Issa Mira feiert mit dem zweifachen Torschützen Dani Schima. Foto: Pressefoto Baumann/
Die Spieler des SV Pattonville müssen sich nach dem 0:5 im Derby beim SV Kornwestheim Standpauke des Trainers anhören. Das Zittern um den direkten Klassenverbleib geht weiter.
Für Trainer gibt es unterschiedliche Strategien, wie sie mit einer Mannschaft nach einer Klatsche umgehen: Man kann das Team behutsam aufpäppeln oder aber energisch und kritisch auf den missglückten Auftritt reagieren. Pattonvilles Coach Francis Pola wählte am Samstagabend die zweite Variante nach der desaströsen Vorstellung seiner Formation beim 0:5 (0:1) im Lokalderby beim SV Kornwestheim.
Nach dem Abpfiff rief er die Spieler in den hellblau-weiß gestreiften Trikots in einen Kreis. Was sie hörten, dürfte ihnen nicht gefallen haben. Pola war ziemlich außer sich: „Ich bin so sauer, nicht nur wegen der Niederlage, sondern auch weil wir eine große Chance vertan haben, schon heute diese Saison zu retten“, sagte der Fußball-Lehrer. Es war vor allem die Performance in der zweiten Halbzeit, die dem Coach sauer aufgestoßen war. In der ersten Hälfte konnten die Pattonviller durch Ibrahim Nar (17.), Emrah Akpolat (38.) und Philipp Mandic, der in der 44. Minute die Latte traf, noch eigene Chancen kreieren und ließen sich auch durch den Führungstreffer der Kornwestheimer in der 34. Minute durch Marco Schwalb nicht aus dem Konzept bringen.
Vor der Pause deutet nichts auf einen Zusammenbruch des SVP hin
Nichts deutete auf den Zusammenbruch hin, der nach der Pause folgen sollte, denn der Tabellenzwölfte fing sich noch vier weitere Gegentreffer ein. Schon nach dem 2:0 (53.) durch Zdenek Polizoakis hingen die Köpfe der Pattonviller. „Wir waren nicht fixiert genug, dabei habe ich gewarnt, dass wir hier nichts geschenkt bekommen“, schimpfte Pola. Nach dem 3:0 (61.) durch Niklas Strehlow ging dann gar nichts mehr beim SVP. Die Mannschaft war immer einen Schritt zu spät, Kornwestheim gewann die wichtigen Zweikämpfe, war abgezockter und spielte einfach den besseren Fußball. Vor allem die beiden Treffer des eingewechselten Dany Schima (83./88.) waren „bombastisch herausgespielt“, wie Kornwestheims Coach Roberto Raimondo bemerkte.
Francis Pola war enttäuscht von seinem Team. Foto: Peter Mann / Archiv
Obwohl längst gesichert wollte seine Elf die Partie gewinnen und vor allem „zu Null spielen“. Auch Raimondo war überrascht von der wenigen Gegenwehr der Gäste in der zweiten Hälfte. „Ich dachte schon, da kommt mehr, wenn man weiß, um was es für Pattonville noch geht“, sagte Raimondo.
Francis Pola hatte sich inzwischen wieder etwas beruhigt. Das Dampfablassen hatte gut getan. Pattovilles Chef Michael Uhse war aber immer noch konsterniert ob des seelenlosen Auftritts seines Ensembles. „Wir dürfen nicht absteigen“, sagte Uhse. Doch was macht jetzt Hoffnung nach einem Spiel, das nicht unbedingt Selbstbewusstsein vor dem großen Showdown verheißt?
Noch hat der SV Pattonville einen Punkt Vorsprung vor dem direkten Konkurrenten TSV Schwieberdingen, um das Erreichen des direkten Nichtabstiegsplatzes zu sichern. Der TSV hatte im Parallelspiel gegen den FC Marbach nur 2:2 gespielt.
SVP hat es noch selbst in der Hand, benötigt aber Leistungssteigerung
Jetzt haben die Pattonviller im Heimspiel am kommenden Samstag also noch alles selbst in der Hand. Mit einem Sieg, selbst mit einem Unentschieden könnte man der Relegation entgehen. Pola aber fordert drei Punkte.„Wir müssen Zuhause jetzt Charakter zeigen, das sind wir dem Verein schuldig“, gibt Pola seinen Spielern mit ins Restwochenende.