Basketball Landesliga Coach Tokas wettert gegen „unfaire Gegner“
Die Niederlage des SV Leonberg/Eltingen beim Tabellenletzten wird von Unsportlichkeiten überschattet. Der TSV Malmsheim schließt wieder zum Tabellenführer auf.
Die Niederlage des SV Leonberg/Eltingen beim Tabellenletzten wird von Unsportlichkeiten überschattet. Der TSV Malmsheim schließt wieder zum Tabellenführer auf.
Trainer Niko Tokas war stinksauer. Vorrangig aber nicht auf seine Basketballer vom SV Leonberg/Eltingen, die am Sonntag beim bis dato Tabellenletzten der Landesliga BG Tamm/Bietigheim II überraschend mit 89:94 unterlagen. Nach einer 52:36-Halbzeitführung entglitt dem SV das Spiel vollkommen. Die sportlichen Gründe lagen für Tokas vor allem in der Defensive, die gegen das Schlusslicht knapp 30 Punkte nach der Pause kassierte.
Die Gegner erhielten von Tokas Glückwünsche für die Aufholjagd, aber auch harsche Kritik für das unsportliche Verhalten. Der SV-Trainer nahm seine Spieler in Schutz, die sich teils wüsteste Beleidigungen der Gegenspieler gefallen lassen mussten.
„Als hätten diese Jungs keine Erziehung genossen, das geht nicht. Aber da muss man als erfahrene, bessere Mannschaft drüberstehen, diese Dinge nach dem Spiel klären und nicht zulassen, dass man auch noch eine Niederlage davonträgt“, wetterte Tokas.
Seine Mannschaft um Jochen Mikait (33 Punkte) ließ sich durch die Gegner massiv aus dem Rhythmus bringen, den sie in der ersten Halbzeit noch gezeigt hatte. Tokas berichtete, es wurden Familien und Verletzungen seiner Spieler aufs Korn genommen, was er scharf kritisierte: „Das hat in diesem Sport nichts verloren.“ Tokas forderte von seinen Spielern, ihre Emotionen zu kontrollieren und auf die Provokationen mit sportlicher Leistung zu reagieren. „Das ist leichter gesagt als getan“, gab er zu.
Liga-Konkurrent TSV Malmsheim setzte sich parallel mit 88:77 beim TV Obertürkheim durch. Den erwartet körperbetont spielenden Gegner hatten die Gäste um Luis Müller (22 Punkte) gut im Griff. Dabei half auch Ben Diehl, der mit fünf Dreipunktewürfen immer wieder die Aufholversuche der Gastgeber erstickte.
Dies war ihm bereits im vorherigen Spiel gegen den TSV Kupferzell gelungen, seit Jahresbeginn traf Diehl in jedem Spiel mindestens zweimal aus der Distanz. „Er ist von der Dreierlinie eine Bank“, lobte Trainer Manuel Martinez. Durch die Niederlage von Tabellenführer TV Nellingen in Schwäbisch Gmünd ist Malmsheim nun wieder punktgleich mit dem Ersten.
Weniger erfolgreich waren die Frauen des TSV Malmsheim, die beim Tabellenführer USC Heidelberg II mit 58:75 verloren. Der Start misslang völlig, nach sechs Minuten stand es 0:22 gegen den TSV. „Die Schnelligkeit, das Umschaltspiel und die Härte“, stellte Coach Lisa Bonds als die größten Punkte der Heidelberger Überlegenheit heraus.
Die Gäste um Katharina Greb (22 Punkte) fanden im weiteren Verlauf deutlich besser ins Spiel, Trainerin Bonds betonte, dass die Gastgeber nicht zurückschalteten, sondern die eigene Mannschaft besser wurde. Sie blieb trotz der Niederlage positiv: „Wir konnten 32 Minuten zeigen, dass wir mit Heidelberg mithalten konnten.“ Vor allem verglichen mit der deutlichen Klatsche im Hinspiel sah Bonds eine Steigerung im Team, auch die Moral habe nicht unter der Pleite gelitten.