Aufgeschoben bedeutet im Fall des MTV aber nicht aufgehoben. In der am kommenden Wochenende beginnenden neuen Punkterunde könnte das Aufstiegsthema durchaus erneut auf die Agenda geraten. „Wenn wir im November unter den besten drei Mannschaften stehen sollten, dann werden wir das Gespräch mit dem Hauptverein und mit Sponsoren suchen und ganz genau schauen, was eventuell für uns machbar ist“, sagt Fesatidis. Das sportliche Ziel ist jedenfalls der Einzug in die neu eingeführten Play-offs. In diese schaffen es nach den 28 Hauptrundenspieltagen die Teams auf den Rängen eins bis vier. In einem Halbfinale und Finale wird dann im Modus „Best of three“ die Mannschaft mit sportlichem Aufstiegsrecht ermittelt.
„Die ersten vier sind für uns ein realistischen Ziel, wobei ich vor allem Gießen und den TV Langen ebenfalls auf der Rechnung habe“, sagt Fesatidis. Zulegen will er mit den Seinen zuvorderst in der Defensivarbeit. In der vergangenen Saison kassierten die Stuttgarter im Schnitt knapp 74 gegnerische Zähler pro Spiel, nach Ansicht des Coaches eindeutig zu viel. Eine Verbesserung dieser Marke soll auch ohne den bisherigen Kapitän und das „Verteidigungsmonster“ Alexander Komitakis gelingen. Letzterer hat nach 17 Jahren in der ersten Mannschaft seine Karriere beendet.
Schlüsselrolle für die Jungen?
Die neuen Hoffnungsträger auf eine rosige Zukunft sind gleich sieben Talente der Geburtsjahrgänge 2007 und 2008, die aus der eigenen Jugend aufrücken und zum Teil schon in der vorigen Meisterschaftsserie Spielzeit in der Regionalliga bekommen haben. „Es wird definitiv nicht so sein, dass allein unsere neun erfahrenen Spieler sich die Einsatz-Rotation teilen und die sieben Jungen nur auf der Bank sitzen. Da sind mehrere dabei, denen ich auf Anhieb eine Schlüsselrolle zutraue“, sagt Fesatidis. Das komplette Youngster-Septett hat im Juni mit den U-19-Junioren des MTV Stuttgart die Qualifikation für die Nachwuchs-Bundesliga (NBBL) verpasst und darf sich nun stattdessen bei den Männern in der Oberliga und der Regionalliga versuchen.
Seine vierte Saison im Stuttgarter Trikot bestreitet der 34-jährige Grieche Vasileios Lampropoulos, der in seiner bisherigen MTV-Zeit stets zu den fünf besten Korbjägern der Regionalliga Südwest gehörte. 2022/23 führte er diese Rangliste mit im Schnitt 25,7 Punkten pro Spiel sogar an. „Er bleibt unser wichtigster Scorer, aber wir wollen uns im Angriff noch variabler und noch breiter aufstellen als schon in der vergangenen Saison“, sagt Fesatidis.
Das Auftaktspiel bestreitet sein Team am Samstag (19.30 Uhr) beim mit schwerstmöglichen Gegner. Die Reise führt zum erwähnten amtierenden Meister, den College-Wizards des KIT SC Karlsruhe.
Eckdaten
Zugänge
Fekre Abraha (BG Tamm/Bietigheim), Noah Popescu (SZ Kornwestheim/Junioren-Bundesliga).
Abgänge
Alexander Komitakis (Karriereende).
Kader
Point Guard:Fekre Abraha, Alois Mounier, Hugo Mounier, Theodosis Naisidis; Shooting Guard: Vasileios Lampropoulos, Milan Papic; Small Forward: Christian Gundlach, Jose Jimenez, Alex Kranz, Luka Milovac, Noah Popescu; Power Forward: Ruben Leidel, Paolo Tosi; Center: Marko Josipovic, Quentin Kunst, Marko Lavric.
Trainer
Anestis Fesatidis (seit Juli 2019).
Spielstätte
Sporthalle West, Bebelstraße 24, 70193 Stuttgart.
Saisonziel
Erreichen der Play-offs; ein Platz unter den Top vier (Platzierung vergangene Saison: 5.).
Meistertipp
Gießen Pointers.