Der Brand im Engelbergtunnel bei Leonberg hat massive Schäden hinterlassen. Freigegeben wird die Röhre erst nach der Reparatur der nötigen Sicherheitstechnik – und das dauert noch.

Leonberg: Sophia Herzog (she)

Dass der Schaden massiv ist, war bereits am Abend nach dem verheerenden Brand im Engelbergtunnel bei Leonberg am Dienstag klar. Rund 24 Stunden nach dem Feuer am Nordportal des Tunnels, bei dem der Anhänger eines Lkws vollständig ausbrannte, hat die für den Streckenabschnitt zuständige Autobahn GmbH die Schäden noch einmal konkretisiert.

 

Betroffen ist die westliche der beiden Röhren, sie wurde nach langer Sanierung erst vor knapp zwei Jahren wieder für den Verkehr freigegeben. Saniert werden muss der Tunnel, weil im Erdreich des namensgebenden Engelbergs das Mineral Anhydrit vorkommt. Das quillt bei Kontakt mit Wasser auf – was wiederum in der Vergangenheit wiederholt zu Rissen in den Tunnelwänden geführt hatte.

Weströhre des Engelbergtunnels wurde 2024 erst frisch saniert

Dass nun ausgerechnet die frisch sanierte Weströhre betroffen ist, mag bitter sein. Glück im Unglück gibt es aber, weil die wegen der Risse eingezogene Zwischenwand in der Röhre weit genug von der Brandstelle entfernt liegt und nicht beschädigt wurde. Trotzdem: Die neue Liste der Schäden, die die Autobahn GmbH nun vorlegt, ist beachtlich.

In der Weströhre des Engelbergtunnels sind auf den ersten 300 Metern ab dem Nordportal alle Sicherheitseinrichtungen komplett zerstört worden. Kabel und Lüfter seien verschmort, Beton an der Decke aufgeplatzt. Alle Lichter mussten ausgebaut werden. Durch die hohen Temperaturen des Tunnelbrands sind sogar Schilder geschmolzen, heißt es von der Autobahn GmbH.

Sicherheitstechnik muss zwingend erneuert werden

Dank der Arbeit von rund 400 Einsatzkräften konnte die unbeschädigte Oströhre in den frühen Morgenstunden des Mittwochs wieder freigegeben werden. Bis die Weströhre wieder befahrbar ist, wird es aber angesichts der massiven Schäden am Tunnel sicherlich noch einige Wochen dauern. „Alle Beteiligten im Krisenstab haben das Ziel, den derzeit durch die Gemeinden laufenden Umleitungsverkehr in Richtung Karlsruhe so schnell wie möglich wieder auf die Autobahn zurückzuführen“, heißt es seitens der Autobahn GmbH.

Damit das passiert, muss aber erst einmal neue Sicherheitstechnik verbaut werden – das sei zwingend notwendig und vorgeschrieben, so ein Sprecher. Gutachter seien derzeit im Tunnel unterwegs, um zu prüfen, was dazu nötig ist. Sobald die entsprechenden Ersatzteile vorliegen, wolle man die neue Betriebstechnik einbauen. „Zum zeitlichen Horizont können erst nach der Beurteilung durch die Gutachter Angaben gemacht werden“, so die Autobahn GmbH. Bis dahin gilt es für betroffene Autofahrer: Geduld bewahren.