Distelklinge auf den Fildern: Biergarten mit Tradition wird jetzt zum Dancefloor

Beate und Michael Kapaun führen die Distelklinge in Plattenhardt.
Caroline HolowieckiGewitter, Sonne, Gewitter, Sonne. Dämpfig ist es an diesem Tag, doch an der Waldschänke zur Distelklinge hat das hochsommerliche Wetter keine Chance. Im Biergarten ist es angenehm frisch. Der Blick schweift ins Grüne, aus dem knisternden Wald zieht kühle Luft hinüber. Ja, hier am Rand von Filderstadt-Plattenhardt ist es tatsächlich ziemlich lauschig.
Die Waldschänke zur Distelklinge am Rand von Plattenhardt gehört zu den traditionsreichen Gaststätten in Filderstadt. Seit 15 Jahren wird sie von dem Ehepaar Beate und Michael Kapaun geführt, doch bereits die Eltern und die Großeltern von Beate Kapaun haben hier bewirtet. In diesem Jahr besteht das Lokal im 70. Jahr.
Schwäbische Küche und selbst gemachter Kuchen
Die Küche: in der Hauptsache schwäbisch. Das Angebot reicht von Rostbraten bis Maultaschen, außerdem gibt es Nierle und Leber. „Innereien laufen sehr gut“, sagt Beate Kapaun. Ergänzt wird die Speisekarte durch Saisonales wie Gerichte mit Pfifferlingen, Spargel oder Sauerkraut, außerdem durch regionale Bier- und Weinsorten. Darüber hinaus serviert die 56-jährige Konditormeisterin selbst gemachte Kuchen.
Das Angebot komme bei Gesellschaften gut an, ob Hochzeiten, Taufen oder Geburtstage. Vor allem der Biergarten mit dem kleinen Kinderspielplatz macht die Waldschänke zur Distelklinge aber auch zum beliebten Ausflugslokal. „Im Sommer kommen viele Spaziergänger und Wanderer“, erzählt Michael Kapaun (55), auch Fahrradgruppen steuerten das Gelände gern an, um unter Bäumen, Sonnenschirmen oder dem Dach der Holzlaube Platz zu nehmen. „Wir haben vereinzelt Gäste, die immer nur im Sommer kommen“, sagt er.

Geselligkeit ist Pflicht im Biergarten – aber der Maßkrug freilich nicht. (Symbolfoto)
Foto: imagoAngebot für ein neues Publikum
In diesem Sommer versuchen die Kapauns etwas Neues und erschließen sich damit ein neues Publikum: Gemeinsam mit den Veranstaltern Feierkartell richten sie im Biergarten eine Partyreihe mit DJ aus. Zunächst wird gegessen, dann werden die Tische beiseitegeschoben, sodass eine Tanzfläche entsteht. „Das läuft sehr gut“, sagt Beate Kapaun. So sehr, dass die Örtlichkeit fast schon an ihre Grenzen komme. Bis zu 400 Leute seien mitunter bei den Partys, die noch im August und im September am letzten Freitag des Monats stattfinden.
Am 29. August steht die nächste „Filly-Vibes“-Party an, danach gehen die Wirte bis Mitte September erst mal in den Urlaub.