Baustellen in Böblingen Umbau der Calwer Straße soll im Frühjahr beginnen

Die Calwer Straße vor dem Flugfeldklinikum wird über mehrere Monate hinweg umgebaut. Foto: Eibner-Pressefoto/Roger Buerke

Der Anspruch an die Straße ändert sich deutlich: Sie ist künftig zentral für alle, die das neue Flugfeldklinikum erreichen wollen – ob Notarzt oder Klinikbesucher.

Böblingen: Anke Kumbier (ank)

Die nächste große Baustelle steht in Böblingen auf der To-do-Liste: der Umbau der Calwer Straße zwischen Plana-Kreuzung und Johann-Schütte-Straße, Höhe Waschanlage. Die Arbeiten beginnen frühestens im März und dauern voraussichtlich mehr als ein Jahr. Der Umbau soll die Zugänglichkeit des neuen Klinikums auf dem Flugfeld gewährleisten.

 

Denn wenn das Krankenhaus eröffnet, muss der komplette Straßenraum andere Voraussetzungen erfüllen als bisher. Rettungswagen und Notarztfahrzeuge müssen die Klinik schnell verlassen und erreichen, Lieferanten brauchen einen Zugang und zahlreiche Angehörige und Freunde werden per Auto, Bus, Rad oder zu Fuß kommen, um Patienten zu besuchen.

Was in der Calwer Straße geplant ist

Sie alle sollen auf der dann neu gestalteten Calwer Straße ihren Platz finden und zum Krankenhaus gelangen können. Zentrale Ziele der Planung waren deshalb laut Böblinger Stadtverwaltung: eine schnelle und zuverlässige Erreichbarkeit des Klinikums zu gewährleisten, die Zufahrt der Rettungswagen in die sogenannte Liegendkrankenaufnahme zu jeder Zeit sicherzustellen und die Klinik für alle erreichbar zu machen – egal mit welchem Verkehrsmittel.

Zwischen Flugfeld-Allee und Johann-Schütte-Straße sind insgesamt vier Zu- beziehungsweise Ausfahrten für Fahrzeuge geplant. Eine davon ist die Zufahrt zum Parkhaus am neuen Hochpunkt. Vor dem Haupteingang der Flugfeldklinik sollen zwei barrierefreie Bushaltestellen gebaut werden. Der Rad- und Fußweg auf der Nordseite, also der Seite, auf der die Klinik steht, bleibt.

Deutlich ändern werden sich die Fahrbahnen. Bislang ist die Calwer Straße im Abschnitt zwischen Plana-Kreuzung und Johann-Schütte-Straße vierspurig mit zwei Fahrstreifen in beide Richtungen. Nach dem Umbau steht für Autofahrer stadtauswärts und stadteinwärts größtenteils jeweils nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung. Ein Umstand, der von manchen immer wieder kritisch angeprangert wird aus Sorge vor Staus.

Straße soll grün bleiben

Dafür wird die Busspur, die stadteinwärts führt, verlängert. Sie ist – wie ihr Name sagt – für Busse reserviert. Einzige Ausnahme: Einsatzfahrzeuge, beispielsweise Rettungswagen, die mit Blaulicht unterwegs sind. Der existierende Grünstreifen in der Mitte wird teilweise zurückgebaut, an anderer Stelle aber auch mit „klimaresistenten“ Baumarten neu bepflanzt. Überhaupt hat die Stadt Böblingen bei der Planung Wert auf Begrünung und den Erhalt der bereits existierenden, großen Bäume gelegt. Sie spenden Schatten und kühlen im Sommer.

Der Variante, die nun beschlossen ist und umgesetzt werden soll, geht eine längere Findungsphase voraus. Zunächst war ein vierstreifiger, dann ein dreistreifiger Ausbau im Gespräch. Schlussendlich wurde es eine Kombination aus beidem. An der Planung beteiligt waren die Stadt Böblingen und der Landkreis. Die Planungshoheit liegt bei der Stadt, weil die Calwer Straße auf ihrer Gemarkung liegt. Der Kreis hatte mitzureden, weil er die Verantwortung für den Bau des Klinikums trägt und somit die Umgestaltung der Straße notwendig macht.

Kosten von circa 11,5 Millionen Euro erwartet

Die Arbeiten zählen als sogenannte Umfeldmaßnahme des Klinikums, weshalb der Kreis den Löwenanteil der Kosten trägt. Die Böblinger Stadtverwaltung rechnet mit Gesamtkosten von circa 11,5 Millionen Euro. Der Kreis zahlt circa 10,28 Millionen Euro, die Stadt Böblingen 1,19 Millionen Euro. Im Sommer 2024 waren sich Stadt und Kreis noch uneins darüber, wer die höheren Kosten für mehr Klimaschutz – unter anderem Bewässerung und Erhalt der alten Bäume – bezahlt. Offensichtlich wurde eine Einigung gefunden.

Für die Baumaßnahme hat die Stadt Fördermittel in Höhe von 4,56 Millionen Euro beantragt. Aus dem Programm „Natürlicher Klimaschutz für Kommunen“ wurden demnach bereits 1,2 Millionen Euro bewilligt. Eine Förderzusage für die restlichen circa 3,3 Millionen Euro, die den Straßenbau betreffen, steht noch aus.

Der Umbau der Calwer Straße beginnt laut Stadtsprecher Gianluca Biela frühestens am 2. März. Das genaue Datum wird noch kommuniziert. Bevor die Arbeiten starten können, muss demnach der Ausbau der Fernwärme in der Hanns-Klemm-Straße abgeschlossen sein. Denn während der Bauphase in der Calwer Straße soll der Verkehr über die Hanns-Klemm-Straße und die Heinkelstraße umgeleitet werden. Der Umbau dauert voraussichtlich bis Sommer 2027.

Radwege in der Calwer Straße

Radweg eins
Ein Thema, das während der Oberbürgermeisterwahl in Böblingen immer wieder bemängelt wurde, ist die Verkehrsführung in der Calwer Straße. Im Zentrum der Kritik stand bei vielen der Radweg auf Höhe der Arbeitsagentur, dem 2020 eine Fahrbahn für Autos weichen musste. In der Folge stauten sich die Autos, die Stadt justierte nach, baute den Radweg teilweise zurück und verlängerte die Rechtsabbiegespur in die Talstraße.

Radweg zwei
Im Bereich der Calwer Straße, der jetzt umgestaltet wird, gibt es nicht nur auf der Nord-, sondern auch auf der Südseite am Aischbach einen Fuß- und Radweg. Offenbar ist noch unklar was mit diesem passiert. Derzeit ist er nicht nutzbar und auf Höhe der Johann-Schütte-Straße gesperrt. Die Böblinger Stadträte haben die Verwaltung damit beauftragt, im Zuge der Umgestaltung auch eine Lösung für diesen Weg zu finden.

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