Bezirksliga Enz/Murr Warum sich der SV Pattonville als Leidtragender des AKV-Rückzugs sieht
Vor dem Duell gegen Hessigheim werden dem SV Pattonville durch den Abgang von AKV Ludwigsburg sechs Punkte abgezogen. Coach Francis Pola findet klare Worte.
Vor dem Duell gegen Hessigheim werden dem SV Pattonville durch den Abgang von AKV Ludwigsburg sechs Punkte abgezogen. Coach Francis Pola findet klare Worte.
Eigentlich sollte sich Francis Pola, der Coach des Fußball-Bezirksligisten SV Pattonville, mit dem sonntäglichen Gegner TASV Hessigheim beschäftigen. Aber den Coach und Sportlichen Leiter des Clubs treiben gerade ganz andere Themen um. Vor einigen Tagen hat sich der Liga-Rivale AKV B.G. Ludwigsburg aus dem Spielbetrieb abgemeldet. Als Anwärter auf den Aufstieg in die Landesliga gestartet, hatte sich der Verein in der Winterpause von rund einem Dutzend teurer Spieler getrennt und konnte kein bezirksligataugliches Team mehr stellen. Zuletzt waren nur noch drei Spieler im Training.
Der Rückzug der Ludwigsburger hat schwerwiegende Folgen für den ein oder anderen verbliebenen Verein. Besonders hart trifft es den SV Pattonville, der bereits zwei Spiele gegen AKV gewonnen und 15 Tor geschossen hat. „Uns wurden sechs Punkte abgezogen und die könnten uns am Ende fehlen, wenn es um den Klassenverbleib geht“, sagt Pola. Auch das Torverhältnis könnte entscheidend sein. Auf Rang zwölf mit jetzt 27 Zählern bewegen sich die Pattonviller nach wie vor in der abstiegsbedrohten Zone.
„Der AKV ist nicht der erste Fall in den vergangenen Jahren. Der Verband sollte sich deshalb Gedanken machen“, sagt Francis Pola. Seit Jahren gilt das Engagement des gebürtigen Kameruners der Förderung von Kindern und Jugendlichen. Davon profitiert auch der SVP, der auf und für gute Nachwuchsarbeit steht, in allen Altersklassen ein Team stellt und in der kommenden Spielzeit aus der A-Jugend fünf Spieler zu den Aktiven hochziehen möchte. „Wenn wir in die Kreisliga absteigen, sind wir dann für die Jungs nicht mehr so attraktiv“, sagt der 47-Jährige.
Ingo Ernst, der Vorsitzende des Fußball-Bezirks Enz-Murr hat Verständnis für die Bitterkeit des Fußball-Lehrers, der auch eine A-Lizenz besitzt. „Wir haben da leider keine andere Handhabe und setzen um, was in der Spielordnung steht“, sagt Ernst. Die Vereine selbst hätten aber die Möglichkeit, mit einem Antrag etwas zu verändern. „Beim Bezirkstag im April 2027 kann eine entsprechende Änderung eingebracht und verabschiedet werden“, sagt der Bezirks-Boss. Geht der Antrag dann auch durch die Gremien beim Verbandstag, wäre er dann Bestandteil der Spielordnung.
Das hilft dem SV Pattonville im Moment nur bedingt weiter. Deshalb wird sich das Ensemble gut auf das Duell am Sonntag, 15 Uhr, gegen den Zehnten TASV Hessigheim vorbereiten, um weitere Punkte zu sammeln und sich mit guten Leistungen trotz Punkteabzugs zu retten. „Wir wollen den Elan vom Spiel in Heimsheim mitnehmen“, sagt Pola.
Vor zwei Wochen hatte sein Team in einem kuriosen Spiel mit 1:0 beim Tabellendritten gewonnen – dabei aber zwei Akteure durch Platzverweise verloren. Nabil Abder-Razzag wurde vier Spiele gesperrt, Ruslans Purins fällt mit Gelb-Rot nur gegen Hessigheim aus. „Jeder Spieler, der ausfällt schwächt uns, aber ich sehe ein Duell auf Augenhöhe“, sagt der Coach. Mit einem Auge verfolgt er übrigens auch, was der GSV Pleidelsheim in der Landesliga macht. Sollte das Team von Marcus Wenninger die Klasse halten, gäbe es in der Bezirksliga nur drei Absteiger und der SVP wäre auch auf Rang 13 gerettet. Aber darauf will sich der Verein natürlich nicht verlassen.