Seit einem Jahr laufen die Arbeiten am Breuninger-Parkhaus im Bohnenviertel. Für den Bau des neuen Mobility-Hub und des Hauses für Film und Medien wurde eine Fahrspur der Hauptstätter Straße (B 14) gesperrt, der Verkehr wird über die enge Esslinger Straße umgeleitet. Seitdem ist das innerstädtische Quartier schwerer erreichbar und unattraktiver. Vor allem die dort ansässigen Händler – manches Traditionsgeschäft besteht gar seit mehr als 200 Jahren – klagen seitdem über erhebliche Umsatzeinbußen. Einige denken sogar darüber nach aufzugeben. So weit muss es nach Ansicht der FDP nicht kommen. Die Fraktion fordert in einem Antrag an die Stadt eine neue Parkregelung für das Stuttgarter Bohnenviertel.
Fehlende Parkplätze halten Kunden fern
Denn die fehlenden Parkmöglichkeiten seien eines der großen Probleme seit dem Beginn der Baumaßnahmen, hat Friedrich Haag (FDP) aus Gesprächen vor Ort herausgehört. Vor allem Kunden, die einen größeren Einkauf tätigen wollten, scheuten den Weg ins Bohnenviertel derzeit. „Es wäre eine erste sichtbare Maßnahme der Stadt, die vielfältige Gastronomie und den Handel im Bohnenviertel zu unterstützen“, sagt Haag. Bereits im Sommer hatte der Bezirksbeirat Mitte einen Zehn-Punkte-Plan erstellt. Dieser habe zwar Gehör bei der Verwaltung gefunden, umgesetzt worden seien die Vorschläge bisher aber nicht. Die neue Parkregelung sei aus Sicht der FDP indes leicht und vor allem auch schnell umsetzbar.
Eine Stunde kostenlos von 8 bis 20 Uhr
Die Liberalen orientieren sich dabei auch an der seit Jahren erfolgreich praktizierten Parkregelung in den Außenbezirken. Dort ist an vielen Stellen die erste halbe Stunde Parken kostenlos. Die „Brötchentaste“ erfreut sich großer Beliebtheit. Eine vergleichbare Regelung soll laut FDP nun auch im Bohnenviertel von 8 bis 20 Uhr eingeführt werden. Aber nicht für nur 30 Minuten, das freie Parken in den angrenzenden Straßen rund um die Breuninger-Baustelle soll für eine Stunde möglich sein, „weil die Wege doch manchmal etwas länger sein können“, begründet Haag. Eine unbegrenzte Dauer komme nicht in Frage, um Missbrauch zu vermeiden. Zum Beispiel, wenn Besucher die Stunde nutzen würden, um in der Innenstadt einzukaufen oder auszugehen.
Mit der neuen Parkregelung wollen die Liberalen im Gemeinderat den Gastronomie- und Einzelhandelsbetrieben wieder mehr Sichtbarkeit und Erreichbarkeit bieten, und den Kunden neue Anreize bieten, ins Bohnenviertel zu kommen. Zunächst soll die kostenlose Parkstunde bis zum Ende der kompletten Bautätigkeit gelten. Die könnte sich bis 2029 hinziehen.