Bezirkspokal-Finale der Männer Feieralarm beim TSV Weilimdorf – trotz Buhrufen während der Siegerehrung

Weilimdorfer Bezirkspokalsieger-Jubel – den flankierenden Misstönen zum Trotz. Foto: Tom Bloch

Die Nord-Stuttgarter gewinnen fast zeitgleich den deutschen Futsal-Meistertitel und den Fußball-Bezirkspokal. Beim 6:1 gegen den SV Sillenbuch sorgt eines für gereizte Stimmung.

Logisch gab es eine Live-Schalte. Zum einen hat der 12-jährige Stadionsprecher Dominik Hetzel im Fleinsbachstadion, dem Ort des Bezirkspokalfinales, immer wieder die Zwischenstände aus der Scharrena durchgegeben – von dort, wo sich der TSV Weilimdorf gleichzeitig zum fünften Mal zum deutschen Futsal-Meister krönte. Und auch Hassan Lamari, Betreuer der Nord-Stuttgarter, hatte auf seinem Smartphone den Live-Stream laufen. Und so feixten und jubelten die Spieler der Roten auf der Bank, während sie sich schon vor Ablauf der Spielzeit die roten Pokalsieger-T-Shirts überzogen.

 

Am Ende war es der von den Weilimdorfern erhoffte tolle Tag mit gleich zwei Titelerfolgen. In Cannstatt der erneute Futsal-Coup, in Bernhausen der Gewinn des Bezirkspokals durch die zweite Fußball-Männermannschaft des Vereins. Jene machte das Endspiel zu einer klaren Angelegenheit. Mit 6:1 wurde sie gegen den SV Sillenbuch ihrer Favoritenrolle gerecht. Ja, es war das Duell zweier A-Kreisligisten, mithin zweier Außenseiter des Wettbewerbs – und dennoch keine Begegnung auf Augenhöhe. Denn der Sieger setzte sage und schreibe zehn Spieler aus dem Verbandsliga-Kader seiner ersten Mannschaft ein. Acht von ihnen standen in der Startformation.

Spieler des Spiels: Riccardo Scarcelli (rechts) traf dreimal. Foto: Tom Bloch

Beschritten hatten die Weilimdorfer diesen Weg schon in den Runden zuvor und hatten auch da schon Kritik geerntet. Freilich, es war und ist alles regelkonform. Aktuell erhielten sie für ihre Aufstellung Pfiffe von der Tribüne, die auch nicht durch eigenen Jubel zu übertünchen waren. Der Großteil der Weilimdorfer Fanschaft war nicht auf den Fildern zugegen, sondern weilte drunten im Neckartal in der Scharrena.

Der frühzeitige Siegkurs wurde den Kickern von der Giebelstraße allerdings auch durch ihren Gegner leicht gemacht. Erst traf Andrew Addo schon in der vierten Minute. Dann stibitzte derselbe Spieler nur weitere vier Minuten später einen eigentlich schon vom Sillenbucher Torwart Valentin Schulik gesicherten Ball, servierte auf Riccardo Scarcelli und rumms: 2:0. Der vorausgesagte Triumph war eingeleitet.

Dennoch: „Wie danach meine Mannschaft die Köpfe oben behielt, war unglaublich. Was die Jungs heute abgeliefert haben, war mega“, konstatierte der scheidende Sillenbucher Trainer Zvonimir Topalusic mit Blick auf die insgesamt kaum lösbare Aufgabe. Sogar der Anschlusstreffer gelang. Paul Knorr legte für Sören Berbig auf (35.). „Klar, in der zweiten Hälfte hat dann aber auch die Kraft nachgelassen“, sagte Topalusic.

Und so spazierten die Weilimdorfer munter durch den zweiten Durchgang. 3:1 durch Denis Windhager (50.), 4:1 erneut durch Scarcelli (62.), 5:1 durch den eingewechselten Yutaro Takasaki (74.), 6:1 durch einen eher überflüssigen Foulelfmeter von Scarcelli (78.), der sich mit seinen insgesamt drei Treffern auch die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler schnappte.

Abschied mit Pokal: der scheidende Weilimdorfer Trainer Jürgen Zeyer (rechts). Links der Abteilungsleiter Patrick Härle. Foto: Tom Bloch

Unterhaltsam war die Partie allemal, vor allem, weil Weilimdorf bis zum Schluss stürmte – und auch, weil sich die Sillenbucher aller Chancenlosigkeit zum Trotz nicht aufgaben. „Die haben all meinen Respekt, wie sie sich hier verkauft haben“, befand der Weilimdorfer Trainer Jürgen Zeyer (hört nach der Saison auf). Nur den Sillenbucher Fans gefiel das alles nicht. „Ohne eure Erste wärt ihr gar nicht hier“, schallte es im Chor von den Rängen, flankiert von Buhrufen während der Siegerehrung.

Das scherte die kleine Weilimdorfer Abordnung aber nicht. Die Truppe schnappte sich den Pokal und düste schnell runter in die Scharrena – zum gemeinsamen Feiern von Futsal-Meisterschaft und Bezirkspokalsieg.

Bei den Frauen hatte sich wie berichtet der VfB Obertürkheim im Elfmeterschießen gegen die Sportvg Feuerbach durchgesetzt.

SV Sillenbuch: Schulik – Knorr (51. Hahn), Geißel (66. Auhagen), Gerber, Meyding (56. Weiskopf) – Sohn, Fischer, Dietsche, Harder – Berbig (72. Groh), Gulde (71. Curic).

TSV Weilimdorf II: Barisic – Njie, Hordes (46. Takasaki), Wojcik, Ferrara (46. Schieber) – Scarcelli, Windhager, Stagel-Alberto (58. Härle), Addo – Daniel Baierle (75. Kiral), Offei (75. Kevin Baierle).

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