Dauerhafte Schließung Im Solebad Cannstatt gibt es bald keine Sauna mehr
Nur noch einige Monate können Besucher des Solebads Cannstatt den Saunabereich nutzen. Dann wird dieser aus Kostengründen geschlossen. Ein neuer Pächter steht bereit.
Nur noch einige Monate können Besucher des Solebads Cannstatt den Saunabereich nutzen. Dann wird dieser aus Kostengründen geschlossen. Ein neuer Pächter steht bereit.
Für viele Fans des Solebads Cannstatt (früher Mineralbad) dürfte es ein schwerer Schlag sein: in absehbarer Zeit wird es dort keine Sauna mehr geben. Wie ein Stadtsprecher bestätigte, soll der Saunabetrieb aus Kostengründen „dauerhaft eingestellt“ werden. Die Fläche im zweiten Obergeschoss soll stattdessen an die Firma Nanz medico vermietet werden, die ihr Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZAR) dort erweitern will. Dies hat der Gemeinderat im Zuge der Haushaltsberatungen kurz vor Weihnachten beschlossen.
Mit dem ZAR-Betreiber soll in den nächsten Wochen über eine entsprechende Anpassung des Pachtvertrages und den Zeitpunkt der Übergabe verhandelt werden, teilte der Sprecher mit. Dies werde sich vermutlich über mehrere Monate hinziehen. So lange laufe der Saunabetrieb im Solebad wie gewohnt weiter. Die in die Jahre gekommene Saunaanlage hätte in nächster Zeit saniert werden müssen; dafür hatten die Bäderbetriebe Kosten von mehr als zehn Millionen Euro ermittelt.
Zugleich müssen auch wesentliche Teile des 1994 eröffneten Bads teilsaniert und modernisiert werden – so der Umkleide- und Sanitärbereich, das Bewegungsbad und die Whirlpools. Im Doppelhaushalt 2026/27 wurden dafür wegen der angespannten finanziellen Lage der Stadt jedoch keine Mittel bereitgestellt. Auch vor diesem Hintergrund wird auf die Sanierung der Saunas verzichtet. Durch die Schließung werden einerseits Betriebskosten gespart, andererseits winken zusätzliche Pachteinnahmen. Diese sollen helfen, den defizitären Bäderbetrieb zu finanzieren. Die Kosten für den Ausbau der zusätzlichen Fläche nach der Räumung des Saunabetriebs übernehme der Pächter. Bisher belegt das Zentrum für ambulante Rehabilitation den ersten Stock. Der Betreiber hatte sich schon länger Erweiterungsmöglichkeiten gewünscht.
Aus Sicht der Stadt gibt es für die Stuttgarter auch nach der Schließung in Cannstatt weiterhin ein „attraktives Saunaangebot“. Die entsprechenden Angebot im Leuze und im Mineralbad Berg strahlten auf die ganze Stadt aus, argumentierte der Sprecher. In Zuffenhausen entstehe im Zuge des Ersatzneubaus für das Hallenbad ein moderner, attraktiver und klimaneutraler Saunabereich für das nördliche Stadtgebiet. Für die Stadtmitte, den Süden und den Westen gebe es weiterhin die Sauna des Stadtbads Heslach.
Im Zuge der geplanten Teilsanierung des Solebads sollen dort laut dem Sprecher ein Soledampfbad und eine „Aromasauna“ entstehen. Die erforderlichen Mittel – ein Betrag wird nicht genannt – meldeten die Bäderbetriebe für de Haushalt 2028/29 erneut an. Bis dahin würden sie „alles im Rahmen ihrer Möglichkeiten tun, um für die Badegäste des Solebads einen möglichst unterbrechungsfreien Betrieb sicherzustellen“. Zuletzt waren etliche Besucher verärgert, weil das Bad um den Jahreswechsel kurzfristig wegen eines technischen Defekts geschlossen war. Da dies nicht auf der Homepage vermerkt war, reisten viele vergeblich an – und standen vor verschlossenen Türen.