Biografie über Wolfgang Grupp „Wie Elisabeth Grupp ihren Mann rettete“ – das Kapitel über den Suizidversuch
Der Suizidversuch von Trigema-Legende Wolfgang Grupp hat viele Menschen bewegt. Warum er auch Thema in Grupps autorisierter Biografie ist.
Der Suizidversuch von Trigema-Legende Wolfgang Grupp hat viele Menschen bewegt. Warum er auch Thema in Grupps autorisierter Biografie ist.
Wolfgang Grupp hat sein Leben in Fotoalben dokumentiert, das hilft bei einer Biografie. Vor allem, wenn man sie nicht selbst schreibt und alles einem Autor erzählt. In Grupps Fall ist der Autor Volker ter Hasenborg, Chefreporter der „Wirtschaftswoche“. Er hat Grupp fast ein Jahr begleitet und widmet auch dem Suizidversuch ein Kapitel: „4.45 Uhr Suizidversuch“ heißt der Teil des Buchs mit dem Untertitel „Wie Elisabeth Grupp ihren Mann gerettet hat“.
Grupp, der im Juli 2025 in einem Brief seine Depressionen und seinen Suizidversuch öffentlich gemacht hat, hätte in der Biografie ursprünglich am liebsten einen „Cut“ gemacht – vor jenem 7. Juli, der ihn fast sein Leben kostete. Sein Suizidversuch sollte in dem Buch keine Rolle spielen. Elisabeth Grupp war dagegen, schreibt der Autor des Buchs „Wolfgang Grupp – die autorisierte Biografie“.
„Das Kapitel muss geschrieben werden“, wird sie in der Biografie, die am 31. März erscheint, zitiert und erinnert ihren Mann an die vielen Briefe, die er bekommen habe, und dass er Menschen helfen könne, indem er über seine Erkrankung spreche. „Es ist Teil deines Lebens“, sagt sie. Wolfgang Grupp überzeugten die Argumente.
Wolfgang Grupp selbst hat kaum Erinnerungen, ist in dem Kapitel zu lesen. Deshalb erzählt seine Frau. In jener Nacht habe sie gehört, wie er aus dem Bett aufgestanden sei, heißt es in der Biografie. An sich sei das nicht ungewöhnlich für ihren Mann, und er habe sich auch wieder hingelegt. Dann aber sei er erneut aufgestanden und sie habe nach ihm gesehen.
Was dann passierte, wird in der Grupp-Biografie so geschildert: „Sie fand ihren Mann mit einer Pistole vor und verstand, was er vorhatte.“ Ganz abhalten habe sie ihn nicht können. „Aber wenn sie nicht gekommen wäre, dann wäre Wolfgang Grupp jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr am Leben“, schreibt der Autor. Einen Abschiedsbrief habe Wolfgang Grupp nicht geschrieben gehabt.
Dass solche Details in dem Buch stehen, soll erklären, „warum der geübte Schütze Wolfgang Grupp seinen Suizidversuch überlebt hat“, schreibt der Autor: „Weil Wolfgang Grupp gerettet wurde.“ Später habe Grupp ihm erzählt, er habe das Gefühl gehabt, „nicht mehr gebraucht zu werden.“ In seinem Tagebuch notierte Grupp nach einiger Zeit: „4.45 Uhr Suizidversuch“.
Nach dem Suizidversuch kam Grupp mit dem Hubschrauber in die Uniklinik Tübingen. Dort wurde er unter einem Pseudonym geführt, um die Familie zu schützen. „Es war großartig, wie die Leute uns geschützt haben“, sagt Elisabeth Grupp in der Biografie, die im Deutschen Wirtschaftsbuch Verlag erscheint. Ihr Mann habe nur knapp überlebt, die Ärzte hätten von einem Wunder gesprochen.
Heute sagt Wolfgang Grupp, dass es ihm besser gehe. Er nehme Medikamente und habe einen wichtigen Schritt im Kampf gegen seine Krankheit gemacht. „Ich mache mir selbst Vorwürfe, dass ich das gemacht habe“, wird Grupp zitiert. „Es war ein Fehler, eine Kurzschlusshandlung.“
Sie haben suizidale Gedanken? Hier wird Ihnen geholfen
Wenn Sie selbst unter Depressionen leiden oder Suizidgedanken haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge. Auch wenn eine nahestehende Person betroffen ist, zögern Sie nicht, die Telefonseelsorge zu kontaktieren. Telefonnummer: 0800 1110 111
Hilfe für Betroffene und Angehörige
Es ist wichtig, dass Eltern, Verwandte und Freunde besonders aufmerksam sind, wenn bei Kindern oder Jugendlichen Anzeichen von Depressionen oder Suizidgefahr auftreten. Im Jahr 2023 war Suizid die häufigste Todesursache bei jungen Menschen im Alter von 10 bis 25 Jahren.
Auch hier gibt professionelle Hilfe:
www.deutsche-depressionshilfe.de
Info-Telefon Depression für Betroffene und Angehörige: 0800 33 44 5 33
E-Mail-Beratung für Betroffene und Angehörige: bravetogether@deutsche-depressionshilfe.de
Kinder und Jugendtelefon: 116 111 (Montag bis samstags 14 bis 20 Uhr)
Eine Liste mit Hilfsangeboten findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.suizidprophylaxe.de/
Das Buch
„Wolfgang Grupp – die autorisierte Biografie“ erscheint am 31. März 2026 im Deutschen Wirtschaftsbuch Verlag. Seitenzahl der Print-Ausgabe: 256 Seiten. Preis: 30 Euro, ISBN: 978-3690660334
Der Autor
Volker ter Haseborg ist Chefreporter bei der Wirtschaftswoche. Er erzählt die Geschichte von Wolfgang Grupp und hat den Unternehmer für diese Biografie ein Jahr lang intensiv begleitet.