Feuerwehrleute in ABC-Schutzkleidung an der Eichendorffschule: Der Einsatz hat am Montag in Böblingen für Aufsehen gesorgt. Foto: SDMG
Am Tag nach dem Großalarm wegen eines mutmaßlichen Reizstoffalarms an der Böblinger Eichendorffschule läuft der Schulbetrieb wieder. Vieles bleibt aber ungeklärt.
„Allen Mitarbeitern und den Schülern geht es gut. Die schnelle und professionelle Evakuierung gestern hat ganz maßgeblich dazu beigetragen“, schreibt Schulleiter Alexander Groß auf Nachfrage. Fünf Kinder und neun Erwachsene waren am Montag wegen gesundheitlicher Probleme betreut worden, von ihnen mussten drei Kinder und eine Lehrkraft gar zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht werden.
Polizei sieht keine Erkenntnisse für eine strafbare Handlung
Ein vom Landratsamt beauftragter Chemie-Fachberater der Firma Bosch hatte am Montag unter einem Schrank die Rückstände einer Substanz gefunden, die mutmaßlich für die Atemwegsreizungen verantwortlich war. Wie Yvonne Schächtele, Pressesprecherin beim Polizeipräsidium Ludwigsburg mitteilt, gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass der Reizstoff vorsätzlich freigesetzt wurde und damit eine strafbare Handlung vorliegt. „Da auch die Feuerwehr keinen konkreten Stoff nachweisen konnte, gibt es bislang keine neuen Erkenntnisse zur Stoffart oder wie er in die Umgebungsluft gelangen konnte“, erklärt die Polizeisprecherin.
Bei dem Reizstoffeinsatz an der Böblinger Eichendorffschule war Koordination und sehr viel Kommunikation gefragt. Foto: SDMG
Bereits während des Schulbetriebs am Dienstag begann laut Angaben der Stadtverwaltung die „professionelle und umfassende Reinigung des betroffenen Bereichs“. Böblingens Pressesprecher Fabian Strauch rechnete am Dienstagmittag damit, dass der Bereich voraussichtlich schon am selben Nachmittag wieder genutzt werden könne.
Bereits am Montag hatten Feuerwehr und Fachberater das Schulgebäude intensiv abgesucht und auf Rückstände des Reizstoffs geprüft. „Gerade weil es eine Schule ist, machen wir das besonders gründlich“, betonte Kreisbrandmeister Martin Amler am Rande des Einsatzes.
Der Reizgasalarm in Böblingen war bereits der zweite an einer Schule im Landkreis innerhalb einer Woche. Erst am vorigen Dienstag hatte am Leonberger Johannes-Kepler-Gymnasium jemand im Gebäude Pfefferspray versprüht. Der Vorfall mit mehreren Verletzten schlägt weiterhin Wellen, weil auf Tiktok und Facebook ein mit Künstlicher Intelligenz manipuliertes Video vom Einsatz der Rettungskräfte aufgetaucht war.
Bei der Eichendorfsschule scheint die Sache anders zu liegen. „In diesem Fall gibt es keine Hinweise, dass ein Pfefferspray ursächlich für den Einsatz war. Aufgrund dessen sollte auch keine Verbindung hergestellt werden“, betont Polizeisprecherin Schächtele. Die Frage, was es mit dem rätselhaften Reizstoff auf sich hat, wie er unter den Schrank kam und wer dafür verantwortlich ist, bleibt also weiterhin offen.