In einer Bar in Göppingen schießt ein Mann mit einer Maschinenpistole gezielt auf drei miteinander verwandte Gäste. Einer stirbt, zwei werden verletzt. Der Täter ist noch immer flüchtig. Eine Spur führt ins Rockermilieu.
Sebastian Steegmüller
03.10.2024 - 13:38 Uhr
Nach dem Tötungsdelikt in einer Bar in der Göppinger Innenstadt am späten Mittwochabend halten sich sowohl das Landeskriminalamt, die Staatsanwaltschaft Ulm als auch die Beamten des Polizeipräsidiums Ulm noch immer sehr bedeckt. Bislang geben sie lediglich bekannt, dass kurz vor 22 Uhr in einer Bar an der Gartenstraße mehrere Schüsse abgeben worden sind, anschließend soll der Schütze zu Fuß geflüchtet sein. Ein 29-Jähriger verstarb noch vor Ort, zwei weitere Personen wurden verletzt, sie kamen nach einer Erstversorgung vor Ort in Krankenhäuser.
Mann soll mit Maschinenpistole die Bar betreten haben
Mehr Details gibt es bisher nicht von offizieller Seite. Nach Informationen unserer Zeitung soll der Mann die Bar mit einer Maschinenpistole betreten und das Feuer unmittelbar gezielt in Richtung einer kleinen Sitzgruppe eröffnet haben. Der Angreifer war offenbar maskiert, trug Handschuhe und feuerte in kurzem Abstand mit einer kurzen Unterbrechung eine Vielzahl von Patronen ab. Bei den drei Opfern soll es sich um Angehörige einer Familie mit Migrationshintergrund handeln.
Im Großraum Stuttgart kam es erneut zu einer tödlichen Tat. Foto: Oliver Biwer/STZN-Grafik
Um dem Flüchtigen auf die Spur zu kommen, setzt die Polizei auch Hunde ein. Vermutlich hat der Mann Gegenstände in Tatortnähe hinterlassen, die die Vierbeiner auf seine Fährte bringen könnten. Im Rahmen der nächtlichen Fahndung wurden auf der Bundesstraße 10 in Esslingen offenbar vier Personen, die einer bekannten Rockerbande angehören sollen, vorübergehend festgesetzt. Eine mögliche Mittäterschaft wird nach unseren Informationen geprüft.
Die Bluttat ereignete sich in der Innenstadt von Göppingen. Foto: Oliver Biwer /STZN-Grafik
Bei Schüssen in der Region Stuttgart fällt der Verdacht automatisch immer auch auf zwei rivalisierende Gruppen, die sich seit mehr als zwei Jahren eine blutige Fehde liefern. Die eine wird grob der Region Esslingen, Ludwigsburg und Plochingen zugeordnet, die andere dem Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen und Göppingen.
Auch im aktuellen Fall wird ein entsprechender Bezug geprüft, wie eine Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg mitteilte. Das LKA ist nach eigenen Angaben bei den Ermittlungen in Göppingen eingebunden, insbesondere bei der Spurensicherung.
In Göppingen läuft das 19. Weinfest. Foto: STZN/Michael Maier
Weinfest in Göppingen geht weiter
In Göppingen findet seit Mittwoch ein Weinfest statt. Oberbürgermeister Maier (Grüne) sagte, das Fest in seiner Kommune solle wie geplant fortgesetzt werden. Das Eine habe mit dem Anderen nichts zu tun. Es habe deshalb nie zur Debatte gestanden, die Feierlichkeiten abzusagen. Die Veranstaltung sei am Abend nicht geräumt worden, sondern normal zu Ende gegangen. Es habe keine Panik gegeben.