Besuch der Markthalle Viele kennen ihn aus der Stadtbahn: Pferd „Sancho Pancho“ ist zurück in Fellbach

Sancho Pancho steuert zielsicher die Markthalle an. Foto: Eva Schäfer

Das beliebte Pferd, das viele von seinem Kurztrip in die Stadtbahn kennen, ist wieder in Fellbach unterwegs – sehr zur Freude seiner Fans. Was war los?

Rems-Murr: Eva Schäfer (esc)

„Schau mal!“, ruft es aus der Fellbacher Markthalle. Und die Dame, die gerade mit ihrem Enkel einkauft, strahlt und tritt aus der breiten Schiebetür. Sancho Pancho ist wieder da.

 

Das schwarz-weiße Pferd zählt zu einem der beliebten Besucher in dem Geschäft und löst immer wieder Begeisterung aus. Vor allem nach der Zwangspause, die der Wallach bei seinen Stadtausflügen machen musste. Über mehrere Monate war der Fellbacher Stadtcowboy Gerhard Knauer mit Sancho Pancho nicht mehr bei seinen Trips durch die Stadt und dem obligatorischen Stopp an der Markthalle gesichtet worden. Was war los?

Patrick Becht hat Gemüse-Snacks für Sancho. Foto: Eva Schäfer

Wie der Pferdekenner sagt, war die Ursache, dass Sancho Pancho mit einer Krankheit am Huf zu kämpfen hatte. „Sancho hatte Bakterien im Huf, die von innen heraus den Huf befallen haben“, berichtet Gerhard Knauer. Mithilfe eines Spezialisten für Hufbearbeitung sei dann die befallene Stelle weiträumig ausgeräumt und mit einem Spezialmittel behandelt worden. „Dadurch wurde der Befall gestoppt, aber der Huf war nicht mehr belastbar, und Sancho durfte deshalb nicht geritten werden“, erklärt der Pferdeliebhaber.

Die Fans freuen sich, dass das Duo wieder unterwegs ist. Foto: Eva Schäfer

Sancho Pancho hat spezielle Hufschuhe bekommen

„Nach neun Monaten sind nun die befallenen Stellen komplett herausgewachsen, und wir haben langsam mit der Belastung und dem Reiten wieder begonnen“, schildert Knauer. Zuerst sei das mit leichtem Gewicht auf dem Rücken und nur kurzen Reitzeiten geschehen, die nun gesteigert werden. Inzwischen sei Sancho wieder vollständig wiederhergestellt. Während der neun Monate Reitpause sei Sancho täglich auf weichem Boden bewegt worden. „Nun sind wir endlich wieder in Fellbach unterwegs“, freut sich Knauer. Und: Sancho hat spezielle Hufschuhe zur Unterstützung und Dämpfung bekommen.

Erst gibt es eine Karotte und dann die Banane zum Nachtisch

Patrick Becht, der Sancho Pancho schon seit mehreren Jahren von seinen Besuchen in der Markthalle kennt, hat am Freitag jedenfalls eine Karotte und eine Banane zurechtgelegt. Ross und Reiter haben sich angekündigt und er freut sich schon auf das Treffen. „Wenn Sancho die Markthalle von Weitem sieht, wechselt er die Straßenseite“, weiß Patrick Becht, der neben seinem Studium als Verkäufer beim Obst- und Gemüsestand Welz in der Markthalle arbeitet. Er hat für Sancho schon seit Jahren hier kleine Obst-Leckerlis parat.

„Das ist heute dein Glückstag“, sagt er zu dem Wallach und tätschelt ihn, nachdem das Pferd die Karotte genüsslich verdrückt hat. „Man muss immer ein wenig bremsen, dass er nicht alles gleich auf einmal verspeist“, sagt Patrick Becht und lacht. „Zum Nachtisch gibt es dann die Banane“, sagt der junge Mann. Er sei Tierfreund, habe früher Wellensittiche gehabt, betreue Nachbars Katze im Urlaub – doch Sancho sei natürlich alleine von der Größe her noch mal etwas ganz anderes. Über die Jahre sei der Kontakt mit Sancho gewachsen.

Dass Ross und Reiter auffallen in der Stadt, ist klar. „Hier reiten nicht so viele Leute vorbei“, sagt Patrick Becht mit einem Augenzwinkern. Aber für einen Moment bekommt die Hintere Straße in Fellbach durch das Duo einen Hauch von Cowboy-Feeling wie in den USA. Manche Passanten zücken ihr Handy, machen Fotos und winken freundlich zu. „Die Anteilnahme ist unglaublich“, sagt Gerhard Knauer. Das Pferd ist auch sozusagen das Markenzeichen für den Reitsportversand, den Gerhard Knauer betreibt. Mithilfe von KI lässt er Sancho auch immer wieder in kurzen Videos sprechen und etwa einen Ausblick auf das Wetter und das Wochenende geben.

Das schwarz-weiße Pferd hat auch schon bundesweit für Furore gesorgt. Gerhard Knauer und Sancho Pancho hatten vor einiger Zeit mit ihrem Kurztrip in einer Stadtbahn in Fellbach unfreiwillig einen Hype im Internet ausgelöst. Mitgefahren sind Ross und Reiter dann zwar doch nicht, weil es für das Pferd in der Bahn zu eng geworden wäre – aber die Aufnahme wurde zum Klick-Hit.

Kinder seien von Sancho auch immer besonders angetan, sagt Patrick Becht. Da gibt es bald eine Chance auf eine weitere Begegnung mit Sancho Pancho. Am Donnerstag, 14. Mai, an Himmelfahrt, wird Sancho wieder beim Reiten für Kinder im Reit-und Fahrverein Fellbach dabei sein.  Beim Reiten für alle Kinder startet Runde eins von 10 bis 11 Uhr, Runde zwei dann von 12 bis 13 Uhr. Für kalte und warme Bewirtung ist den ganzen Tag gesorgt.

Infos unter www.rfv-fellbach.de/Termine

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