Clinical Scientist Programm am Klinikum Stuttgart etabliert – Eva Mayr-Stihl Stiftung fördert die Forschung von acht Nachwuchsmedizinern.
Das Klinikum Stuttgart ist nicht nur das größte Krankenhaus der Maximalversorgung in Baden-Württemberg, sondern auch in der klinischen Forschung sehr aktiv. Mit der Etablierung eines Clinical Scientist Programms unterstützt die Eva Mayr-Stihl Stiftung nun sowohl die praxisnahe, patientenorientierte Krebsforschung als auch den medizinischen Nachwuchs. Acht Ärztinnen und Ärzte profitieren in diesem Jahr von Freiräumen, um Klinikalltag mit innovativer Forschung zu verknüpfen und damit sowohl die Versorgung als auch die Forschung voranzubringen und so langfristig die Versorgung onkologischer Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Kriterien für das Clinical Scientist Programm
Ein interdisziplinär besetztes Auswahlgremium aus Vertretern aller onkologischen Fachdisziplinen des Klinikum Stuttgarts sowie dem Vorstand der Eva Mayr-Stihl Stiftung bewertete die eingereichten Projekte der Bewerberinnen und Bewerber nach den Kriterien:
- wissenschaftliche Qualität und Innovationsgrad
- Patientennutzen und onkologische Relevanz methodische Qualität
- Qualifikation der Antragssteller und ihrer Arbeitsgruppen
- Anwendungsorientierung und Praxisnähe
- Interdisziplinarität und Kooperation
Das Fördervolumen von insgesamt 470.000 Euro ermöglicht den acht gewählten Stipendiaten individuelle Forschungsfreiräume. Die geförderten Projekte spiegeln die Vielfalt und Innovationskraft moderner onkologischer Forschung wider. „Der gemeinsame Nenner aller geförderten Forschungsvorhaben liegt in ihrer konsequenten Praxisnähe: Die Projekte werden von engagierten jungen Ärztinnen und Ärzten aus den jeweiligen Fachdisziplinen getragen, die wissenschaftliche Fragestellungen direkt aus ihrem klinischen Alltag heraus zum Wohl der Patienten entwickelt haben“, so der medizinische Vorstand des Klinikums Stuttgart, Professor Jan Steffen Jürgensen.
Der Spagat zwischen Patientenversorgung und Forschung
Im Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl versorgen die Clinical Scientists mit ihren Kollegen jährlich rund 14.000 Krebspatienten. Die klinische Arbeit inspiriert im Idealfall die Forschung – und die Forschungsergebnisse finden Eingang in die Verbesserung der Behandlung. Diese enge Verzahnung von Patientenversorgung und Forschung gewährleistet, dass die Projekte nicht nur theoretisch fundiert sind, sondern konkrete, praxisrelevante Impulse für Diagnostik, Therapie und Nachsorge liefern – mit einem unmittelbaren Nutzen für Patientinnen und Patienten.
„Mit dem Clinical Scientist Programm würdigen wir das große Engagement von allen, die den wissenschaftlichen Fortschritt am Klinikum voranbringen – oft in ihrer Freizeit. Wir wollen Innovationen aus der klinischen Praxis ermöglichen, die Forschung am Klinikum Stuttgart fördern und den Spagat zwischen Behandlung und Forschung erleichtern, um einen echten Mehrwert für alle Beteiligten zu generieren“, so der Vorstand der Eva Mayr-Stihl Stiftung, Michael von Winning.
Optimierte Therapieentscheidungen durch klinische Daten
Die vorgestellten Forschungsprojekte adressieren zentrale Fragestellungen der modernen onkologischen Therapie und Versorgungsforschung über verschiedene Tumorentitäten und Behandlungsformen hinweg. Im Mittelpunkt steht die systematische Analyse innovativer Therapiekonzepte sowie seltener oder bislang unzureichend charakterisierter Krankheits- und Therapiesituationen auf Basis spezialisierter Diagnostik, hochauflösender Bildgebung und strukturierter klinischer Daten.
Neben der Weiterentwicklung hochpräziser und adaptiver Therapieansätze sowie der differenzierten Erfassung therapiebedingter Nebenwirkungen und Langzeitfolgen wird insbesondere der Nutzen zusätzlicher diagnostischer und prognostischer Parameter untersucht, um Therapieentscheidungen evidenzbasiert zu optimieren. Retrospektive Analysen klinischer Routinedaten, wie Tumordokumentations- und Langzeitverlaufsdaten, dienen dabei als Grundlage zur Identifikation von Versorgungslücken, zur Bewertung prognostischer Faktoren und zur Vorbereitung standardisierter sowie prospektiver Studien.
Eva Mayr-Stihl Stiftung
Seit 2007 hat die Stiftung das Klinikum Stuttgart mit über 40 Millionen Euro unterstützt. Im Mittelpunkt der Förderung steht das Stuttgart Cancer Center – Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl. Die Förderung ermöglicht den Einsatz exzellenter Medizintechnik, die Qualifizierung onkologischen Fachpersonals über Förderprogramme und Pflegestipendien, außergewöhnliche Angebote wie Patientenlotsen, Bewegungs- und Ernährungstherapeuten sowie starke psychosoziale Begleitung Erkrankter. Weitere Förderschwerpunkte im Klinikum Stuttgart sind die personalisierte Medizin, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und die teleintensivmedizinische Vernetzung mit Partnereinrichtungen. Die Eva Mayr-Stihl Stiftung ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Waiblingen. Sie wurde 1986 von Eva Mayr-Stihl und Robert Mayr gegründet. Schwerpunkte der Stiftungsarbeit sind Wissenschaft und Forschung, Medizin sowie Kunst und Kultur. Das Klinikum Stuttgart ist der größte Förderpartner.
Klinikum Stuttgart
Das Klinikum Stuttgart umfasst das Katharinenhospital, das Krankenhaus Bad Cannstatt und Deutschlands größte Kinderklinik, das Olgahospital. Über 9000 Mitarbeiter, darunter 2700 Pflegekräfte und mehr als 1200 Ärztinnen und Ärzte, versorgen jährlich rund 80.000 Patienten stationär und fast 600.000 ambulant, einschließlich 100.000 Notfällen. Über 3600 Geburten und mehr als 60.000 Operationen werden jedes Jahr im Klinikum Stuttgart betreut. Die Expertise in der Onkologie ist in 23 spezialisierten Organtumorzentren organisiert, die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert sind. Das Klinikum Stuttgart bietet damit eines der größten und umfassendsten Behandlungsangebote für Menschen mit Krebs in Deutschland.
Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Webseite des Klinikums Stuttgart.


