Ernste Mienen, trotz vieler Erfolgsmeldungen: 3,5 Millionen Menschen haben den Stuttgarter Weihnachtsmarkt 2024 besucht, damit ist das Besucherniveau von vor Corona wieder erreicht, die Händlerinnen und Händler an den rund 250 Ständen sind zufrieden. Aber: „Magdeburg hat uns alle zutiefst getroffen“, sagte der Geschäftsführer der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft zum Abschluss des Marktes am Montag. Die Amokfahrt des islamfeindlichen Täters werfe einen Schatten auf alle Veranstaltungen, so Kroll, auch wenn der Mordanschlag mit Toten und vielen Verletzten keine direkten Auswirkungen auf Stuttgart gehabt habe. Kroll: „Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt ist ein gut gesicherter Markt.“
Die meisten Gäste kommen aus der Schweiz
Die wie immer besonders schön geschmückten Stände in der Innenstadt lockten nicht nur Besucher aus Stuttgart und der Region, sondern auch aus dem Ausland. Die Gäste aus der Schweiz sind dabei nach wie vor mit Abstand führend, am 11. Dezember kamen auch viele Fußballfans vor dem abendlichen Champions League-Spiel des VfB Stuttgart gegen die Young Boys Bern auf den Weihnachtsmarkt. „Wir hatten rund 20 Prozent mehr Busse als im Vorjahr“, sagte der Abteilungsleiter der Innenstadtfeste und des Cannstatter Wasens bei in.Stuttgart, Marcus Christen, bei der Abschlusspressekonferenz. Neben den Nachbarn aus der Schweiz seien auch viele Besucher aus Frankreich, Italien und auch aus Übersee begrüßt worden. „Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt ist nach wie vor ein wichtiger Faktor für die Hotellerie in der Stadt“, betonte Andreas Kroll.
Viele Chöre wollen im Innenhof des Alten Schlosses auftreten
Der Erfolg zeigt sich auch an den Verkaufszahlen der Souvenirs: Gut 80 000 der neu gestalteten Weihnachtsmarkttassen seien verkauft worden, sagte Christen. Und die Stielgläser, die es in diesem Jahr erstmals gab, seien schon gut eine Woche vor Marktende ausverkauft gewesen. Auch das Interesse der Chöre an Auftritten im Innenhof des Alten Schlosses in den Vorweihnachtswochen ist ungebrochen. „Wir hatten dieses Jahr an einigen Tagen sogar zwei Konzerte hintereinander“, freute sich die Projektleiterin für den Weihnachtsmarkt bei in.Stuttgart, Julia Wilhelm. Für das kommende Jahr gibt es jetzt schon so viele Anfragen, dass nur noch wenige Termine frei sind.
Die Öffnungszeiten von 11 bis 21 Uhr, freitags und samstags bis 22 Uhr, haben sich nach Angaben der Verantwortlichen bewährt. So könne bis 11 Uhr der beträchtliche Lieferverkehr im Innenstadtbereich und auch für die Weihnachtsmarktbeschicker abgewickelt werden, ohne dass schon Besucher auf den Markt strömten. Die Sonderöffnungszeiten der Rollschuhbahn am Schlossplatz, die mit ihren Gastronomieständen abends länger offen ist, kritisiert der in.Stuttgart-Geschäftsführer nach wie vor. Seiner Meinung nach sollte es einheitliche Zeiten für alle geben.
Das „Haus des Tourismus“ wird in den Markt integriert
Die Großbaustelle am Marktplatz, also der Umbau des ehemaligen Breitling-Gebäudes in ein „Haus des Tourismus“, bezeichneten die Weihnachtsmarkt-Macher als Herausforderung. Deswegen mussten kurzfristig einige Stände an neue Standorte verlagert werden, worüber die Beschicker alles andere als glücklich waren. Das Großprojekt, dessen Fertigstellung sich bereits jetzt um Monate verzögert hat und das viel teurer als ursprünglich geplant wird, soll bis zum nächsten Weihnachtsmarkt 2025 sicher fertig sein. Dann will in.Stuttgart die neue zentrale Anlaufstelle für Touristen in der Stadt in den Weihnachtsmarkt integrieren. Die dort geplante Gastronomie soll sich zum Markt hin öffnen. Und auch die neue Dachterrasse soll künftig – sei es durch entsprechend weihnachtliche Gestaltung oder durch besondere Angebote mit Blick auf die geschmückten Dächer der Weihnachtsmarktstände – eine Rolle im Weihnachtsmarktgeschehen spielen.
Im kommenden Jahr wird der Stuttgarter Weihnachtsmarkt von 26. November bis 23. Dezember geöffnet sein. Dann können die Besucher einen Tag länger die vorweihnachtliche Atmosphäre auf Markt- und Schillerplatz genießen.