Brand im Engelbergtunnel Leonberg Erste Bilanz: 35 untersuchte Betroffene, zwei Verletzte und Stau ohne Ende

Am Abend sind im Engelbergtunnel noch die ausgebrannten Reste des Lkws zu sehen. Foto: Andreas Rosar

Ein LKW-Anhänger brennt im Engelbergtunnel auf der A81 bei Leonberg. 35 Menschen werden vom DRK untersucht, zwei von ihnen kommen verletzt ins Krankenhaus.

Dass Stadt und Einsatzkräfte noch am frühen Abend eine Pressekonferenz einberufen, zeigt wohl recht eindringlich, welches Ausmaß dieser Großeinsatz am Engelbergtunnel in Leonberg hatte – und noch haben wird. Am Dienstagnachmittag hat in der Weströhre des Tunnels der Anhänger eines Lkws gebrannt. Die Polizei hatte zunächst von zwei Verletzten berichtet.

 

Bei besagter Pressekonferenz konnte der Leitende Notarzt Martin Schipplick diese Zahl noch einmal konkretisieren: 35 Menschen seien „primär betroffen“ gewesen, sagt er. Sie hatten den Tunnel zu Fuß verlassen und ihre Fahrzeuge zurückgelassen. Vor Ort wurden sie vom Rettungsdienst kurz untersucht – und hätten die Plätze, an denen sie sich gesammelt hatten, dann selbstständig verlassen.

Zwei der primär Betroffenen erlitten laut Schipplick eine schwere Rauchgasvergiftung und wurden nach Ludwigsburg ins Krankenhaus gebracht. Von Menschen, die den Tunnel zu Fuß verlassen haben, berichtet auch der Leonberger Feuerwehrkommandant Wolfgang Zimmermann.

Man habe bei Eintreffen vor Ort eine „größere Mengen von Personen angetroffen“. Nach und nach hatte sich die Feuerwehr anschließend durch die Tunnelröhren gearbeitet, um sicherzustellen, das niemand im Auto sitzen geblieben war. Im Tunnel waren außerdem laute Warndurchsagen zu hören.

Insgesamt, so berichteten die Blaulichtorganisationen bei der Pressekonferenz, waren 200 Kräfte von Feuerwehr und THW, 100 vom DRK und 40 bis 50 Polizeibeamte im Einsatz. Die Autobahn GmbH spricht von 386 Einsatzkräften und 57 Fahrzeugen, die ausgerückt sind. Der Lkw ist vollständig ausgebrannt, die Bergung wird noch bis in die Abendstunden anhalten. Laut Autobahn GmbH hatte der Lastwagen Kühlschränke geladen, die nun einzeln verlanden werden müssen.

Die Blaulichtorganisationen waren mit einem Großaufgebot vor Ort im Engelbergtunnel. Foto: Simon Granville

Die Sperrung des Autobahnabschnitts der A81 hält derweil an. Die Stadtgebiete von Ditzingen und Leonberg seien „massiv betroffen“, so der Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Steffen Grabenstein. Man arbeite daran, dass sich die Einschränkungen in den nächsten Tagen im Berufsverkehr wenig bemerkbar machen. „Aber ganz spurlos wird es möglicherweise nicht von Statten gehen.“

Grund für die lange Vollsperrung sind scheinbar auch die Schäden im Tunnel. Laut Autobahn GmbH gibt es massive Betonabplatzungen an der Tunneldecke. Die Kabel der Brandmeldeanlage und der Tunnelsteuerung seien verschmort. Man arbeite mit Hochdruck daran, die Oströhre des Tunnels zu öffnen, so die Autobahn GmbH in einer Pressemitteilung vom frühen Abend. Ein genaues Datum für das Ende der Vollsperrung könne aber erst nach Sicherheitsprüfungen bekannt gegeben werden.

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