Baustellen und Zugausfälle in Stuttgart Wird die Lage bei der S-Bahn 2025 besser?

Bagger statt Bahn: Das Stuttgarter S-Bahn-Netz wird weiter auf Vordermann gebracht. Foto: Imago//Arnulf Hettrich

Baustellen, Zugausfälle und dann noch ein ausgedünnter Takt: 2024 verlangt den Fahrgästen der S-Bahn Stuttgart eine Menge ab. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember soll es dann aufwärtsgehen. Sperrungen wegen Baustellen wird es aber weiterhin geben.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Die Deutsche Bahn macht vage Hoffnung auf eine Rückkehr zum gewohnten Betrieb bei der S-Bahn. Wenn der neue S-Bahn-Chef Matthias Glaub  am kommenden Montag im zuständigen Verkehrsausschuss der Region Stuttgart Rede und Antwort steht, dürfte das die Kernbotschaft sein, die die Verbandsverwaltung in einem nüchternen Satz zusammengefasst hat: „Ab dem kommenden Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2024 kehrt DB Regio wieder zum kompletten Fahrplanangebot zurück.“

 

Rückkehr zum 15-Minuten-Takt an Samstagen

Damit dürften die planmäßigen Einschränkungen der Vergangenheit angehören, Ausfälle wegen Baustellen, Personalmangels oder technischen Unzulänglichkeiten sind aber auch für die Zukunft nicht auszuschließen. Zurückgenommen werden aber die Angebotsreduzierungen, mit denen die S-Bahn-Fahrgäste seit dem bisher letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2023 leben müssen. Seit damals ist der Viertelstundentakt auf den Linien S 1 bis S 5 samstags ausgesetzt. Unter der Woche beginnt der Halbstundentakt bereits um 19 Uhr und damit anderthalb Stunden früher als zwischen dem Auftraggeber Region und der S-Bahn vereinbart.

Hoffnung macht die Bahn auch auf eine Verbesserung im nördlichen Teil des S-Bahn-Netzes. Die als Expresslinie eingeführte S 62 könnte vom Ende der Sommerferien 2025 an bis Feuerbach fahren. Die in Weil der Stadt beginnende Linie endet heute in Zuffenhausen. Erst wenn in Feuerbach die Arbeiten an einem separaten Gleis und dem dazugehörenden Bahnsteig erledigt sind, kann die Fahrt bis dorthin gehen. Allerdings gilt die S 62 immer dann als erster Streichkandidat, wenn die Personaldecke mal wieder dünn wird.

Vollsperrung zwischen Bad Cannstatt und Hauptbahnhof

Mit der Rücknahme der Einschränkungen und einer eventuellen Verlängerung der S 62 enden aber auch schon die guten Nachrichten. Bis Ende 2024 und auch nach dem Jahreswechsel geht die rege Bautätigkeit am Schienennetz der Region weiter, was zu Sperrungen führt. Vom 20. bis zum 22. November werden zwischen Bad Cannstatt und dem Hauptbahnhof Weichen erneuert. Betroffen sind die Linien S 1 bis S 3, die nur verkürzt unterwegs sind. Die S 1 pendelt zwischen Kirchheim/Teck und Bad Cannstatt, die S 2 zwischen Schorndorf und Waiblingen und die S 3 zwischen Backnang und Bad Cannstatt. Im Gegenzug schickt die Bahn die Baustellenlinien S 15 (Herrenberg–Bietigheim-Bissingen), die S 24 von Filderstadt nach Marbach und die S 36 zwischen Flughafen und Weil der Stadt auf die Fahrt.

S-Bahn Stuttgart mit fünfter Stammstreckensperrung

Und auch die schon in der Vergangenheit betroffene Strecke zwischen Bad Cannstatt und Waiblingen ist im neuen Jahr zwischen 4. und 8. Januar gesperrt. Die Bahn will einen „umfangreichen Schienenersatzverkehr“ ins Werk setzen.

In Feuerbach wiederum wird der Schienenkonzern an fünf Samstagen zwischen dem 11. Januar und dem 8. Februar 2025 an der Oberleitung arbeiten. Deswegen bleibt ein Gleis gesperrt. Die S 6 pendelt dann zwischen Weil der Stadt und Zuffenhausen, die S 4 und die S 5 sind nur im Halbstundentakt unterwegs, die S 5 hält nicht in Feuerbach.

Und die Stammstreckensperrung findet – Achtung, kleines Jubiläum – im Sommer 2025 zum bereits fünften Mal statt. Vor Beginn der sommerlichen Unterbrechungen war man davon ausgegangen, dass es nur deren drei in den Jahren zwischen 2021 und 2023 brauchen würde. Der zentrale Streckenabschnitt zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen wird vom 26. Juli bis 6. September dichtgemacht.

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