Im Echterdinger Café ZimtZucker gab es einen Wechsel. Nach nahezu 17 Jahren hat Ilias Tzikas aufgehört, übernommen hat den Gastrobetrieb an zentraler Stelle aber kein Unbekannter.

Eigentlich ist alles wie immer. Das Interieur ist dasselbe, die Speisekarte ist unverändert, im Service blickt man in altbekannte Gesichter. Und doch ist etwas anders im Café ZimtZucker in Echterdingen. Der Inhaber hat gewechselt. Der bisherige Betreiber Ilias Tzikas hat am 27. Juli nach nahezu 17 Jahren im Café und 32 Jahren Selbstständigkeit aufgehört. Irgendwann sei es genug, gerade in seinem Alter, sagte er kurz vor seinem Abschied im Gespräch mit unserer Zeitung.

 

Seit dem 1. August ist er der neue Chef: Michail Bamichas. Vielen Menschen, die das ZimtZucker regelmäßig besuchen, dürfte er bekannt sein, denn er war selbst über viele Jahre hier Stammgast. „Manche sagen: Hey, du bist doch immer am runden Tisch gesessen; es ist schön“, sagt der 54-Jährige. Jedes Wochenende sei er früher da gewesen, mit der Familie oder Bekannten.

Und auch aus einem anderen Grund hat Michail Bamichas eine enge Beziehung zum Lokal: Der alte und der neue Inhaber haben zusammen ihr Abi gemacht, kennen sich also gut. „Ich habe schon vor Corona aus Spaß gesagt: Wenn du verkaufen willst, nehme ich den Laden“, erzählt Michail Bamichas. In der vergangenen Weihnachtszeit sei aus der Witzelei unter Freunden dann doch etwas Konkretes geworden, Monate später wurde der Verkauf schließlich vollzogen.

Neue Speisen und Livemusik

Der Wahl-Sielminger erzählt, dass er in der Vergangenheit viel in der Gastronomie gearbeitet habe, er nennt etliche bekannte Stuttgarter Lokale, wo er als Kellner oder hinter der Bar tätig gewesen sei. „Das ist mein erstes eigenes, bisher war ich immer angestellt“, sagt er. Er spricht von einem Traum, den er sich erfüllt habe. „Ich mache es, weil es mir gefällt“, sagt er. Vom Potenzial des ZimtZucker habe er sich in der Vergangenheit überzeugen können, „der Laden ist 16 Jahre lang gelaufen“, sagt er. Allein schon deswegen will Michail Bamichas erst mal nichts verändern. Das alte Personal hat er übernommen, Hilfe bekommt er zudem von seinen beiden Söhnen und seiner Ehefrau. Nur an einer Schraube hat der Neuinhaber gedreht: Donnerstags, freitags und samstags ist das ZimtZucker nun bis in den Abend hinein geöffnet. Mittelfristig sollen die Gäste zudem auch neue Speisen auf der Karte finden. Und noch etwas schwebt Michail Bamichas vor: Wenn es draußen kälter wird, will er drinnen an Dienstagen Livemusik anbieten, als Alternativprogramm zum Fußball. „Ich habe auch schon zwei Künstler im Kopf.“