Der folgenschwere Brand eines Sattelzug-Aufliegers im Engelbergtunnel löst viele Reaktionen aus – auch in den sozialen Netzwerken. Viele Menschen sind besorgt, manche wütend.
Der Brand eines Lkw-Anhängers im Engelbergtunnel am Dienstag beschäftigt die Menschen in der Region Stuttgart. Auch in den sozialen Medien ist das verheerende und folgenschwere Feuer, bei dem zwei Menschen verletzt wurden, das beherrschende Thema. Recht emotional fallen entsprechend zahlreiche Kommentare aus.
„Autos und Lkw warten förmlich darauf, im Engelbergtunnel zu brennen“, schreibt etwa ein Nutzer auf Facebook. Mit dieser zugespitzten Formulierung ist er nicht allein. Viele teilen seine Einschätzung – nicht ganz ohne Grund.
Denn in den vergangenen Monaten musste der Tunnel wiederholt wegen Bränden gesperrt werden. Erst im August des vergangenen Jahres geriet ein Renault in Brand, im Juni ein VW. Beide Vorfälle ereigneten sich, wie auch jetzt, in der Weströhre des Engelbergtunnels. Hinzu kamen mehrere Fehlalarme, die die Einsatzkräfte beschäftigten.
Nach dem Brand: Frust über Sperrung des Engelbergtunnels
Aussagen wie „Dieser Tunnel ist verflucht“ oder „eine absolute Katastrophe“ ist im Netz mehrmals zu lesen. Zumal die Sanierung des längsten Autobahntunnels Baden-Württembergs nach wie vor andauert und Staus auslöst.
Ausgerechnet die nun durch das Feuer beschädigte Weströhre ist erst vor rund anderthalb Jahren fertiggestellt worden. Die anstehenden Reparaturarbeiten seien dann wohl als „Sanierung der Sanierung“ zu bezeichnen, schreibt ein Facebook-Nutzer ernüchtert.
Viele Fahrer befürchten eine langwierige Sperrung und damit verbundene Verkehrseinschränkungen. Ohne praktikable Ausweichroute drohe Chaos, auch in den umliegenden Orten. Manche kündigen deshalb an, vorübergehend auf die Bahn umzusteigen. Viele hoffen vor allem auf ein baldiges Ende der noch bestehenden Tunnelsperrung. Die Hoffnung auf eine rasche Wiedereröffnung erhielt jedoch am Mittwochmorgen einen Dämpfer: Nach Angaben der Polizei wird die Weströhre voraussichtlich noch mehrere Wochen dicht bleiben.
Diskussion um Thermoscanner vor dem Engelbergtunnel Leonberg
Neben der Frage, warum der mit Kühlschränken beladene Sattelzug-Auflieger in Brand geriet, beschäftigt viele die Frage nach den Sicherheitsvorkehrungen. „Wozu gibt es die Temperaturmessstation vor dem Eingang der Tunnel?“, fragen sich zahlreiche Nutzer. Tatsächlich müssen aber nur Gefahrguttransporte den Thermoscanner passieren, der die Fahrzeuge nach Hitze abscannt. Der betroffene Lastwagen fiel nicht unter diese Regelung. Deshalb wird nun verstärkt gefordert, die Temperaturkontrollen künftig auf alle Lastkraftwagen auszuweiten.
Doch nicht nur Ärger und Sorgen bestimmen die Kommentare im Netz. Es wird auch herzlicher Dank und großes Lob ausgesprochen – fast 400 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk THW, Polizei und Rotem Kreuz waren zwischenzeitlich gefordert. Für ihren „unermüdlichen Einsatz“ zollen ihnen zahlreiche Nutzer viel Respekt. Ihnen sei letztlich auch zu verdanken, dass nicht mehr passiert sei. „Hier waren Schutzengel am Werk“, formuliert es eine Nutzerin – ein Satz, der an diesem Tag wohl vielen aus dem Herzen spricht.