Berglauf-Titelkämpfe Feuerbacherin läuft zum deutschen Meistertitel – und hofft auf die große Zugabe
Hanna Gröbers Taktik geht im thüringischen Breitungen auf. Nun wartet sie mit Spannung auf eine Entscheidung des Deutschen Leichtathletik-Verbands.
Hanna Gröbers Taktik geht im thüringischen Breitungen auf. Nun wartet sie mit Spannung auf eine Entscheidung des Deutschen Leichtathletik-Verbands.
Im Ziel brach es aus ihr heraus: „Alles ist so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich bin superhappy.“ Und dafür hatte Hanna Gröber auch wahrlich Anlass. Seit dem Wochenende ist die Leichtathletin aus Feuerbach zum zweiten Mal deutsche Meisterin im Berglauf. Bei den Titelkämpfen im thüringischen Breitungen gewann sie die Frauenkonkurrenz und verwies dabei 42 Konkurrentinnen auf die Plätze – wonach die 29-Jährige nun noch auf eine große Zugabe hoffen kann.
Auf der aktuell 13 Kilometer langen Strecke, auf der 750 Höhenmeter zu bewältigen waren, ging Gröbers Taktik auf. Diese lautete: es erst einmal etwas langsamer angehen – und dann das Feld von hinten aufrollen. So ließ sie sich nicht dadurch irritieren, dass ihre vermeintlichen Hauptkonkurrentinnen um die Medaillen nach der Hälfte der Distanz rund 40 Sekunden vor ihr lagen. „Ich wollte erst auf den Bergpassagen angreifen. Ich wusste, dass ich ihnen dort überlegen bin“, sagt Gröber.
Gesagt, getan. Auf Goldkurs war die Stuttgarterin, die für die LAV Stadtwerke Tübingen startet, spätestens von dem Zeitpunkt an, als sie die Düsseldorfer Marathonspezialistin Laura Hottenrott überholte. Im Ziel hatte sie dann sogar 61 Sekunden Vorsprung auf eben jene Gegnerin, die den zweiten Platz belegte. Gröbers Laufzeit betrug 57:49 Minuten. Bronze ging an Nadine Hübel vom hessischen TV Dipperz. Zu kämpfen hatten alle Beteiligten nicht nur mit den Streckensteigungen, sondern auch gegen die Witterungsbedingungen, die die Veranstaltung vollends zu einem Härtetest machten. Es herrschten Regenschauer, böiger Wind und kühle Temperaturen.
Für Gröber ist es der zweite deutsche Berglauf-Einzeltitel nach dem Jahr 2024. Damals hatte die Bio-Medizinerin, die sich derzeit in der Lehramtsausbildung für Gymnasien befindet, in Zell am Harmersbach triumphiert. Zugleich unterstreicht sie mit dem jetzigen Ergebnis ihre starke Frühform. Vor ein paar Wochen hatte sie bereits beim internationalen Halbmarathon in Frankfurt geglänzt und ihre persönliche Bestzeit auf 1:13:07 Stunden gesteigert. Hinzu kam ein Sieg bei einem Sichtungsrennen des Deutschen Leichtathletik-Verbands in Naturns in Südtirol.
In der Summe hat sich Gröber beim Verband also für eine vielleicht größere Aufgabe empfohlen. Vom 5. bis zum 7. Juni finden im slowenischen Kamnik die Europameisterschaften im Berg- und Traillauf statt. Wird die Feuerbacherin ein Reiseticket erhalten? Bei den Männern ist in Johannes Löw vom LAC Degerloch bereits ein Sportler aus der Landeshauptstadt nominiert. Doch wird sich Gröber noch gedulden müssen. Für die Frauen soll die endgültige Benennung des deutschen Aufgebots erst am 11. Mai erfolgen.
„Ich hoffe sehr, dass ich dabei sein kann“, sagt Gröber. Es wäre die nächste große internationale Prüfung ihrer sportlichen Karriere. Die beiden bisherigen Höhepunkte, ebenfalls jeweils im Berglauf: 2023 gewann sie in Innsbruck mit dem deutschen Frauenteam Weltmeisterschaftssilber. Und 2024 durfte sie auch bei den Europameisterschaften im französischen Annecy ins Nationaltrikot schlüpfen. Damals erreichte die heute 29-Jährige im sogenannten Up-and-down-Eliterennen sowie über die 7,6 Kilometer die Plätze acht beziehungsweise 16. Damit war Hanna Gröber die zweitbeste deutsche Teilnehmerin.