Die Murrbrücke zwischen Marbach und Murr vor dem Abzweig nach Benningen ist marode und soll deshalb erneuert werden. Foto: Werner Kuhnle
Die Brücke auf der Straße zwischen Marbach und Murr wird ab Ende Juli erneuert. In den großen Ferien werden Busse aus dem Bottwartal wohl nicht zum gewohnten Bahnhof fahren können.
Christian Kempf
07.05.2026 - 12:05 Uhr
Seit einigen Tagen und voraussichtlich bis Ende August ist die Marktstraße in Steinheim wegen Arbeiten am Leitungsnetz gesperrt. Die Auswirkungen sind schon deutlich auf der Landesstraße 1100 zwischen Marbach und Murr zu spüren, wo sich ein Teil des Verkehrs hinverlagert hat. Das dürfte aber nur ein kleiner Vorgeschmack sein auf das, was im Sommer blüht. Von Ende Juli an bis Mitte Oktober wird zusätzlich die L1100 selbst von der Oehlerkreuzung bis zum Abzweig nach Benningen für Autos, Lastwagen und Co. tabu sein, weil die dazwischen liegende Murrbrücke erneuert wird. Auf teils umständliche Umwege müssen sich dann auch Pendler einrichten, die mit dem ÖPNV zwischen Marbach und dem Bottwartal unterwegs sind.
Zwar will der Landkreis eine provisorische Spur parallel zur L1100 vorbei an der Kläranlage einrichten, um Busse auf kurzem Weg um die Baustelle herumzulotsen. Und die Arbeiten daran sollen auch bereits Anfang Juni beginnen und bis zum 29. Juli abgeschlossen sein. Gleichwohl werde eine Durchfahrt auf dieser Trasse bis nach Marbach mit Beginn der Sommerferien noch nicht möglich sein, stellt Andreas Fritz klar. Denn gleichzeitig werde auch die Oehlerkreuzung umgestaltet, die sich nur wenige hundert Meter von der Brücke entfernt unterhalb von Marbach auf der Landesstraße befindet, erläutert der Pressesprecher des Landratsamts.
Planer suchen nach passenden Ausweichrouten
Die Busspur soll rechts an der Kläranlage vorbeiführen und größtenteils auf dem bestehenden Wegenetz angelegt werden. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)
Auf der Parallelstrecke könnten in den großen Ferien lediglich Baustellenfahrzeuge unterwegs sein. Außerdem sei die Andienung der Kläranlage und der biologischen Behandlungsanlage direkt daneben gesichert. Anlieger könnten so außerdem zu ihren Grundstücken gelangen.
Die große Frage ist damit, auf welche Routen in dieser Zeit die Busse ausweichen können. Darüber zerbrechen sich offenbar auch die Fachleute noch den Kopf. „Die Verkehrsplaner sind derzeit damit beschäftigt, die Alternativrouten zu planen“, sagt Andreas Fritz - und deutet an, dass diese Aufgabe recht verzwickt ist.
Die Umleitungsstrecken müssten sich an den unterschiedlichen Bauphasen an der Murrbrücke, der Oehlerkreuzung und der Marktstraße in Steinheim orientieren. „Als besondere Herausforderung erweist sich dabei, dass die Marktstraße in Steinheim in den Sommerferien zeitgleich gesperrt ist“, betont Fritz. Ein Punkt, der auch der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat in Marbach sauer aufgestoßen ist. Entsprechend kritisiert wurde das Regierungspräsidium Stuttgart dafür, im gleichen Zeitfenster die Erneuerung der Murrbrücke und den Ausbau der Oehlerkreuzung in Angriff zu nehmen. Für die Busse aus dem Bottwartal hat das jedenfalls zur Konsequenz, dass sie „voraussichtlich nach Benningen oder Freiberg am Neckar umgeleitet werden, wo ein Umstieg zur S-Bahn möglich ist“, wie Andreas Fritz erläutert.
Besser sieht es nach den Sommerferien aus. Es sei vorgesehen, dass das Provisorium dann von den Bussen unter die Räder genommen werden kann, die zum Marbacher Friedrich-Schiller-Gymnasium unterwegs sind, berichtet der Kreishaus-Sprecher. Soweit erforderlich, dürfe von da an zudem der Linienverkehr die Spezialspur nutzen.
Eine Ampel wird nicht installiert
Der Landratsamtssprecher Andreas Fritz erklärt, dass die Busse wahrscheinlich nach Benningen oder Freiberg umgeleitet werden. Foto: Archiv (Aksel Özdemir)
Besagte Spur verläuft hauptsächlich auf bestehenden Rad- und Feldwegen, beginnt kurz vor der Murrbrücke und soll vor dem Steinbruchtunnel auf die Straße zwischen Pleidelsheim und Steinheim stoßen. Hier wartet schon die nächste Herausforderung auf die Planer. Kurzfristig lasse sich am Einmündungsbereich der Busse keine Ampelanlage einrichten, konstatiert Andreas Fritz. Voraussetzung dafür wäre, die Schaltung mit der Ampel an der Kreuzung Bergkelter zu koordinieren, die nur einen Steinwurf entfernt in Richtung Pleidelsheim und Murr liegt. Das sei für das Provisorium „nicht machbar“.
Aus Gründen der Verkehrssicherheit werde daher am Provisorium gelten, dass die Einfahrt aus Richtung Bergkeltertunnel erfolgt und die Ausfahrt in Richtung Tunnel Steinbruch. Kurz gesagt werde es heißen: „rechts rein, rechts raus“.