Bosch Erfolgsprämie Diese Prämie zahlt der Stuttgarter Zulieferer den Beschäftigten

Bosch zahlt den Beschäftigten eine Arbeits- und Erfolgsprämie von durchschnittlich 42 Prozent eines Monatsgehalts. Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko

Der Konzern hat heftig zu kämpfen mit einer schwachen Konjunktur und hartem Wettbewerb. Trotz Krise gibt es auch in diesem Jahr eine Erfolgsprämie für die Beschäftigten.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau : Klaus Köster (kö)

Der Stuttgarter Bosch-Konzern zahlt den Beschäftigten auch für das abgelaufene Jahr eine Arbeits- und Erfolgsprämie. Die großen Unternehmen der Autobranche zahlen diese Prämie zusätzlich zum regulären Gehalt und wollen sich damit bei den Beschäftigten bedanken.

 

Bei Bosch beträgt die Prämie für das abgelaufene Jahr durchschnittlich 42 Prozent eines Monatsgehalts. Im Durchschnitt bedeutet das für die Beschäftigten eine zusätzliche Zahlung von 2200 Euro, die mit dem Entgelt Ende April ausgezahlt wird.

Insgesamt beläuft sich das Volumen der Sonderzahlung, die an mehr als 54.000 Tarifbeschäftigte fließt, auf 121 Millionen Euro.

Bosch-Chef Stefan Hartung sieht im Technologiewandel große Chancen für Bosch. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Der Betrag ist wie bei anderen Unternehmen gegenüber früheren Jahren gesunken; so gab es bei Bosch für das Jahr 2022 noch eine Prämie von 51 Prozent, was im Durchschnitt rund 2600 Euro ausmachte. Für das Jahr davor lag die Prämie bei 54 Prozent.

Krise zwingt zu harten Einsparungen

Der Stuttgarter Konzern fährt derzeit ein hartes Sparprogramm. Weil das Geschäft mit der Verbrennungstechnologie unter anderem durch das weitgehende Verbot von Benzinern und Dieseln, das die EU ab 2035 plant, eine trübe Perspektive hat und zugleich die E-Mobilität weit hinter den Erwartungen zurückbleibt, steht Bosch unter enormem wirtschaftlichem Druck, der durch den intensiven Wettbewerb und durch Handelshemmnisse noch verstärkt wird.

Mit den Beschäftigtenvertretern hat das Unternehmen daher für praktisch alle Standorte und Bereiche Vereinbarungen über Einsparungen abgeschlossen, wie Konzernchef Stefan Hartung unserer Zeitung bereits im Februar erklärte.

Rückgang in Deutschland besonders hoch

Die Entwicklung der Beschäftigungszahlen von Bosch zeigt, dass der Rückgang sich nicht gleichmäßig über den Globus verteilt, sondern in Deutschland überdurchschnittlich hoch ausfällt. Weltweit ist die Beschäftigung im Verlauf des Jahres 2025 um ein Prozent auf 412.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesunken, in Deutschland dagegen ging die Zahl um fünf Prozent zurück und liegt jetzt noch bei 123.100 Beschäftigten. Der leicht weltweite Rückgang ist somit praktisch komplett auf die Entwicklung in Deutschland zurückzuführen.

Durch Zukäufe wie bei der Sparte Home Comfort und Verkäufe wie bei Building Technologies sind die Zahlen auf Jahresbasis zwar nicht exakt vergleichbar; der Trend ist allerdings eindeutig, auch in langfristiger Betrachtung. Im Jahr 2000 hielten sich die Beschäftigung bei Bosch in Deutschland und im Ausland praktisch genau die Waage; heute befinden sich mehr als zwei Drittel der Arbeitsplätze des Konzerns außerhalb von Deutschland.

Hohe Erwartungen an Technologiewandel

Gleichwohl ist die Beschäftigung in Deutschland in dieser Zeit um 25 Prozent gestiegen. Außerhalb Deutschlands allerdings verlief der Anstieg um ein Vielfaches steiler: Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich von 97.000 auf 289.100 und hat sich damit praktisch verdreifacht.

Hohe Erwartungen setzt Bosch in die technologische Transformation von Fahrzeugen – nicht nur mit Blick auf die Elektromobilität, sondern auch auf die Software-Orientierung und die Automatisierung des Fahrens. Hier sei eine „Revolution“ im Gang, die die Wertschöpfung grundlegend verändere, erklärte Hartung unserer Zeitung im Februar. Während klassische mechanische Komponenten an Bedeutung verlören, würden Software, Elektronik und vernetzte Systeme entscheidend – etwa bei softwaredefinierten Lenkungen, die neue Fahrzeugkonzepte ermöglichten

Sinkende Prämie auch bei Mercedes

Auch bei Mercedes-Benz sank die Prämie in den vergangenen Jahren deutlich. Für das vergangene Jahr erhalten die rund 85.000 Tarifbeschäftigten in Deutschland eine Prämie von 3139 Euro zuzüglich einer Gratis-Jubiläumsaktie aus Anlass des 140-jährigen Bestehens des Unternehmens. Für 2024 hatte die Prämie noch bei 5220 Euro gelegen, in den beiden Jahren davor sogar jeweils bei 7300 Euro. 

Für Bosch bedeute diese Entwicklung eine Verschiebung hin zu höherer Entwicklungsleistung und mehr Umsatz pro Fahrzeug, da die technologische Komplexität wachse. Zudem bildeten Sensorik und Software aus der Mobilität die Basis für neue Anwendungen wie humanoide Roboter. Somit entstehe auch in diesem Bereich ein wachsender Bedarf an Komponenten und Leistungen von Bosch.

Bosch-Chef Stefan Hartung live

Termin
Unsere Zeitung lädt zu einer Veranstaltung mit dem CEO des Technologiekonzerns ein. „Bosch im Wandel: Wie Stefan Hartung den Konzern auf die Zukunft ausrichtet“ findet am Mittwoch, 29. April, um 18.30 Uhr im Look 21 in Stuttgart statt (Türlenstraße 2, 70191 Stuttgart).

Anmeldung
Wer vor Ort dabei sein möchte, kann sich online unter www.zeitung-erleben.de/bosch anmelden. Für Abonnenten kostet die Teilnahme 8 Euro. Mit dem Promo-Code „ABO2026“ erhalten Sie den vergünstigten Preis. Regulär kosten die Tickets 12 Euro.

Beteiligung
Sie können den Moderatoren vorab Fragen an den Bosch-Chef schicken. Die Mailadresse dafür lautet: chef@stzn.de (Betreff: Stefan Hartung).

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