Basketball: SV Fellbach Wieder aus dem Dornröschenschlaf wecken
Der SV Fellbach bietet mit Unterstützung des TV Oeffingen und des TSV Schmiden Basketball für Mädchen von fünf bis elf Jahren an. Das Interesse ist groß.
Der SV Fellbach bietet mit Unterstützung des TV Oeffingen und des TSV Schmiden Basketball für Mädchen von fünf bis elf Jahren an. Das Interesse ist groß.
Es ist lange her. Am 22. März 2014 hat letztmalig ein Frauen-Basketball-Team des SV Fellbach ein Ligaspiel bestritten. Der Gegner in der Zweiten Bundesliga hieß damals TSV Viernheim. Für die SVF-Korbjägerinnen um die Trainerin Iuliana Miulescu hatte das Spiel indes keine Bedeutung mehr. Der Abstieg in die Regionalliga war längst beschlossene Sache. Dass der damalige Abteilungsleiter Giuseppe Costanzo fast genau vier Monate später das Team mangels Spielerinnen vom Spielbetrieb würde zurückziehen müssen, hatte damals noch keiner geahnt. Der Rückzug war gleichbedeutend mit dem Aus des Frauenbasketballs in Fellbach, nachdem der zweite Verbund schon vier Jahre zuvor aufgelöst worden war und es in der Jugend keinen Unterbau gegeben hatte. Seither war Basketball beim SVF Männersport.
Das soll sich nun aber wieder ändern. Im vergangenen Frühjahr hat der umtriebige Abteilungsleiter Andreas Tsiminos begonnen, seine Fühler nach spielfreudigen Mädchen auszustrecken – mit großer Unterstützung zunächst des TV Oeffingen, der auch die Trainingshalle zur Verfügung gestellt hat. Was mit vier Interessierten begann, hat inzwischen einen echten Hype ausgelöst. Bis zu 19 Mädchen im Alter von fünf bis elf Jahren – Anfänger wie Fortgeschrittene – tummeln sich derzeit mittwochs im Training, das Andreas Tsiminos gemeinsam mit Tyseem Lyles aus dem Kader der ersten Mannschaft leitet. Auch am Spielbetrieb nimmt bereits ein U-10-Team teil. „Die Nachfrage ist groß. Auch aus umliegenden Vereinen kommen immer wieder Mädchen vorbei“, sagt Andreas Tsiminos. Wie Luna aus Rommelshausen. Bisher hat die Neunjährige mit Jungs beim VfL Waiblingen gespielt. „Langsam werden die körperlichen Unterschiede aber einfach zu groß“, sagt ihre Mutter, die deshalb über das Angebot der Fellbacher Basketball-Abteilung – die geschlechterübergreifend auch acht Schul-AGs anbietet – sehr froh ist. Ihre Tochter sei vom Training total begeistert, „weil die ganzen Grundlagen erklärt und geübt werden“. Und die Viertklässlerin genieße es, dass nur Mädchen da sind.
Weil die kleine Übungshalle fast aus allen Nähten platzt, hat Andreas Tsiminos nun auch vom TSV Schmiden, dem anderen Kooperationspartner, eine weitere Hallenzeit angeboten bekommen – freitags in dessen Sportforum. „Darüber freuen wir uns natürlich sehr“, sagt Andreas Tsiminos, der die Mädchen unbedingt im Verein halten will. Allerdings ist dort das Problem das gleiche wie in Oeffingen: Es gibt keine höhenverstellbaren Körbe, weshalb viele der Mädchen den Ball kaum einmal in den für sie viel zu hoch hängenden Korb treffen. Diese gibt es einzig in der Fellbacher Gäuäckerhalle II, in der es aber eben keine freien Trainingskapazitäten gibt.
Entmutigen lassen wollen sich der Abteilungsleiter und seine Mitstreiter davon freilich nicht. Sie wollen das Frauen-Basketball wieder aus dem Dornröschenschlaf wecken, damit Basketball in Fellbach nicht länger nur reiner Männersport bleibt. Aktuell fokussieren sich aber erst einmal auf die Altersklassen U10 und U12.
Interessierte Mädchen im Alter von fünf bis elf Jahren können mittwochs von 16 bis 17 Uhr zwanglos und unverbindlich im Training in der Sporthalle 2/Gymnastikhalle (Albert-Eise-Weg 3 in Oeffingen) vorbeischauen. Weitere Informationen gibt es bei Andreas Tsiminos unter der Mailadresse jugend@flashers.de