Bakecraft in Aidlingen Bankkauffrau wird zur Konditorin – „Man isst heutzutage zu viel Kruscht“

, aktualisiert am 08.05.2026 - 11:58 Uhr
Nathalie Hutfles macht hochwertige und aufwendige Macarons und Cookies von Hand in ihrer neuen Manufaktur in Aidlingen. Foto: Stefanie Schlecht

Genuss im Miniaturformat: Nathalie Hutfles hat ihre Backmanufaktur Bakecraft gegründet und schafft dort Feines für auf die Hand. Ihr Anspruch? Perfektion.

Böblingen: Leonie Schüler (lem)

Die ersten Macarons, die Nathalie Hutfles gebacken hat, waren eine Katastrophe. „Ich saß heulend in der Küche“, erinnert sie sich. Heute kann die 33-Jährige darüber lachen, aber damals verzweifelte sie an den gefüllten, doppelstöckigen Keksen, die sie als die Diven unter den Gebäckstücken bezeichnet.

 

Hinzuschmeißen kam für die Selfmade-Konditorin nicht infrage, stattdessen experimentierte sie zwei Jahre lang, „bis ich es perfekt hingekriegt habe“. Diesen Anspruch hat sie bis heute an ihre Macarons, Cookies, Cupcakes und Motivkekse, die sie inzwischen nicht mehr in ihrer heimischen Küche, sondern in ihrem neu gegründeten Business Bakecraft in Aidlingen backt.

Zum Muttertag hat sich Nathalie Hutfles Macarons mit Herzmotiv ausgedacht. Foto: Bakecraft

Nathalie Hutfles gründet Bakecraft in Aidlingen: Die Konditorin macht alles von Hand

Die zierliche Frau mit dem Strahlen im Gesicht ist Perfektionistin durch und durch, jedes Detail muss stimmen. Selbst ihr Mann Steffen bekommt neue Kreationen erst dann zum Probieren, wenn sie in ihren Augen fehlerfrei sind. Heute hat sie 16 Macarons- und vier Cookiesorten im Angebot, die sie deutschlandweit gekühlt versendet; Cupcakes und Macarontörtchen liefert sie im Umkreis aus, ebenso Motivkekse, die sie mit einem Lebensmitteldrucker mit Firmenlogos oder anderen Motiven nach Kundenwunsch bedruckt.

Was macht ihre Backkreationen, die sie mit dem Label „Handgefertigt in Aidlingen“ versieht, aus? Zum einen sind da die Macarons-Füllungen, die bei ihr dicker als üblich ausfallen – fast alle Macarons haben einen Kern. Auch die Cookies quellen über, sobald Hutfles einen aufschneidet; je nach Sorte tropfen flüssige Schokolade, Karamell oder Kirschmarmelade heraus.

Bakecraft in Aidlingen – Arbeiten ohne Konservierungsstoffe

Kreiert sie für Firmenfeiern – wie zuletzt die Beauty Fashion Night im Breuningerland Sindelfingen – aufwendige Macarons-Törtchen oder Cupcakes, werden aus den kleinen Leckereien regelrechte Kunstwerke mit Blütenverzierungen, Engelshaar oder Goldstaub.

Alle Füllungen, ob Macadamiacreme, Karamell oder Nougat, macht Hutfles selbst. „Alles ist von A bis Z von Hand gemacht“, sagt sie und erzählt von vielen kleinteiligen Arbeitsschritten, bis die Gebäckstücke fertig sind. Sie betont, dass sie ohne Aromen, Zusatz- oder Konservierungsstoffe arbeite und hochwertige Zutaten verwende, schließlich „isst man heutzutage zu viel Kruscht“. Lebensmittelfarbe komme nur in die knalligfarbenen Schalen der Macarons, alles andere sei „komplett natürlich“.

Nathalie Hutfles Traum von der Selbstständigkeit

Ihren Schritt in die Selbstständigkeit hat Nathalie Hutfles, die in Böblingen geboren und aufgewachsen ist, lange vorbereitet. Eigentlich ist sie gelernte Bankkauffrau, hat einige Jahre in Maschinenbauunternehmen gearbeitet. Der Job war in Ordnung, „aber ich wollte etwas machen, was mich erfüllt, was von Herzen kommt“, sagt sie. Außerdem habe sie das Unternehmer-Gen in sich: Auch ihr Vater gründete einst seine eigene Firma.

Dass sich ihr Business rund ums Backen drehen wird, war Hutfles von Anfang an klar. Schon immer liebte sie es, Teige zu rühren, Torten zu schichten und aufwendig zu verzieren. „Kochen und Backen beruhigt mich.“ Sie zeigt das Foto einer Rentiertorte, die sie vor einigen Jahren ihrer Familie zu Weihnachten backte – zehnstöckig, mit roter Nase und Geweih. „Vielleicht hab’ ich es ein bisschen übertrieben“, sagt sie und lacht. Das Schönste sei für sie, wenn anderen ihr Gebackenes schmecke. „Ich liebe es, andere glücklich zu machen.“ Und worüber gelinge das besser als übers Essen und Genießen, „das schafft Erinnerungen“.

Über den Onlineshop verkauft Bakecraft deutschlandweit

Nebenberuflich machte sie eine Zusatzqualifikation als Konditorin, kündigte vor einem halben Jahr ihren Job und gründete Bakecraft. Zunächst galt es, viele Formalitäten zu regeln, eine Homepage zu schaffen, passendes Versandmaterial zu finden, Beilegekarten zu kreieren, sich mit Social Media vertraut zu machen und die Produktionsstätte in Aidlingen auszustatten. „Man glaubt gar nicht, an was man bei einer Firmengründung alles denken muss“, sagt sie.

An Neujahr 2026 startete sie ihren Onlineshop. Einen Thekenverkauf in ihrer Backstube öffnet sie von 8. Mai an immer freitags. Auch Workshops möchte sie bald ins Leben rufen und ihr Wissen weitergeben.

Am Ende ihrer Ideen ist sie noch nicht. In der Region eine Marke zu werden, Mitarbeiter anzustellen, davon träumt sie. Den Genuss, den sie damit unter die Leute bringen möchte, vergisst sie selbst dabei nie. „Ich lege mir beim Backen immer was zur Seite“, sagt sie und grinst.

Die Verkaufsstellen

Thekenverkauf
Außer dem Onlineversand bietet Nathalie Hutfles einen Thekenverkauf an ihrer Produktionsstätte in Aidlingen, Forchenweg 17, an. Vom 8. Mai an findet dieser immer freitags von 12 bis 18 Uhr statt – nach Vorbestellung ebenso wie für Spontankäufer.

Pop-Up-Stand
Am Samstag, 9. Mai, ist Nathalie Hutfles mit Bakecraft im Breuningerland Sindelfingen von 10.30 bis 18 Uhr mit einem Pop-Up-Stand im EG 2 anzutreffen. Sie verkauft spezielle Muttertagskreationen.

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