The show must go on – der Skizirkus von Crans-Montana lässt sich von der Katastrophe der Silvesternacht auch am Neujahrstag nicht aufhalten. Die Lifte laufen, zumindest vom Teilort Montana aus, wo Christina Lutz gerade mit Familie wie schon zu den vergangenen Jahreswechseln Urlaub macht. Sie selbst ist mit ihrem Kind ebenfalls wieder auf die Pisten gegangen – allerdings mit gemischten Gefühlen: „Natürlich sind wir bestürzt über das Unglück“, sagt die Stuttgarterin. „Aber wir selbst haben keinerlei Bezug zu der Bar und kennen auch niemanden persönlich, der dort in der Silvesternacht zu Gast war.“
Als das Feuer in der Bar „Le Constellation“ im Teilort Crans gegen 1.30 Uhr ausgebrochen ist, hat die Familie Lutz in ihrer Ferienwohnung in Montana schon geschlafen. „Die Rettungshubschrauber und den Einsatz der Rettungskräfte – all das haben wir überhaupt nicht mitbekommen“, sagt Christina Lutz.
Erst am Neujahrsmorgen gegen 8 Uhr wurde sie mit der Nachricht über die Brandkatastrophe geweckt: Das Feuer in der Bar in der Nacht auf den 1. Januar hat nach Polizeiangaben rund 40 Menschen das Leben gekostet hat und bei rund 150 weiteren Menschen zu teils schwersten Verletzungen geführt (Stand 1. Januar, 23.45 Uhr).
Erlebnisse aus der Nacht machen die Runde
Nach und nach hat die Familie Lutz über Bekannte, Nachbarn und Freunde immer mehr von dem Hergang der Brandkatastrophe erfahren: Von den Kindern einer Bekannten beispielsweise, die in der Bar ebenfalls Silvester gefeiert hatten, aber der Katastrophe entkommen sind. Oder von der Tochter der Nachbarin ihrer Ferienwohnung: „Sie war in einem der benachbarten Clubs, als das Feuer ausgebrochen ist“, sagt Christina Lutz. Als ihr bewusst wurde, was im „Le Constellation“ vor sich gegangen sei, habe sie sofort ihre Mutter per Handy informiert, dass es ihr gut gehe.
Im Ort selbst ist inzwischen die Umgebung rund um die abgebrannte Bar abgesperrt worden. Der Bus, der die Skigäste auf die Pisten fährt, werde um den Ortskern herum geleitet, berichtet Lutz. Auch auf den Pisten selbst sei am Neujahrstag wenig los gewesen: „Vielleicht wegen des Unglücks, vielleicht aber auch, weil der Lift, der die Skigebiete von Crans und Montana miteinander verbindet, am Neujahrstag außer Betrieb gewesen ist.“ Auch in den Bars gehe es ruhig zu: „Viele haben aus Solidarität und Respekt vor dem Unglück ihren Betrieb eingestellt.“ Kollektiv wird nun in dem Skiort das schreckliche Geschehen verarbeitet.