Dieses seltene Himmelsphänomen am Nachthimmel tritt nur bei Neumond auf. Wir erklären, wie es zum Da Vinci Glow kommt und wann man ihn beobachten kann.
Wenn am Himmel nur eine dünne Mondsichel zu sehen ist, entsteht zugleich ein geheimnisvolles Leuchten – der sogenannte Da Vinci Glow. Dieses zarte Glimmen der dunklen Mondseite ist kein optischer Trick, sondern ein faszinierendes Naturphänomen, das bereits Leonardo da Vinci beschäftigte. Was genau dahinter steckt.
Ein zartes Glimmen auf der dunklen Seite des Mondes
Wenn nur eine schmale Sichel des Mondes am Himmel steht, scheint der restliche Mond schwach, beinahe gespenstisch zu glimmen – als würde er selbst leuchten. Was auf den ersten Blick wie eine optische Täuschung wirkt, ist in Wirklichkeit ein physikalisches Phänomen, das einst sogar Leonardo da Vinci faszinierte.
Was ist der „Da Vinci Glow“ und wie entsteht er?
Der sogenannte Erdschein – auch als Da Vinci Glow bekannt – ist mehr als nur ein hübscher Effekt am Nachthimmel. Er zeigt die komplexe Wechselwirkung zwischen Sonne, Erde und Mond. Dieses Himmelsphänomen wird besonders in den Tagen um den Neumond sichtbar und die dunkle Hälfte des Mondes ist dann als aschfahle Kugel am Himmel zu sehen.
Und was ist die Ursache dafür? Sonnenlicht trifft auf die Tagseite der Erde und wird dort hauptsächlich von Wolken reflektiert. Dieses reflektierte Licht beleuchtet dann die unbeleuchtete Mondseite und wird von dort erneut zur Erde zurückgeworfen. Da das Licht auf diesem doppelten Weg stark gestreut wird, erscheint es deutlich schwächer als der direkte Mondschein und dadurch besonders eindrucksvoll.
Wann ist der Da Vinci Glow zu sehen?
Der perfekte Zeitpunkt, den Da Vinci Glow am besten zu sehen ist:
- wenige Tage nach Neumond am klaren Abendhimmel nach Sonnenuntergang
- oder kurz vor Sonnenaufgang in den Tagen vor Neumond
Dann ist nur eine schmale Mondsichel sichtbar, während der Rest des Mondes in einem fahlen Schimmer leuchtet – wie mit Asche überzogen. Der nächste Neumond fällt auf den 20. November.
Optimale Bedingungen für die Beobachtung
- ein klarer, dunkler Himmel ohne Lichtverschmutzung
- Frühjahrsmonate auf der Nordhalbkugel, insbesondere April und Mai, dann ist das aschgraue Licht um bis zu 10 Prozent stärker als in anderen Jahreszeiten
Der Erdschein ist im Frühling besonders stark
Studien zeigen, dass der Erdschein im Frühling um bis zu 10 % intensiver leuchten kann. Der Grund: In dieser Jahreszeit reflektieren weitläufige Wolkendecken besonders viel Sonnenlicht zurück ins All – und somit auch auf den Mond. Das verstärkt das geheimnisvolle Leuchten des Erdlichts.
Neben seiner Schönheit liefert das Phänomen auch wertvolle Hinweise zur Entwicklung des Erdklimas, denn es verrät, wie viel Sonnenstrahlung die Erde reflektiert. Leonardo da Vinci: Der Namensgeber
Schon um 1510 erkannte Leonardo da Vinci den Ursprung dieses besonderen Leuchtens. In seinem Codex Leicester beschrieb er erstmals, dass Sonnenlicht von der Erde reflektiert und auf die dunkle Mondseite zurückgeworfen wird. Zu Ehren seiner Entdeckung trägt das Phänomen heute seinen Namen.