dort stieß man aber bald an die Kapazitätsgrenze.

Das Bad ist am Wochenende zu, der Hallenbadparkplatz bis Dienstag gesperrt

Der logistische Aufwand dieser Großveranstaltung wirkt sich auf den Badbetrieb aus: Während des Festivals am Samstag und wegen aufwendiger Reinigungs- und Aufräumarbeiten am Sonntag sind Freibad und Hallenbad an beiden Tagen geschlossen. Wie das Badezentrum auf seiner Homepage mitteilt, bleibt darüber hinaus auch der Parkplatz am Hallenbad bis einschließlich 15. Juli gesperrt.

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Bei der Stadt Sindelfingen sieht man darin aber kein großes Problem. „24 Grad – das ist kein Freibadwetter“, verweist Sport- und Bäderamtschef Christian Keipert auf die ihm vorliegende Wetterprognose. Mit Blick auf das Wochenende spricht er von einem erwarteten „Schwachlastbetrieb“ – wobei Wetterdienste für Sonntag durchaus ansteigende Temperaturen vorhersagen.

Schlammschlacht: Im vergangenen Jahr hatte Regenwetter den Untergrund aufgeweicht. Foto: Stefanie Schlecht

Für Keipert liegt der Fokus aber nicht auf der Freibadschließung, sondern darauf, dass man mit dem Wet-Festival ein von einem „hochprofessionellen Veranstalter organisiertes Erfolgsformat“ anbiete, das sich insbesondere an die Jugend richte – eine Zielgruppe, für die es in Sindelfingen sonst praktisch keine Angebote dieser Art gebe. Davon abgesehen bedeute der Rave laut Keipert den einnahmenstärksten Tag des Tages für das Badezentrum. Ein Teil des Eintrittsgelds gehe zudem als Spende an die Jugendbürgerstiftung Sindelfingen.

Dass es zum Wet-Festival auch Kritik gibt, ist den Verantwortlichen im Rathaus bewusst. Deswegen versuche man auch, auf Anwohnerschaft und Badegästen so gut wie möglich zuzugehen. Ein Ärgernis im vergangenen Jahr war beispielsweise, dass wegen des verregneten Sommers der Untergrund aufgeweicht war und das Gras auf der Liegewiese durch Besuchermassen und den Transport von schwerer Bühnentechnik stark gelitten hatte.

„In diesem Punkt haben wir in diesem Jahr gemeinsam mit dem Veranstalter nachgeschärft“, sagt Keipert. Sämtliche Ausrüstung werde per Hand auf das und vom Gelände wieder weg transportiert, außerdem werde man nur noch festgelegte Fahrwege nutzen, um die Belastung für das Gras so gering wie möglich zu halten. Da es zuletzt trocken war und auch für Samstag kein Regen angekündigt ist, dürfte sich dieses Problem aber ohnehin in Grenzen halten. „Die Bedingungen sind perfekt“, sagt Christian Keipert.