Calcio Leinfelden-Echterdingen Das sagt der Präsident über die Rückzugs-Gerüchte: „Völliger Quatsch.“

Glaubt fest an den verbleib in der Verbandsliga: Calcios Präsident Innocenzo Di Frisco. Foto: Günter Bergmann

Innocenzo Di Frisco, Präsident von Calcio, fordert von seinen Fußballern im Kellerduell mit dem FC Rottenburg drei Punkte, um die Chance auf den Verbandsliga-Klassenverbleib zu wahren.

Reporter: Torsten Streib (tos)

Es ist seit zig Jahren so: Wenn es um Calcio Leinfelden-Echterdingen geht, dann brodelt es auch immer wieder in der Gerüchteküche – und aktuell sogar gewaltig. Vor dem 29. Spieltag mit dem wichtigen Kellerduell zuhause gegen den Tabellennachbarn FC Rottenburg (Sonntag, 15 Uhr) mehren sich im Umfeld die Munkeleien: Will sich der Verein freiwillig aus der Fußball-Verbandsliga zurückziehen, mit einer Mannschaft ein oder gar zwei Klassen tiefer weitermachen?

 

„Völliger Quatsch, wo kommt das denn schon wieder her“, widerspricht Innocenzo Di Frisco, Präsident von Calcio, dem vehement und ergänzt: „Wir sagen das nicht.“ Vielmehr liege der Fokus darauf, „sportlich den Klassenverbleib in der Verbandsliga zu schaffen“. Eine Liga, in der die Italo-Schwaben laut Di Frisco auch nächstes Jahr auf Torejagd gehen wollen – und die Planungen dementsprechend ausrichten. Um die acht Spieler, darunter beispielsweise die Routiniers Lukas Zweigle und Qlirim Zekaj, hätten bereits Bereitschaft zum Weitermachen bekundet. Mit Einschränkung: Der ein oder andere knüpfe sein Bleiben an die Liga, sagt Di Frisco. Und in Sachen Trainer-Nachfolge für seinen Neffen Francesco, der wie berichtet aufhören wird, sei man ebenfalls vorangekommen. Man befinde sich mit interessanten Kandidaten in Gesprächen, wolle aber auch noch hören, was die bisherigen Co-Trainer sich vorstellen. Bei Letzteren handelt es sich um Sezgin Karabiyik, Adem Demir und Ivica Kovac.

Auch widerspricht Di Frisco einem weiteren aufkommenden Gerücht: jenem, Propizio Sirignano, einstiger Gründer und quasi graue Eminenz im Hintergrund des Vereins, sowie die Firma Di Frisco würden ihre Geldleistungen reduzieren. „Für ,Propi’ ist der Verein sein Baby und für uns eine Herzensangelegenheit, den Club mit italienischen Wurzeln zu unterstützen“, sagt Di Frisco. „Daran ändert sich von beiden Seiten nichts, und dementsprechend bleibt auch der Etat gleich.“

Di Frisco will aber auch nicht verhehlen, dass die Echterdinger nicht mehr wahllos Verpflichtungen tätigen können, wie es zu den früheren Hochzeiten der Fall gewesen ist. Bereits seit dem Abstieg aus der Oberliga vor einem Jahr backe der Verein kleinere Brötchen, setze man verstärkt auf junge Spieler mit Perspektive. Auch wenn die Klassenzugehörigkeit in Gefahr ist, dennoch in einer Hinsicht mit Erfolg. Die Mannschaft trete „viel harmonischer als in den Jahren zuvor auf, der Zusammenhalt ist deutlich besser“.

Nun geht es freilich darum, Ergebnisse zu liefern. „Aus den nächsten drei Spielen sechs Punkte“, gibt der Club-Chef seinen Kickern mit auf den Weg. Drei davon wären bereits an diesem Sonntag wichtig, um zumindest am bislang punktgleichen Gegner FC Rottenburg vorbei zu ziehen. Keine leichte Aufgabe, befindet sich der Klassenneuling doch aktuell im fußballerischen Höhenflug, zählt zu den gerade formstärksten Teams der Liga und hat vier seiner vergangenen fünf Partien gewonnen. Es helfe nichts, die Jungs müssten alles reinwerfen, „120 Prozent bringen“, um zu gewinnen, sagt Di Frisco – und weiß aber um die Schwachstelle der Seinen. „Wie auch schon beim 1:2 in Fellbach sind wir trotz guter Chancen im Abschluss zu harmlos, die Torausbeute muss besser werden, wollen wir in der Liga bleiben.“

Als Beleg dienen die Zahlen. In früheren Jahren stets eine Torfabrik auf Hochtouren, hat Calcio die Produktion deutlich runtergefahren, ist mit 29 Treffern das harmloseste Team der Liga. Selbst der bereits als Absteiger feststehende Tabellenletzte VfR Heilbronn hat vier Treffer mehr erzielt.

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